Stadt startet Bürgerbeteiligung zum Dr.-Paul-Rosenbaum-Platz
Ideen für 20 000 Quadratmeter

Ahlen -

Der Dr.-Paul-Rosenbaum-Platz soll umgestaltet werden. Bürger können mit den Planern ins Gespräch kommen: Am 11. und 14. August schlagen sie direkt vor Ort ihren Infostand auf – jeweils zwischen 10 und 13 Uhr.

Freitag, 31.07.2020, 11:48 Uhr aktualisiert: 31.07.2020, 16:58 Uhr
Der Dr.-Paul-Rosenbaum-Platz mit Blick über die Dächer des Ostenstadtteils. In seiner jetzigen Form wurde er 1968 als Messegelände angelegt und bei der damaligen „Ahlener Woche“ offiziell eröffnet. Jetzt will ihn die Stadt umgestalten.
Der Dr.-Paul-Rosenbaum-Platz mit Blick über die Dächer des Ostenstadtteils. In seiner jetzigen Form wurde er 1968 als Messegelände angelegt und bei der damaligen „Ahlener Woche“ offiziell eröffnet. Jetzt will ihn die Stadt umgestalten. Foto: Hans Blossey

Für die einen ist er schlicht „der Kirmesplatz“, andere kennen ihn als den Ort, an dem Markthändler immer dienstags und freitags ihre Waren auf dem Koloniemarkt feilbieten. Der Dr.-Paul-Rosenbaum-Platz, benannt nach jenem Lazarettchef, der an Ostern 1945 die kampflose Übergabe der Stadt Ahlen an die heranrückende US-Armee verantwortete, kennt manche Zuschreibung.

Für wieder andere ist die Fläche ein schlicht zu groß geratener Parkplatz im Herzen des Ahlener Südostens, auf dem gelegentlich ein Wanderzirkus seine Zelte aufschlägt oder alle zwei Jahre die „Ahlener Woche“ stattfindet. Für genau diese hat der Platz vor 52 Jahren seine jetzige Form erhalten. 1968 wurde er als Messegelände konzipiert.

So sehr die Bezeichnungen und Wahrnehmungen der 20 000 Quadratmeter großen Fläche heute schon variieren, so unterschiedlich sind auch die Ideen, was mit dem Platz künftig geschehen soll. Am Samstag, 8. August, startet die Stadt Ahlen die digitale Beteiligung, um Wünsche und Anregungen der Bürger für die Freifläche zu sammeln.

Berger : „Städtebaulich hochinteressant“

„Ein städtebaulich hochinteressantes Areal in einem lebhaften Quartier“, beschreibt Bürgermeister Dr. Alexander Berger Ahlens größten Platz und findet es schade, dass dessen Potenziale derzeit brach liegen. Nach seinen Vorstellungen sollte die Neugestaltung ei­nen urbanen, offenen Platz schaffen, der Raum für vielfältige Nutzungen bietet und das soziale wie ökologische Stadtklima verbessert. „Schön wäre es, wenn am Ende ein einladender Freiraum steht, der alle Menschen, egal welchen Alters und welcher Kultur, zum Aufenthalt einlädt.“ Zu bedenken sei, „und das ist die herausfordernde planerische Aufgabe“, wie das umliegende Quartier mit Hansastraße und dem Einzelhandelszen­trum Ostbredenstraße gestalterisch und funktional eingebunden werden kann. Zu integrieren sei ebenfalls das künftige „Südberg-Quartier“, das der Arbeiter-Samariter-Bund am Hansakreisel errichtet. Dort entstehen bald Wohnungen, Geschäftslokale und eine Kindertagesstätte.

Um diese nicht ganz einfache Aufgabe zu lösen, lobt die Stadt Ahlen im Herbst einen Wettbewerb aus. „Davon erwarten wir uns clevere Ideen von Freiraumplanern, was unter Berücksichtigung seiner heutigen Funktionen auf dem Platz passieren kann“, sagt Markus Gantefort , Fachbereichsleiter für Stadtentwicklung und Bauen. Durchgeführt wird der Wettbewerb vom renommierten Planungsbüro „Post, Welters + Partner“ mbB aus Dortmund.

Online-Plattform wird eingerichtet

Dem Wettbewerb vorgeschaltet ist die Beteiligung der Bürger. „So haben wir es auch mit dem Wettbewerb für den Bürgercampus gehalten und damit gute Erfahrungen gemacht“, verweist Gantefort auf die virtuelle Beteiligungsplattform, die im Juni und Juli auf der Internetseite der Stadt Ahlen für vier Wochen freigeschaltet war. Öffentliche Bürgerversammlungen und Workshops ließen sich zurzeit coronabedingt nicht sinnvoll durchführen, so dass das digitale Format eine praktikable und niederschwellige Alternative sei. Die Online-Plattform wird drei Wochen lang zugänglich sein. „Die Onlineaktion beginnt am Samstag, 8. August, und dauert bis zum Samstag, 29. August“, kündigt Ganteforts Kollege, Stadtplaner Dennis Thiele, an.

Die Plattform wird sowohl über die städtische Homepage www.ahlen.de als auch über die Ahlen-App zu erreichen sein. Was erwartet dort die interessierten Bürger? „Neben Informationen zum Wettbewerbsverfahren wird es zentral um eine interaktive Ideenkarte gehen, auf der Wünsche und Anregungen eingetragen, verortet und erläutert werden können“, erklärt Thiele. Für alle Unentschlossenen bestehe die Möglichkeit, sich über ein Ideen-Barometer, die aktuell besonders positiv oder negativ bewerteten Vorschläge anzeigen zu lassen, um der Diskussion besser folgen und daran teilnehmen zu können. Zudem könne sich jeder über ein sogenanntes Ideen-Roulette mit zufällig aufgerufenen Themen und Diskussionspunkten beschäftigen.

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