Ermittlungen gegen Mops-Pfänder eingestellt
Kein Fall für den Staatsanwalt

Ahlen / Münster -

Verfahren eingestellt: Die Staatsanwaltschaft sieht in der „Mops-Affäre“ keine strafrechtliche Relevanz.

Donnerstag, 18.06.2020, 22:19 Uhr aktualisiert: 23.06.2020, 14:10 Uhr
Edda, die heute Wilma heißt,
Edda, die heute Wilma heißt, Foto: dpa

Die Staatsanwaltschaft Münster hat das Ermittlungsverfahren ge­­gen den im Zuge der „Mops-Affäre“ angezeigten Mitarbeiter der Stadt Ahlen wegen des Verdachts des Betrugs mit Zustimmung des Amtsgerichts Ahlen am 15. Juni eingestellt. Das bestätigte Pressesprecher Dr. Martin Botzenhardt auf Anfrage.

Kein öffentliches Interesse

Die Staatsanwaltschaft habe nicht abschließend festgestellt, ob und gegebenenfalls in welchem Umfang der gepfändete Hund zum Zeitpunkt des Verkaufs und der Übergabe erkrankt gewesen ist und ob der Beschuldigte – eine Erkrankung unterstellt – diese in ihrem eventuellen Ausmaß erkannt hat.

Ein eventuelles Verschulden des Beschuldigten wäre im Hinblick auf eine mögliche strafrechtliche Relevanz seines Handelns als gering anzusehen. Ein öffentliches Interesse an der Strafverfolgung bestehe daher nicht.

Es handele sich vielmehr vorrangig um mögliche zivilrechtliche Ansprüche, deren Klärung oder Durchsetzung nicht Aufgabe der Strafverfolgungsbehörde ist. Es obliege, so Botzenhardt, der Staatsanwaltschaft auch nicht, zu prüfen, ob die Pfändung zwangsvollstreckungsrechtlich zulässig war. Ohne strafrechtliche Relevanz sei auch der Umstand, dass das gepfändete Tier über einen privaten ebay-Account angeboten worden ist.

Nach den durchgeführten Ermittlungen stehe indessen fest, dass sich der Beschuldigte bei jener Tierärztin, der die Vorbesitzerin den Hund im März 2018 einmal vorgestellt hatte, nach dem Gesundheitszustand des Tieres erkundigt hatte. Bei dieser einmaligen Untersuchung im März war Edda nach den entsprechend dokumentierten Befunden der Tierärztin „fit und gesund“.

Zeugen bestätigten Eindruck

Die Zeugen, die bei der Pfändung anwesend waren, haben bekundet, dass der Hund nach ih­rem Eindruck bis zuletzt kerngesund gewesen sei.

Ein weiterer mit der Pfändung des Tieres befasster Mitarbeiter der Stadt habe zudem erklärt, kein Tier zu pfänden, das erkennbar krank sei oder von dem er das wisse. Die Vorbesitzerin hat ebenfalls angeben, von einer Erkrankung nichts bemerkt zu haben.

Vor diesem Hintergrund und angesichts der Tatsache, dass der Beschuldigte kein ei­genes wirtschaftliches Interesse beim Verkauf des Hundes verfolgt habe, hat die Staatsanwaltschaft, so Botzenhardt, von weiteren Ermittlungen und einer abschließenden rechtlichen Bewertung abgesehen.

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