Abiturfeier des St.-Michael-Gymnasiums
Sechsmal die Traumnote 1,0

Ahlen -

Überholt vom erneuten Lockdown im Kreis Warendorf wurde auch die längst geplante Abiturfeier des St.-Michael-Gymnasiums. Die Schule disponierte kurzerhand um.

Dienstag, 30.06.2020, 13:14 Uhr aktualisiert: 30.06.2020, 15:00 Uhr
Drei der sechs Besten des Abiturjahrgangs 2020: Carl Schmitthenner, Elise Buttermann und Janis Schwippe (v.l.).
Drei der sechs Besten des Abiturjahrgangs 2020: Carl Schmitthenner, Elise Buttermann und Janis Schwippe (v.l.). Foto: St. Michael

Es war alles geplant, um die 102 Abiturienten des Gymnasiums St. Michael am vorigen Samstag in einer würdevollen Abiturfeier auf dem exakt ausgemessenen Schulhof zu verabschieden. Das Programm mit Freiluftorchester und Gesangsbeiträgen, Festreden der Schulleiterin und der Jahrgangsstufensprecher war bereits gedruckt, als am Dienstagnachmittag der erneute Lockdown ab Donnerstag verhängt wurde.

Ausweichen nach Münster nicht genehmigt

Das Gesundheitsamt des Kreises Warendorf genehmigte die noch ausstehenden mündlichen Prüfungen am Donnerstag, aber mehr auch nicht. Es blieben nur 24 Stunden, um eine alternative Abschlussfeier der Abiturienten umzusetzen. Dem Versuch, an einer katholischen Schule in Münster im Rahmen einer Freiluftveranstaltung zu feiern, konnte das dortige Gesundheitsamt nicht zustimmen, da die Menschen aus dem Kreis Warendorf aufgrund des Corona-Hotspots als Risiko eingestuft wurden. So wurde die Entscheidung getroffen, die Abiturienten unter Einhaltung der Abstandsregelungen in ihren Tutorgruppen in vorgegebenen großzügigen Zeitfenstern im Beisein ihrer Eltern am Mittwochabend zu verabschieden.

Es war eine fast idyllisch anmutende Folge von sechs kleinen Feiern auf der großen Wiese vor der Sporthalle. Schulleiterin Mechtild Frisch lobte in kurzen Worten das Durchhaltevermögen der Abiturienten und deren Gelassenheit angesichts der abrupten Änderungen bei der schulischen Vorbereitung des Abiturs sowie seiner Rahmenbedingungen. Sie seien jetzt vermutlich für lange Zeit krisenresistent.

Schulseelsorger Stefan Bagert gab allen Schülern eine Karte mit einem Puzzlestück mit auf den Weg, auf dem die Einladung zur Abiturfeier 2026 (das Jahr, in dem an Gymnasien kein reguläres Abitur stattfinden wird) vermerkt war und kommentierte: „Vergesst nie, dass ihr nicht einzelne Atome seid, sondern Teil eines großen Ganzen.“

Feierlich gekleidet

Die Abiturienten waren besonders schick gekleidet, um den feierlichen Akt auch äußerlich zu unterstreichen, und trugen teilweise ihre Kleidung, die für den ausfallenden Abiturball vorgesehen war. Die Schüler stellten sich kursweise im Abstand von 1,50 Metern auf. Jeder einzelne Name wurde aufgerufen und jede Person bejubelt. Die Aufgerufenen nahmen unter dem Applaus ihrer Eltern und Lehrer die Abiturzeugnisse, die auf einem Notenständer lagen, entgegen. Wenigstens eine punktuelle Nähe wurde bei den abschließenden Tutorkursfotos hergestellt. Der Förderverein unterstützte die Veranstaltung nach Kräften. Als kleines Geschenk des Fördervereins bekamen die Abiturienten nach der Zeugnisübergabe je zwei Kinogutscheine und das dazugehörige Popcorn.

Sechs herausragende Abschlüsse

Trotz der widrigen Umstände bei der Vorbereitung des Abiturs in den vergangenen drei Monaten erreichte der Jahrgang herausragende Abschlüsse. Sechs Schüler schnitten mit der Traumnote 1,0 ab: Carl Schmitthenner, Janis Schwippe, Elise Buttermann, Tessa Hartmann, Cindy Palmowsky und Benjamin Budt.

Die Vergabe an den Mathematik-Leistungskurs war auch eine der letzten Amtshandlungen des langjährigen Mathematik- und Sozialwissenschaft-Lehrers Jürgen Vorfeld, der nach 40 Jahren an dem Gymnasium in den Ruhestand geht.

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