Ahlener Schausteller sieht Alternativen
Warum keine Minikirmes auf dem Markt?

Ahlen -

Minikirmes auf dem Marktplatz – oder im Kleinen auf dem angestammten Ahlener Kirmesplatz? Nostalgie-Schausteller Alexander Fredebeul könnte sich auch das in Corona-Zeiten in seiner Rummel begeisterten Heimatstadt vorstellen.

Dienstag, 07.07.2020, 19:54 Uhr aktualisiert: 08.07.2020, 14:02 Uhr
Nostalgie-Schausteller Alexander Bredebeul
Seine Kirmeswelt. Foto: Archiv

Wie unterscheidet sich der Wochenmarkt von einer Kleinkirmes? Alexander Fredebeul schickt seiner Frage die Antwort gleich hinterher: „Eigentlich gar nicht.“ Die Corona-Krise der Schaustellerbranche trifft auch den Ahlener. Am Dienstagnachmittag ist es für ihn an der Zeit, laut über Alternativen nachzudenken. Konkret auch für Ahlen.

Fredebeul feierte im Vorjahr den 90. Geburtstag seiens Nostalgie-Karussells, das sich im Spätsommer auch im Garten des Bundespräsidenten drehte. Hauptberuflich IT-Fachmann beim Branchenriesen in Gütersloh, schaltet er acht Wochen im Jahr runter, um mit Ross und Gespann seine acht Schauplätze anzusteuern. „Liebhaberei macht man mit Püppchen zu Hause“, stellt er klar, dass sein Hobby auch zweites Standbein mit laufenden Betriebskosten ist. Seine Corona-Geschichte will es, dass sich der Ahlener im Frühjahr für sein Karussell eine Halle im Gewerbegebiet Kleiwellenfeld gekauft hatte. Gleich danach kam die Pandemie und das Aus für die ganze Schaustellerbranche, die es so extrem treffe wie die Veranstalterszene. Entsprechend groß der Demonstrationszug am Wochenende in Berlin, zu dem Kollegen aus ganz Deutschland angereist waren. Mittendrin der Ahlener, der keinen Hehl daraus macht, dass bei der Bahnanreise nichts mehr mit Abstand halten gewesen sei.

Dafür drücke ich uns die Daumen.

Alexander Fredebeul

Warum dürfen Einkaufszentren öffnen? Warum Kinder in Freibädern gemeinsam im Planschbecken sitzen? Warum ist es wieder erlaubt, dicht gedrängt nach Mallorca zu fliegen? Der 52-Jährige greift die Fragen seiner Zunft auf, um dann konkret zu werden. Im Dortmunder Westfalenpark, in Hagen oder Düsseldorf gebe es jetzt kleine Kirmesveranstaltungen. Warum nicht auch in Ahlen? Zwei Karussells auf dem Marktplatz, die Buden auf Abstand und schon liege der Duft von Popcorn und Mandeln in der Luft. Genauso denkbar eine Kirmes auf dem Rosenbaum-Platz im reduzierten Rahmen und mit allen Sicherheitsvorkehrungen, die sich problemlos umsetzen ließen. „Ein Kollege aus Dortmund hat mir gerade gesagt, dass er in Ahlen schon vorstellig geworden ist“, sagt Fredebeul, ohne Antworten zu kennen.

Kontakt hat der Kirmesmann im Nebenerwerb auch mit den Machern des „Ahlener Advent“ aufgenommen. Dort gebe es die Hoffnung, dass zumindest dieser Budenzauber stattfinde. Fredebeul: „Dafür drücke ich uns die Daumen.“

Fredebeuls Nostalgie-Karussell auf dem Ahlener Advent.

Fredebeuls Nostalgie-Karussell auf dem Ahlener Advent. Foto: Ulrich Gösmann

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