Dezentrale Betreuung in vier Schulen
Ferienpiraten entern den Klassenraum

Ahlen -

Ein Piratenschiff im Klassenzimmer, Disco-Beats auf dem Pausenhof: Die Ahlener Mammutschule ist eine von vier Schuladressen für städtisch organisierten Ferienspaß. Mitmachen dürfen die, die auch zu Schulzeiten die Corona-Notbetreuungsauflagen erfüllten.

Mittwoch, 08.07.2020, 16:50 Uhr aktualisiert: 14.07.2020, 09:20 Uhr
Piratenschiff im Klassenraum: Die „Herrscher der Meere“ haben ihre Flagge gehisst.
Piratenschiff im Klassenraum: Die „Herrscher der Meere“ haben ihre Flagge gehisst. Foto: Ulrich Gösmann

Die Augenklappe zum Mund- und Nasenschutz? Berufsschicksal, wenn Mann Pirat ist. Und ein zwingendes Utensil für all die „Herrscher der Meere“, die am Mittwochmorgen schon in aller Herrgottsfrühe auf Kurs sind. „Leinen los!“ heißt es mit dem ersten Gongschlag für die städtische Ferienbetreuung – hier und an drei anderen Schulstandorten in der Stadt.

In den Ferien zur Schule? Kein Problem für die 77 Jungen und Mädchen, deren Eltern das zweiwöchige dezentrale Betreuungsprogramm in Mammut-, Barbara-, Don-Bosco- und Martinschule gebucht haben. Darunter auch zehn Kinder mit Behinderungen. Wer in der Schulzeit die Notbetreuungsauflagen erfüllte, ist auch jetzt mit dabei. Systemrelevant.

Es ist gelungen, dass die Kinder Spaß haben und sich wohlfühlen.

Anna Baumeister

Abweisungen? Keine. „Einige Plätze sind sogar noch frei“, sagt Anna Baumeister , Gruppenleiterin Jugendförderung bei der Stadt Ahlen. An der Mammutschule stehen in den ersten beiden Ferienwochen acht Betreuer für 20 Kinder bereit, die keine Probleme damit haben, früh aufzustehen und dann ihre Schule anzusteuern. „Das hat für sie was Vertrautes“, merkt die Diplom-Pädagogin an. Abschalten gelinge, weil das Programm stimme. Ein dickes Lob geht gleich in die Teams mit ihren 30 Helfern: „Die Betreuer wuppen in diesem Jahr noch ein bisschen mehr.“ Die erste Woche habe gezeigt, dass das Konzept ankomme. Baumeister: „Es ist gelungen, dass die Kinder Spaß haben und sich wohlfühlen.“ Dass der Schulbesuch in der Ferien jetzt Ersatz für die große Reise ist, glaubt die Jugendamtsmitarbeiterin nicht. „Ich vermute, dass die Mammutstadt eine feste Größe im Bewusstsein ist und Eltern ihren Urlaub danach planen.“ Was erste Anfragen bestätigten, die bereits im November eingegangen seien. Doch da war Corona noch ein Fremdwort.

Mammut-Betreuung in den Ferien

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  • In der Mammutschule werden 20 Kinder im Rahmen der städtischen Ferienspiele betreut.

    Foto: Ulrich Gösmann
  • In der Mammutschule werden 20 Kinder im Rahmen der städtischen Ferienspiele betreut.

    Foto: Ulrich Gösmann
  • In der Mammutschule werden 20 Kinder im Rahmen der städtischen Ferienspiele betreut.

    Foto: Ulrich Gösmann
  • In der Mammutschule werden 20 Kinder im Rahmen der städtischen Ferienspiele betreut.

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  • In der Mammutschule werden 20 Kinder im Rahmen der städtischen Ferienspiele betreut.

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  • In der Mammutschule werden 20 Kinder im Rahmen der städtischen Ferienspiele betreut.

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  • In der Mammutschule werden 20 Kinder im Rahmen der städtischen Ferienspiele betreut.

    Foto: Ulrich Gösmann
  • In der Mammutschule werden 20 Kinder im Rahmen der städtischen Ferienspiele betreut.

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  • In der Mammutschule werden 20 Kinder im Rahmen der städtischen Ferienspiele betreut.

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  • In der Mammutschule werden 20 Kinder im Rahmen der städtischen Ferienspiele betreut.

    Foto: Ulrich Gösmann
  • In der Mammutschule werden 20 Kinder im Rahmen der städtischen Ferienspiele betreut.

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  • In der Mammutschule werden 20 Kinder im Rahmen der städtischen Ferienspiele betreut.

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  • In der Mammutschule werden 20 Kinder im Rahmen der städtischen Ferienspiele betreut.

    Foto: Ulrich Gösmann
  • In der Mammutschule werden 20 Kinder im Rahmen der städtischen Ferienspiele betreut.

    Foto: Ulrich Gösmann
  • In der Mammutschule werden 20 Kinder im Rahmen der städtischen Ferienspiele betreut.

    Foto: Ulrich Gösmann

Die Ferienkinder, die ihren Mammutspiele-Ersatz in der Mammutschule gebucht haben, sind allmorgendlich punkt acht Uhr zum persönlichen Empfang zur Stelle. Gut gelaunt wird das eigene Frühstück ausgepackt, das in den drei Gruppenräumen der „Minions“, „Herrscher der Meere“ und dem „Wunderland“ eingenommen wird. Sind Brote, Reiswaffeln und Knoppers verputzt, heißt es: „Masken aufsetzen“. Auf dem Pausenhof steht Jennifer Rachuba mit Boxen, Beats und Choreographin Jacqueline Varis für das „Warm up“ bereit. Die Schulsozialarbeiterin koordiniert den Betreuungsspaß und hat die Einhaltung des Hygienekonzepts im Blick. Maske auf, Maske ab: Das ist klare Ansage, sobald es über Gemeinschaftsflächen geht. Doch draußen darf beim Sport an frischer Luft auch in großer Abstandsrunde frei durchgeatmet werden.

In den Gruppenräumen geht es am Mittwochmorgen ans zweite Ferienshirt. Mal mit Minions-Motiven, mal mit dem Mammut. Ausreißer sind die „Herrscher der Meere“, die ihr Piratenschiff inzwischen startklar haben. Tonne, Teppichbodenrollen und Transparent haben zu einem Schiffsmasten zusammengefunden. An den noch fehlenden Augenklappen wird jetzt gebastelt.

Vorher wird aber noch aufgeräumt.

Jennifer Rachuba

Und danach? Mittagessen. Die Stadthalle liefert Spaghetti Bolognese in Alu-Einzelportionen. Zum Nachtisch – klar der Mammutstadt-Klassiker – Lifti. Das Wassereis aus dem Schlauch. Ob es am Nachmittag regnet oder nicht, soll den Mammutianern egal sein. Das Spielmobil packt seinen Fuhrpark für die Fahrschule aus. Entweder geht‘s draußen durch den Parcours oder drinnen.

Um 16 Uhr ist es auch schon wieder Zeit für den Abschied. „Vorher wird aber noch aufgeräumt“, sagt Jennifer Rachuba augenzwinkernd. Dann gehen die Knirpse zurück in die Obhut ihrer Eltern. Die das Angebot übrigens „mega“ fänden.

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