Polizei-Großeinsatz
Streit eskaliert: Schuss auf Fahrzeug - Motiv unklar

Ahlen -

Ein 18-Jähriger soll am Sonntagabend auf das Fahrzeug eines 50-jährigen Ahleners geschossen haben, als dieser sich noch darin befand. Der Streit mit unklarem Hintergrund endete in einem Großeinsatz für die Polizei.

Montag, 29.06.2020, 11:18 Uhr aktualisiert: 29.06.2020, 14:59 Uhr
Spurensicherung auf dem Dr.-Paul-Rosenbaum-Platz: Auf das Fahrzeug eines 50-jährigen Ahleners soll am Sonntagabend geschossen worden sein. Vorausgegangen ist offenbar ein Streit.
Spurensicherung auf dem Dr.-Paul-Rosenbaum-Platz: Auf das Fahrzeug eines 50-jährigen Ahleners soll am Sonntagabend geschossen worden sein. Vorausgegangen ist offenbar ein Streit. Foto: Ralf Ewers

Nach einem Streit auf dem Dr.-Paul-Rosenbaum-Platz sind offenbar mehrere Schüsse gefallen. Eine Person wurde dabei verletzt. Der Einsatz, der am Sonntagabend ein Großaufgebot der Polizei in den Ahlener Ostenstadtteil führte, wirft jedoch auch am Tag danach viele Fragen auf.

Noch viele offene Fragen

„Das Motiv, die Rollen der Beteiligten, der Verbleib der benutzten Schusswaffe und der genaue Ablauf sind Gegenstand weiterer Ermittlungen“, sagt Polizeisprecherin Susanne Dirkorte-Kukuk auf Anfrage unserer Zeitung. Die Präsenz eines Polizeihubschraubers sowie Sondereinsatzkommandos rund um Hansastraße, Rottmannstraße und Dr.-Paul-Rosenbaum-Platz hatte für einiges Aufsehen und wilde Spekulationen – vor allem in den sozialen Netzwerken – gesorgt. Zeitweise wurde gar eine tödlich verletzte Person gemutmaßt, was sich jedoch nicht bestätigte.

„Es handelt sich um ein Körperverletzungsdelikt, an dem mehrere Personen beteiligt waren“, sagte ein Polizeisprecher noch am Einsatzabend vor Ort. Nach dem Haupttäter wurde zu diesem Zeitpunkt noch gefahndet. „Die Stimmung ist sehr gereizt“, sagte ein Passant, der kurz zuvor von einem bewaffneten Polizisten zurückgewiesen wurde. Die Kräfte waren mit schusssicheren Westen ausgestattet.

Polizeieinsatz in Ahlen: Polizeisprecherin Susanne Dirkorte-Kukuk

50-Jähriger erhielt Schlag an den Kopf

Sicher ist inzwischen, dass der Fall gegen 19.55 Uhr seinen Ausgang nahm. Nach ersten Ermittlungen der Polizei kam es zum Streit zwischen einigen Personen, die alle in Ahlen wohnhaft sind. Im weiteren Verlauf habe ein 50-Jähriger einen Schlag an den Kopf, möglicherweise mit dem Knauf eines Messers, und erlitt eine leichte Verletzung. Ein 18-Jähriger soll zweimal mit einer Schusswaffe in die Luft und dann mindestens einmal auf den Pkw des 50-Jährigen geschossen haben. „Zu dem Zeitpunkt saß der Ahlener in dem Fahrzeug“, so Dirkorte-Kukuk. „Das Projektil durchschlug den Kotflügel und blieb im Auto stecken.“ Angaben zur Art der Waffe konnten die Ermittler noch nicht machen. Der Pkw wurde zur Sicherung des Projektils sowie weiterer möglicher Spuren sichergestellt und abgeschleppt.

Der Schütze - ein 18-jährige Syrer - konnte vom Tatort flüchten Nach ihm wird nach wie vor fahndet, hieß es am Montagnachmittag. An der Tat sollen ein 19-jähriger Deutscher mit Migrationshintergrund und ein 23-jähriger Türke beteiligt gewesen sein. Die Polizei hat in der Nacht sowohl die beiden Tatverdächtigen, den mutmaßlichen Geschädigten sowie weitere Personen vernommen. Nun erhoffen sich die Ermittler weitere Erkenntnisse.

Großeinsatz nach Körperverletzung

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  • Großeinsatz im Ahlener Osten am 28. Juni 2020

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Seit einigen Wochen gibt es vermehrt Probleme im Ahlener Osten. Erst vor wenigen Tagen hat sich die CDU in einem Brief an den Landrat als Chef der Kreispolizeibehörde gewendet, weil es immer wieder Bürgeranfragen zum Thema „Angsträume“ gebe. Eine Häufung von Straftaten konnte Polizeisprecherin Dirkorte-Kukuk im Redaktionsgespräch jedoch nicht bestätigen. „Das müsste man erst einmal genau auswerten.“ Natürlich gebe es immer wieder mal Vorfälle, ein bedenklicher Trend sei allerdings nicht erkennbar.

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