Alarmstufe Rot für eine Perspektive
„Night of Light 2020“ auch auf der Zeche „Westfalen“

Ahlen -

Alarmstufe Rot auf der Zeche Westfalen, auf dem Marktplatz und am Bürgerzentrum Schuhfabrik: Veranstalter aus Ahlen beteiligten sich am Montagabend an der bundesweiten „Night of Light 2020“ mit einem flammenden Appell an die Politik und Öffentlichkeit. Die Corona-Krise bedroht viele Existenzen. Auch in der ehemaligen Pütt-Stadt.

Dienstag, 23.06.2020, 15:09 Uhr
Moving Lights projizieren Bewegung auf die Weißkaue. Armin Kolmitz setzt mit seinem Team immer wieder neue Effekte. Faszinierend schön, wäre der Anlass nicht ein anderer.
Moving Lights projizieren Bewegung auf die Weißkaue. Armin Kolmitz setzt mit seinem Team immer wieder neue Effekte. Faszinierend schön, wäre der Anlass nicht ein anderer. Foto: Ulrich Gösmann

Als Ahlen zu Bett geht, errötet die Zeche. Bitterschön zur Dämmerstunde die Illumination, die eines der Wahrzeichen und Anziehungsmagneten der Stadt am Montagabend zeitgleich mit dem Brandenburger Tor und dem Kölner Dom in Alarmfarbe setzt. „Wenn uns die Leute wieder buchen wollen, wird es viele von uns nicht mehr geben“, bringt Eventmanager Stephan Baukmann den Ernst der Lage auf den Punkt. Das erklärt die bundesweite Aktion der Veranstaltungsbranche un­ter dem Titel „Night of Light 2020“, die nicht auf schrille Töne setzt, sondern auf stille Wirkung an markanten Schauplätzen mit einem flammenden Appell.

Ich gehe nicht davon aus, dass wir in 2020 noch arbeiten werden.

Stephan Baukmann

Corona – das ist auch die Krise der zweitgrößten Wirtschaftsbranche Deutschlands. „Künstler, Musiker und Schauspieler hinzugerechnet, kommen wir auf drei Millionen Beschäftigte“, schickt der Veranstalter dem nächtlichen Rotlichtspektakel vorweg. Vielen Kollegen gehe so langsam das Geld aus. „First in, Last out“: Der 32-jährige Ahlener, der die Organisation mit Michael Örtel in den Händen hat, spricht von 2000 Euro, die ihm durch staatliche Soforthilfe nach Abzug der Betriebskosten als Einkommen geblieben seien. Und das wohl bis zum Jahresende. Der Partymacher gibt sich keinen Illusionen hin: „Ich gehe nicht davon aus, dass wir in 2020 noch arbeiten werden.“ Ihn selbst kostet das Corona-Jahr weit über 150 Aufträge – vom Festival bis zur Hochzeit,von denen er 60 bereits im Kalender stehen hatte. Kollege Niklas Inderwiedenstraße, der in dieser „Night of Light“ das Bürgerzentrum auf Rot setzt, geht‘s ähnlich: „Absagen bis April 2021. Wir haben keine Planungssicherheit.“

Night of Light 2020

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  • Alarmstufe Rot: Auch Veranstalter in Ahlen beteiligten sich an der "Nigth of Ligt" und illuminierten die Zeche Westfalen.

    Foto: Ulrich Gösmann
  • Alarmstufe Rot: Auch Veranstalter in Ahlen beteiligten sich an der "Nigth of Ligt" und illuminierten die Zeche Westfalen.

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  • Alarmstufe Rot: Auch Veranstalter in Ahlen beteiligten sich an der "Nigth of Ligt" und illuminierten die Zeche Westfalen.

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    Foto: Ulrich Gösmann

Hermann Huerkamp, Geschäftsführer der gastgebenden Projektgesellschaft Westfalen, beziffert den monatlichen Mietausfall fünfstellig. Stephan Baukmann weiß von Kollegen hier aus Ahlen, bei denen die Umsatzeinbußen bereits über die 100 000-er-Marke geklettert sei. Seine Forderung an die Politik, die Adressat des nächtlichen Schauspiels ist: Perspektive!

Absagen bis April 2021. Wir haben keine Planungssicherheit

Niklas Inderwiedenstraße

Dass Krisenzeiten zusammenschweißen, zeigt sich auch am Montagabend, den Sonntag für den Aufbau mit eingeschlossen. Rund um die Zeche „Westfalen“ arbeiten sonst konkurrierende Unternehmen zusammen. Jeder hat mitgebracht, was er an Lichttechnik zur Verfügung stellen kann. Am Ende sind es über 250 Strahler, die Gebäude und Fördertürme in ein mahnendes Licht setzen. „Material ist genug da und gut in Schuss, weil wir es im Moment nicht brauchen“, sagt Stephan Baukmann. Das ist seine Ironie des Schicksals. Weniger in Schuss der Förderturm von Schacht II. Um am Förderrad von weiß auf rot umzufärben, übernehmen Industriekletterer den Aufstieg mit Folie. Gleichfalls sportlich auch der Einsatz, um den eingerüsteten Mannschaftsgang in die Aktion einzubinden. Die Bilder aus Ahlen gehen gleich nach Essen, wo für die zentrale Netzaufbereitung 7500 weitere Veranstaltungsorte mit ihren Nachtaktionen einlaufen.

Stephan Baukmann ist von dem Miteinander angetan. Acht Stunden Aufbauarbeit hätten zusammengeschweißt. Die Idee der Zechen-Illumination sei im Kreise Ahlener Unternehmer entstanden. Allein der Blick durch die großen Fenster in die Kletterhalle mit ihren für nur wenige Stunden rot schimmernden Gipfel zeige die Liebe zum Detail. Baukmann: „Alle sind mit Begeisterung dabei. Man sieht, dass die ganze Branche zusammenhält.“

  • Parallel zur Zeche verfärben sich in der Nacht das Bürgerzentrum und der Marktplatz. Aber auch im Kleinen wird mit rot erleuchteter Kneipe ein solidarisches Zeichen gesetzt.
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