Gedenkfeier am Tag des Mauerbaus
Teil der Erinnerungskultur

Ahlen -

Am 13. August 1961 begann die Deutsche Demokratische Republik (DDR) mit der Abriegelung ihres Territoriums inklusive Ost-Berlins. An dieses Ereignis erinnerte das Europäische Senioren-Netzwerk Ahlen zum Stichtag.

Freitag, 14.08.2020, 14:10 Uhr aktualisiert: 14.08.2020, 17:30 Uhr
Mit einem Blumengesteck erinnerten Mitglieder des Europäischen Senioren-Netzwerks Ahlen am 13. August an den Bau der Mauer, die Ost und West bis 1989 teilte. Seit 2016 steht an der Dolberger Straße ein originales Mauersegment – ein Geschenk aus Teltow.
Mit einem Blumengesteck erinnerten Mitglieder des Europäischen Senioren-Netzwerks Ahlen am 13. August an den Bau der Mauer, die Ost und West bis 1989 teilte. Seit 2016 steht an der Dolberger Straße ein originales Mauersegment – ein Geschenk aus Teltow. Foto: Christian Wolff

Seit dem Jahr 2016 steht ein Mauersegment – ein Geschenk der Stadt Teltow an die Bürger der Stadt Ahlen – an der Dolberger Straße. Seither legen Mitglieder des Europäischen Senioren-Netzwerks Ahlen („Esna“) Jahr für Jahr am Tag des Mauerbaus Blumengestecke an diesem Mauersegment ab.

Leifeld : „Tag darf nicht in Vergessenheit geraten“

„Dieser Tag darf nicht in Vergessenheit geraten, so wie es leider schon mit dem 17. Juni passiert ist“, sagte Gerd „Mocca“ Leifeld, einer der Teilnehmer der kleinen Gedenkveranstaltung am Donnerstagmorgen. „Die jüngste deutsche Geschichte ist durch Aufstand, Mauerbau und Mauerfall nachhaltig geprägt und muss daher ein fester Teil der Erinnerungskultur sein.“

Leifeld,den viele Ahlener noch aus seiner aktiven Zeit im Blumenfachgeschäft an der Rottmannstraße kennen, hatte eigens für diesen Anlass ein Blumengesteck geschaffen. Mechthild Massin verlas eine Erklärung der Bundesregierung zum Stichtag, der im kommenden Jahr sein 60-Jähriges begeht. Zu diesem Termin sei bereits einiges in Planung, sagte sie.

DDR-Bevölkerung war vermeintlich abgelenkt

Zur Erinnerung: In der Nacht zu Sonntag, 13. August 1961, erteilte SED-Chef Walter Ulbricht den Befehl zur Abriegelung der damaligen Sektorengrenze. Die Einsatzleitung oblag Politbüro-Mitglied Erich Honecker, dem späteren Staatsratsvorsitzenden. Die Bevölkerung, so hoffte die DDR damals, war abgelenkt durch das Wochenende. Mehr als 10 000 Volks- und Grenzpolizisten, unterstützt von einigen tausend Kampfgruppen-Mitgliedern, rissen am frühen Morgen mitten in Berlin das Straßenpflaster auf, errichteten aus Asphaltstücken und Pflastersteinen Barrikaden, rammten Betonpfähle ein und zogen Stacheldrahtverhaue. Mit Ausnahme von 13 Kontrollpunkten riegelten sie alle Sektorenübergänge ab. Es war der Beginn einer Teilung, die viele deutsche Familien über Jahrzehnte auseinanderriss.

Nur noch wenige Relikte der Teilung

Mit dem Mauerfall am 9. November 1989 und nach der Wiedervereinigung Deutschlands am 3. Oktober 1990 verschwanden viele Relikte der Teilung. In vielen Städten sind zumindest jene einzelne Segmente als Mahnmal geblieben. So auch in Ahlen, wo neben dem Objekt an der Dolberger Straße auch eines in der Kaserne zu finden ist.

Nahezu zeitgleich mit der Ahlener Gedenkstunde fand in der Partnerstadt Teltow eine Gedenkveranstaltung zum 59. Jahrestag des Mauerbaus statt, bei der Bürgermeister Thomas Schmidt die Gedenkrede hielt.

Durch die Neugestaltung der Fläche zwischen Friedrich-Ebert-Halle und Berliner Park entstand ein „Platz der Städtefreundschaft“, auf dem neben dem Mauersegment auch weitere Objekte einen festen Platz gefunden haben, die mit den Ahlener Partnerstädten in Verbindung stehen.

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