Gruppe „Ich teile auch in Krisen“ beim Bürgermeister
„Es hat keinen von uns arm gemacht“

Ahlen -

Michaela Schumacher gründete mitten im Corona-Lockdown die Gruppe „Ich teile auch in Krisen“. Inzwischen ist daraus eine Gemeinschaft geworden, die viel Positives aus der Krise zieht.

Mittwoch, 12.08.2020, 19:57 Uhr aktualisiert: 18.08.2020, 09:18 Uhr
Sandra Kreutz, Tina Sontowski, Thorsten Wißmann und Verena Rausch von der Gruppe „Ich teile auch in Krisen“ überreichten dem Personalratsvorsitzenden Jörg Adomat und Bürgermeister Dr. Alexander Berger (v.l.) ein großes Dankeschön-Plakat.
Sandra Kreutz, Tina Sontowski, Thorsten Wißmann und Verena Rausch von der Gruppe „Ich teile auch in Krisen“ überreichten dem Personalratsvorsitzenden Jörg Adomat und Bürgermeister Dr. Alexander Berger (v.l.) ein großes Dankeschön-Plakat. Foto: Christian Wolff

Eigentlich ist es meist der Bürgermeister, der andere Menschen überrascht oder beschenkt. Diesmal war es umgekehrt: Eine Abordnung der Gruppe „Ich teile auch in Krisen“, die längst nicht mehr nur innerhalb des sozialen Netzwerks „Facebook“ aktiv ist, besuchte Dr. Alexander Berger am Dienstagnachmittag im Alten Rathaus.

Auf einem großen Plakat mit Texten und Bildern hatte der „harte Kern“ um Gruppengründerin Michaela Schumacher zusammengestellt, was diese bunt gemischte Gemeinschaft seit Beginn der Coronakrise so alles bewerkstelligt hat. „Leider konnten nicht alle Aktionen auf Bildern gezeigt werden, denn wir wollten von jedem eine Einverständniserklärung einholen, bevor wir ihn auf dem Plakat verewigten“, erklärte Sandra Kreutz. Komplizierte Zeiten – auch ohne Corona.

Schautafel soll Nachahmer animieren

Tina Sontowski bat das Stadtoberhaupt, die Schautafel an einer belebten Stelle innerhalb der Verwaltung aufzuhängen, um das bürgerschaftliche Engagement sichtbar zu machen und Nachahmer zu motivieren. Die Gruppe „Ich teile auch in Krisen“ will nämlich weitermachen, auch wenn viele Einschränkungen des kompletten „Lockdowns“ inzwischen wieder gelockert worden sind.

Die Kontaktbeschränkungen der ersten Pandemiephase ließen jedenfalls die Kreativität vieler Ahlener wachsen. „Es begann mit simplen Einkaufshilfen. Wenn jemand schrieb, dass ihm etwas fehlt, schaute der nächste, ob er es entbehren oder besorgen kann“, erklärte Thorsten Wißmann. „Später ging es auch darum, Kindern eine Freude zu machen, die ihre Geburtstage oder Kommunionen nicht feiern konnten.“ Aufmunternde Briefe an Senioren, die einsame Tage und Wochen ohne Besuch erleben mussten, hätten ebenfalls dazu gehört. Letztlich seien, aufgrund der wachsenden Gemeinschaft von inzwischen fast 1000 Mitgliedern, auch größere Maßnahmen wie Spendenaktionen fürs Tierheim oder zugunsten der Pony-Station, ein „Würstchen-Drive-In“ oder Besuche des „Osterhasen“ ermöglicht worden. Ganz stolz war Noel Rausch: Der Schüler lief für den guten Zweck und brachte dadurch 500 Euro zusammen. „Man kann das alles kaum aufzählen“, so Verena Rausch.

Motto: „Helfen macht Spaß“

„Diese dankbaren Augen“ nennt Wißmann als Grund, warum auch er weitermachen will. „Es hat keinen von uns arm gemacht. Wir haben gemerkt, wie einfach es ist, zu helfen.“ Sandra Kreutz hofft, dass sich die Ahlener auch in besseren Zeiten daran erinnern. „Helfen macht Spaß und wir haben viele Menschen kennengelernt, denen wir sonst nie begegnet wären.“ Selbst Jugendliche, denen oft Egoismus und Ignoranz vorgeworfen werde, hätten sich stark eingebracht. Nicht zuletzt decke die Gruppe alle Altersklassen und sozialen Schichten ab.

Der Bürgermeister ist überzeugt: „Was Sie tun, ist auch eine Art Krisenbewältigung.“ Gemeinsam mit Personalratsvorsitzendem Jörg Adomat bedankte sich Dr. Alexander Berger für die uneigennützige Initiative und lud die Gruppenabordnung zu Kaffee und Kuchen ein.

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