Ausbildung bei Ahlener Umweltbetrieben
Highlight: Gartenbau in Irland

Ahlen -

Azubis machen Werbung für die Ausbildung bei den Ahlener Umweltbetrieben. Kein Wunder, immerhin gab‘s einen fachlich spannenden Arbeitsausflug nach Nordirland.

Samstag, 25.07.2020, 09:58 Uhr aktualisiert: 30.07.2020, 10:52 Uhr
Engagierte Auszubildende bei den Umweltbetrieben (v.l.): Jens-Marcel Balzer, Andreas Lammerding-Genau, AUB-Leiter Bernd Döding, Joshua Putze (auf dem von Azubis gebauten Juk-Haus-Spielplatz).
Engagierte Auszubildende bei den Umweltbetrieben (v.l.): Jens-Marcel Balzer, Andreas Lammerding-Genau, AUB-Leiter Bernd Döding, Joshua Putze (auf dem von Azubis gebauten Juk-Haus-Spielplatz). Foto: Stadt Ahlen

Wenn Joshua Putze gefragt wird, was sein persönlicher Höhepunkt während der Ausbildung bei den Ahlener Umweltbetrieben(AUB) war, braucht der junge Mann nicht lange zu überlegen: „Mount Stewart in Belfast.“

Fast drei Wochen eignete sich der Ahlener in dem nordirischen Nationalpark Tricks und Kniffe der irischen Gartenbaukunst an. „Exotische Stauden, die wir hier gar nicht kennen, gibt es dort überall“, weiß der Garten-Fachmann das milde atlantische Klima zu schätzen, das wegen praktisch fehlender Fröste selbst die Kultivierung von Palmen zulässt.

Die Stadt Ahlen hatte ihn freigestellt, um neue Eindrücke einer subtropischen Pflanzenwelt kennenzulernen. „Wir legen Wert darauf, dass die jungen Menschen, die wir ausbilden, ein rundes Bild von ihrem Fach bekommen“, sagt Putzes Ausbildungsleiter Andreas Lammerding-Genau . Wie auch in jeder anderen Ausbildung gehöre dazu der Blick über die Grenzen,um andere Kulturen und deren Methoden kennenzulernen.

Arbeitsschwerpunkt seiner jetzt mit der Note 1,8 abgeschlossenen Ausbildung zum Gärtner der Fachrichtung Garten- und Landschaftsbau waren für Joshua Putze die Parks und Spielflächen seiner Heimatstadt. Dabei hatte sich der 23-Jährige bei der Berufswahl ursprünglich ganz anders orientiert. Eine Ausbildung als Mediengestalter brach er aber nach kurzer Zeit ab. „Zum Glück habe ich schnell erkannt, dass das nichts für mich war. Ich liebe es, draußen zu sein, an der frischen Luft bei Wind und Wetter.“ Mut gehöre zu einer solchen Entscheidung, sagt Lammerding-Genau. „Zu viele werden unglücklich, weil sie den Absprung nicht rechtzeitig schaffen. Joshua war konsequent“, so der Gärtnermeister. Und selbstständig. Wie schon ganz zu Beginn seiner Ausbildung. „Er kam einfach reingeschneit und legte uns seine Initiativbewerbung auf den Tisch, das hat mir imponiert.“ Das Vertrauen sollte nicht enttäuscht werden. Der Quereinsteiger absolvierte die Berufsschule ohne Probleme, erfolgreich belegte Lehrgänge in Maschinen- und Pflanzenkunde zeigten Putzes Geschick für das Gartenwesen.

Gartenbau in Nordirland: Verschwenderisch gestalteter Garten im nordirischen Nationalpark

Gartenbau in Nordirland: Verschwenderisch gestalteter Garten im nordirischen Nationalpark Foto: Stadt Ahlen

Was den Nachwuchs-Gärtner am meisten begeistert: „Bautechnisch ist in diesem Beruf einfach alles drin.“ Im Frühjahr und Sommer werden Anlagen auf Vordermann gebracht und gebaut, im Herbst und Winter Bäume gepflanzt und gepflegt. Ein Projekt, an dem er seine Fähigkeiten demonstrieren konnte, war zum Beispiel der neu gestaltete Kinderspielplatz am Juk-Haus im Burbecksort: das Gelände inspizieren und planen, was möglich ist, Flächen und Wege anlegen, Gerüste bauen, geeignete Pflanzen aussuchen und in die Erde bringen, Zäune errichten, Kabel verlegen, Bagger fahren. Gartenbau ist eine runde Sache - für Menschen mit Ideen, Auge und dem gewissen Händchen.

Ich möchte nichts anderes machen.

Jens-Marcel Balzer

Auch Putzes Teamkollege Jens-Marcel Balzer würde jederzeit wieder die Ausbildung bei den Umweltbetrieben beginnen. Der 21-Jährige kam mit einem Tumor im Kopf auf die Welt. Die angeborene Lernschwäche war jedoch nie ein Hindernis in der Ausbildung und bei der Arbeit. Mit Bravour meisterte er die Ausbildung zum Fachwerker im Gartenbau. Von der „Stiftung Bildung Handwerk“ (SBH) am Lütkeweg kam der Tipp, erinnert sich Lammerding-Genau. „Versucht es mal mit ihm.“ Vom ersten Tag an sei Jens-Marcel Balzer mit „Willen und Talent“ bei der Sache gewesen. Die vereinfachte dreijährige Ausbildung habe gut geklappt. „Ich möchte nichts anderes machen“, ist sich der Fachwerker beim Blick auf den fertiggestellten Spielplatz sicher, den richtigen Job gefunden zu haben.

Das Herrenhaus Mount Stewart im nordirischen County

Das Herrenhaus Mount Stewart im nordirischen County Foto: Stadt Ahlen

„Wir nehmen unsere Auszubildenden als vollwertige Kolleginnen und Kollegen ernst, ohne Unterschied“, sagt AUB-Leiter Bernd Döding. Frühestmöglich würden sie an verantwortungsvolle Aufgaben herangeführt, gute Betreuung durch ein Team motivierter Ausbilder sei garantiert. Die Umweltbetriebe böten am neuen Standort am Ostberg und der Kläranlage ein breites Spektrum für Berufsstarter: Für 2021 gibt‘s freie Ausbildungsstellen für Straßenwärter und Gärtner.

Jens-Marcel Balzer und Joshua Putze machen nun ein berufspraktisches Jahr bei der Stadt. Das bei den AUB erlernte Know-how will Joshua Putze ausbauen. Er beginnt im kommenden Jahr ein Studium der Landschaftsarchitektur. Schulabgängern kann er nur den Tipp geben, es bei der Stadt zu versuchen. „Schon allein der Verdienstmöglichkeiten und geregelten Arbeitszeiten wegen.“ Weitere Auskünfte über Ausbildungsmöglichkeiten erteilt Michael Köhler unter Telefon 5 92 30, E-Mail koehlerm@stadt.ahlen.de.

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