Kommunalwahl 2020 in NRW: Ahlen
BM-Kandidat Heinrich Artmann stellte Wahlprogramm vor

Ahlen -

Viele Themenfelder in der Innenstadt und besondere Schwerpunkte in den Ortsteilen: Heinrich Artmann, Vorsitzender der Freien Wählergemeinschaft Ahlen (FWG) und zugleich Bürgermeisterkandidat, stellte sein Programm zur Kommunalwahl vor.

Mittwoch, 12.08.2020, 15:58 Uhr
FWG-Vorsitzender Heinrich Artmann präsentierte im privaten Garten vor Mitgliedern und Gästen sein Wahlprogramm. Ehefrau Beate und Tochter Anna achteten dabei sorgsam auf die Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln. Viel Lob gab‘s für die von Thomas Opfermann gestalteten Flyer.
FWG-Vorsitzender Heinrich Artmann präsentierte im privaten Garten vor Mitgliedern und Gästen sein Wahlprogramm. Ehefrau Beate und Tochter Anna achteten dabei sorgsam auf die Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln. Viel Lob gab‘s für die von Thomas Opfermann gestalteten Flyer. Foto: Christian Wolff

Ein breites Themenspektrum, mit dem sich die Freie Wählergemeinschaft Ahlen (FWG) in den kommenden Wochen und Monaten noch intensiver beschäftigen will, präsentierte Heinrich Artmann , der bei der anstehenden Kommunalwahl auch als Bürgermeisterkandidat antritt , am Dienstagabend. Um den aktuellen Abstands- und Hygieneregeln gerecht zu werden und zugleich möglichst viele seiner Mitstreiter zu erreichen, hatte der Vorsitzende in seine „grüne Oase“ nach Dolberg eingeladen.

Zunächst richtete Artmann den Blick auf die ehemalige Bodelschwinghschule. „Das Gebäude muss wieder eine sinnvolle Nutzung bekommen und wäre prädestiniert für eine Flüchtlingseinrichtung“, sagte er. „Die Integration kann nur funktionieren, wenn die Geflüchteten zen­trumsnah untergebracht werden.“ Er habe sich mit ehrenamtlichen Helfern, dem Integrationsrat und den Geflüchteten selbst unterhalten. „Sie alle sehen das so.“

Einheimische bei Bauplätzen mehr berücksichtigen

Unverhältnismäßigkeit sieht der FWG-Chef beim Thema Bauplätze: „Es darf nicht länger hingenommen werden, dass Bauwillige keine Grundstücke in Ahlen bekommen können und nach Sendenhorst und Drensteinfurt abwandern.“ Bei der Vergabe von städtischen Wohnbaugrundstücken müssten Regelungen getroffen werden, die Einheimische bevorzugen.

Die Planungen für Bürgerforum und Rathaus sieht Heinrich Artmann positiv. Aber: „Vor einem Baubeschluss des Bürgerforums müssen die finanziellen Auswirkungen auf die Stadtkasse klar ermittelt werden. Steuererhöhungen wegen des Betriebs einer neuen Stadthalle lehnen wir ab.“ In diesem Zusammenhang warf er die Frage auf, warum sich der Kreis Warendorf nicht an einem Veranstaltungszen­trum beteilige. „Diese Stadthalle hat einen großen Einzugsbereich. Ahlen ist das kulturelle Zentrum des Kreises und muss im Kreis selbstbewusster auftreten. Warendorfer und Telgter fühlen sich eh fast zu Münster gehörig und schauen oft auf uns herab wie Schmuddelkinder.“

Schilderwald in Ahlen entzerren

Das Engagement der Wersestadt in Sachen Fahrradfreundlichkeit lobte Artmann ausdrücklich, auch wenn es sicher noch Nachbesserungsbedarf gebe. Parallel dazu sei ein Parkleitsystem nötig, um den weiterhin vorhandenen Verkehr sinnvoll und umweltgerecht zu steuern. „Nicht nur Auswärtige haben Probleme, Parkplätze in der Innenstadt zu finden. Dies muss im Interesse unserer Kaufleute verbessert werden.“ Der Schilderwald in Ahlen müsse auch deswegen gelichtet werden. „Schon seit Jahren stehen zu viele Verkehrszeichen an unseren Straßen. Sie überfordern und verwirren die Verkehrsteilnehmer.“

Der Rückkauf des Stadtwerke-Anteils von Bielefeld sei in den nächsten Jahren vertraglich möglich und werde von ihm forciert, kündigte Artmann an. „Die jetzigen Bewertungen und niedrigen Kreditzinsen bieten interessante Möglichkeiten, die Ahlen nutzen muss.“

Ortsausschüsse müssen gestärkt werden

Ein flammendes Plädoyer für die eigene Identität der Ortsteile Dolberg und Vorhelm hielt Heinrich Artmann im zweiten Teil seiner Ausführungen. „Lokale Entscheidungen müssen in den Ortsauschüssen und im Bauerschaftsbeirat getroffen werden.“ Es gebe leider immer wieder Bestrebungen, diese Gremien zu schwächen. „Dabei sitzen dort diejenigen, die sich in ihrem Ortsteil am besten auskennen.“ Darüber hinaus will er sich dafür einsetzen, dass junge Menschen nach Discobesuchen an Wochenenden in Münster gefahrlos mit dem Öffentlichen Personennahverkehr nach Ahlen, Vorhelm und Dolberg gelangen können. „Es muss überprüft werden, ob in naher Zukunft mit einem Bürgerbus, mit ehrenamtlichen Fahrern und Organisatoren die Verbindungen zur Innenstadt wesentlich verbessert können.“ Heinrich Artmann erinnerte auch daran, wie viele Spielgeräte früher in der City standen – vor allem im Bereich der Fußgängerzone. Leider seien diese nach und nach abgebaut worden. „Städte mit spielenden Kindern ziehen Menschen an und die Verweilzeit der Besucher wird damit erheblich verlängert.“

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