Frist zur Einreichung von Wahlvorschlägen endete
„Rathausfreunde“ unter Zeitdruck

Das „Starterfeld“ für die Kommunalwahl in Ahlen steht fest – mit drei Bürgermeisterkandidaten sowie acht Parteien und Wählergruppierungen.

Dienstag, 28.07.2020, 12:14 Uhr aktualisiert: 02.08.2020, 11:02 Uhr
Hinter dieser Tür im Rathaus hat seit dem 21. Oktober 2015 Dr. Alexander Berger seinen Schreibtisch. Den wollen ihm jetzt Hermann Huerkamp (SPD) und FWG-Chef Heinrich Artmann streitig machen und dafür sorgen, dass das Namensschild ausgetauscht werden muss.
Hinter dieser Tür im Rathaus hat seit dem 21. Oktober 2015 Dr. Alexander Berger seinen Schreibtisch. Den wollen ihm jetzt Hermann Huerkamp (SPD) und FWG-Chef Heinrich Artmann streitig machen und dafür sorgen, dass das Namensschild ausgetauscht werden muss. Foto: Ulrich Gösmann

AhlenRien ne va plus – nichts geht mehr. Am Montagabend um 18 Uhr war ultimativ „Einsendeschluss“ für Bewerbungen zur NRW-Kommunalwahl am 13. September. Die Frist zur Einreichung der Wahlunterlagen, die normalerweise schon am 16. Juli abgelaufen wäre, war auf einstimmigen Beschluss des Landtags um elf Tage verlängert worden. So sollten Parteien, Wählergruppen und Einzelbewerber mehr Zeit bekommen, um ihre Wahlversammlungen abzuhalten, die wegen des Corona-Lockdowns teilweise verschoben werden mussten, oder um die erforderlichen Unterstützungsunterschriften zu sammeln.

Sehr gelegen kam der Aufschub den „Rathausfreunden Ahlen 2020“. Die neue Wählergruppierung um den aus der BMA ausgetretenen Al­fred Thiemann hatte sich erst am 25. Juni gegründet und führte am 14. Juli ihre Aufstellungsversammlung durch. Entgegen der Ankündigung, in allen 22 Stimmbezirken zur Wahl des Stadtrates antreten zu wollen, konnten zunächst jedoch nur neun Bezirke besetzt werden. Sechs weitere Kandidatinnen und Kandidaten seien dann in der letzten Woche noch nachbenannt worden, teilte Silke Fischer als zuständige Sachgebietsleiterin für Wahlen bei der Stadt auf Anfrage unserer Zeitung mit.

Ein paar Unterschriften fehlten noch

Allein: Es fehlten bis gestern immer noch ein paar Unterstützungsunterschriften. Derer drei mussten die „Rathausfreunde“, da sie bisher nicht im Rat vertreten sind, aus je­dem Bezirk, in dem sie sich zur Wahl stellen, beibringen. „Sie sammeln noch fleißig“, wusste Silke Fischer am frühen Montagnachmittag zu berichten. „Aber ich bin auf jeden Fall bis 18 Uhr im Büro.“ Kurz vor Toresschluss dann die Entwarnung: „Alles da.“ Um 17.40 Uhr habe eine Anwältin die Unterlagen persönlich bei ihr abgegeben, so Fischer.

Auf den letzten Drücker ging auch die noch ausstehende eigenhändig unterschriebene Zustimmungser­klärung eines Kandidaten ei­ner anderen Partei im Wahlamt ein. Der Betreffende war erst am Montagmorgen aus dem Urlaub zurückgekehrt.

Damit ist das „Starterfeld“ komplett: Insgesamt acht Parteien und Wählervereinigungen werden in den nächsten Wochen um die Gunst von rund 41 000 Wahlberechtigten buh­len: CDU, SPD, Bündnis 90 / Die Grünen, FDP, Die Linke, Freie Wählergemeinschaft (FWG), Bürgerliche Mitte Ahlen (BMA) und die „Rathausfreunde Ahlen 2020“.

Mögliche Stichwahl am 27. September

Ein weiterer Bürgermeisterkandidat hat seinen Hut nicht in den Ring geworfen. Amtsinhaber Dr. Alexander Berger (50, parteilos), wie 2015 erneut von CDU und FDP nominiert, hat es also mit zwei Herausforderern zu tun: Hermann Huerkamp (60), der für die SPD ins Rennen geht, und der Vorsitzende der Frei­­en Wählergemeinschaft (FWG), Heinrich Artmann (60). Erreicht keiner der drei Bewerber im ersten Durchgang die absolute Mehrheit, kommt es zwei Wochen später, am 27. September, zur Stichwahl zwischen den beiden Führenden.

Über die Zulassung der Wahlvorschläge – auch jener für die Integrationsratswahl, die ebenfalls am 13. September stattfindet – wird der Wahlausschuss in seiner Sitzung am Donnerstag dieser Woche entscheiden.

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