Generalversammlung der Drehstrom eG
Ziel: Verkauf von 6000 Anteilen

Ahlen -

45 Mitglieder der Drehstrom eG kamen zur Generalversammlung in der Stadthalle zusammen. Dort gab es genug Platz für genug Abstand.

Mittwoch, 24.06.2020, 22:14 Uhr aktualisiert: 29.06.2020, 08:52 Uhr
Mit 45 Mitgliedern und Gästen war die Generalversammlung in der Stadthalle sehr gut besucht.
Mit 45 Mitgliedern und Gästen war die Generalversammlung in der Stadthalle sehr gut besucht.

Vorstand und Aufsichtsrat der Drehstrom eG sind erleichtert, dass die Generalversammlung und die anschließende Informationsveranstaltung am Dienstagabend dann doch noch vor dem neuen Lockdown stattfinden konnten. Die Stadthalle bot für das Abstandsgebot reichlich Platz.

45 Mitglieder und Gäste, so viele, wie noch nie bei einer Generalversammlung, zeigte sich die Aufsichtsratsvorsitzende Agnes Weber überrascht. Unter ihnen befanden sich auch Stadtkämmerer Dirk Schlebes und die städtische Klimaschutzmanagerin Klaudia Froede.

Die Vorstandsmitglieder Anton Neuhaus und Dirk Köttendorf gaben mit ihren Berichten einen aktuellen Stand über die Tätigkeiten der Bürgergenossenschaft, die sich im Jahr 2014 gegründet hatte. Ziel ist die Errichtung zweier Windkrafträder mit Nabenhöhen von 164 Metern am Standort im Schäringer Feld bei Vorhelm, die eine Gesamtnennleistung von 9000 Kilowatt grünen Strom erzeugen sollen.

Warum die Windräder so groß sind? Es sei besser, zwei große zu haben als 30 kleine, erklärte Anton Neuhaus. Einen technischen Clou der Nordex-Windräder vom Typ Delta 4000 werde es auch geben. Damit die Nachtbefeuerung nicht dauerhaft brenne, komme eine neuartige Technik zum Einsatz, die anspringt, wenn sich Flugzeuge nähern.

Der Aufsichtsrat der Drehstrom eG wird in bisheriger Besetzung seine Aufgaben weiterführen: Stefan Leifeld. Dr. Robert Thiemann, Agnes Weber und Uta-Maria Oertel (v. l.).

Der Aufsichtsrat der Drehstrom eG wird in bisheriger Besetzung seine Aufgaben weiterführen: Stefan Leifeld. Dr. Robert Thiemann, Agnes Weber und Uta-Maria Oertel (v. l.). Foto: Drehstrom eG

Die vielen Auflagen für die Genehmigung zur Errichtung wurden inzwischen erfüllt, in den kommenden Wochen wird die Baugenehmigung erwartet. Als anspruchsvoll hat sich dabei die Umsiedlung von Rotmilanen auf eine Ausgleichsfläche erwiesen. Ein Prinzip der Funktionsträger war auch immer, stetigen Kontakt mit den Anwohnern zu halten. Dass der Erörterungstermin zur Offenlegung ausfiel, weil es keine Einwendungen aus der Bevölkerung gab, sah Dirk Köttendorf als Kompliment: „Das ist ein gutes Kriterium für unsere Arbeit.“

Auch kann die Genossenschaft immer mehr Mitglieder gewinnen. Wurden zum 31. Dezember 47 Mitglieder mit 226 Geschäftsanteilen gezählt, sind es aktuell 127 mit 1017 Anteilen. Ein Anteil kostet 500 Euro, und jedes Mitglied hat unabhängig von der Zahl seiner Anteile nur eine Stimme. Insgesamt wird der Verkauf von 6000 Anteilen angestrebt, jedes Mitglied darf maximal 100 Anteile erwerben.

Bei konservativen Planrechnungen rechnet die Genossenschaft mit einer Dividendenrendite von über sechs Prozent. Damit sei der Reiz für die Bürger hoch, nicht nur in saubere Energieerzeugung zu investieren, sondern auch nach heutigen Maßstäben eine sehr gute Rendite erzielen zu können.

Bis Ende 2021 solle das erste Windrad stehen, setzte Agnes Weber auf entsprechende Bürgerbeteiligung: „Wir vertreten Ahlener Bürger bei der Energiegewinnung.“ Die beiden Windräder sollen am Ende so viel erneuerbare Energie erzeugen, wie für 7000 Drei-Personen-Haushalte oder 8800 E-Autos benötigt wird. Dabei werden 12 300 Tonnen CO pro Jahr im Vergleich zur Stromerzeugung aus Steinkohle eingespart.

Mehr Infos unter www.drehstrom-ahlen.de.

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