„Gemütlicher Westen“ feiert ökumenisch
Zum Gottesdienst auf den Sportplatz

Ahlen -

Wenn schon kein Schützenfest, dann doch zumindest ein Gottesdienst. Ahlens „Gemütlicher Westen“ feierte am Wochenende ökumenisch und marschierte auf dem Lindensportplatz auf. Mit Abstand und neuer Kerze.

Sonntag, 14.06.2020, 14:34 Uhr aktualisiert: 14.06.2020, 16:48 Uhr
Eine verlängerte Regentschaft haben Königin Simone Schumacher (2. V. l.) und König Björn Knipping (3. v l.), hier flankiert vom Vorsitzenden Jens Düding (links) und Oberst Martin Hummels (rechts).
Eine verlängerte Regentschaft haben Königin Simone Schumacher (2. V. l.) und König Björn Knipping (3. v l.), hier flankiert vom Vorsitzenden Jens Düding (links) und Oberst Martin Hummels (rechts).

So ganz tatenlos wollte der „Gemütliche Westen“ sein Schützenfest, das in diesen Tagen wegen der Corona-Pandemie nicht stattfinden konnte, nicht verstreichen lassen. Deshalb wurde kurzfristig ein Open-Air-Gottesdienst organisiert.

Der Schützenfestsamstag wird beim Gemütlichen Westen traditionell um 8.30 Uhr mit einem Gottesdienst eingeleitet. Das sollte auch in diesem besonderen Jahr so sein. Allerdings wurde der Ort, üblicherweise kommen die Schützen in der St.-Bartholomäus-Kirche zusammen, auf den Lindensportplatz unter den freien Himmel verlegt. Etwas mehr ausschlafen konnten die Schützen auch, denn der ökumenische Gottesdienst mit den Pfarrern Martin Frost und Willli Stroband begann erst um 10 Uhr.

Pfarre Willi Stroband und Martin Frost zelebrierten den Gottesdienst.

Pfarre Willi Stroband und Martin Frost zelebrierten den Gottesdienst.

„Seid ihr bereit? Dann müsst ihr jetzt ‚Horrido‘ sagen“, versuchte Pfarrer Willi Stroband die auf der Tribüne sonnengeschützt sitzenden Teilnehmer, darunter Bürgermeister Dr. Alexander Berger, aufzumuntern. Extra für den Gottesdienst wurde eine Kerze für den Altar angefertigt, den musikalischen Rahmen gestalteten die „Happy Trumpets“.

Zum Gottesdienst wurden wegen der Hygienemaßnahmen nur Mitglieder eingeladen, die die Möglichkeit, sich zu treffen, gut annahmen. „Wir sind dankbar, dass wir den Gottesdienst veranstalten dürfen“, zeigte sich der Vereinsvorsitzende Jens Düding erleichtert. Wie es denn sei, nun zwei Jahre zu regieren? „Wir werden in die Geschichte eingehen, wir machen das aber gerne“, reagierte Schützenkönig Björn Knipping, der mit seiner Königin Simone Schumacher gekommen war. Gleichwohl betonte das Königspaar, dass sie lieber richtig gefeiert und Nachfolger gehabt hätten.

Platz genug: Die „Happy Trumpets“ spielten mit Abstand.

Platz genug: Die „Happy Trumpets“ spielten mit Abstand. Foto: privat

In seiner Ansprache wies Jens Düding darauf hin, dass die Idee zum Gottesdienst erst vor zwei Wochen entstanden sei. Der Gemütliche Westen wäre schließlich nicht der Gemütliche Westen, wenn es nicht immer wieder kreative Ideen gäbe. „Ich hoffe, dass die Schützenfestabsage einmalig in unserer Geschichte bleibt“, zeigte er sich zumindest zuversichtlich. Denn die Planungen für das Fest im kommenden Jahr sind schon angelaufen. Dann sollen auch die Ehrungen nachgeholt werden, die in diesem Jahr ausgefallen sind. Um ein Zeichen gegen Rassismus zu setzen, kniete die Schützengemeinschaft während des Gottesdienstes nieder.

Zumindest die Kranzniederlegung fiel in diesem Jahr nicht aus. Sie wurde im kleinen Kreis im Anschluss an den Gottesdienst in der St.-Bartholomäus-Kirche vorgenommen.

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