Familienbildungsstätte startet in den Vollbetrieb
Bereit fürs „normale“ Kursleben

Ahlen -

Lars Koenig, Leiter der Familienbildungsstätte an der Klosterstraße, und sein Team sind gespannt: Am heutigen Montag startet die Einrichtung nämlich wieder in den Vollbetrieb.

Sonntag, 23.08.2020, 20:03 Uhr aktualisiert: 27.08.2020, 08:49 Uhr
Das Team freut sich auf den Vollbetrieb, der heute startet: Lars Koenig, Marie-Luise Diekemper, Bernadette Rentmeister, Jutta Pöpsel und Brigitte Wieland.
Das Team freut sich auf den Vollbetrieb, der heute startet: Lars Koenig, Marie-Luise Diekemper, Bernadette Rentmeister, Jutta Pöpsel und Brigitte Wieland. Foto: Sabine Tegeler

Ab und zu läuft einer rein, der‘s vergessen hat. „Dann müssen wir schon mal freundlich drauf hinweisen: Setzen Sie bitte Ihre Maske auf?“ Aber größere Verstöße oder Maulereien gegen die aktuelle Coronaschutzverordnung? Nein, die hat Brigitte Wieland ebenso wenig festgestellt wie ihre Kolleginnen Jutta Pöpsel und Bernadette Rentmeister. Und auch ihr Chef Lars Koe­nig kann nur loben: Alle, die jetzt in die Familienbildungsstätte ( FBS ) an der Klosterstraße kommen, sind eigentlich nur froh, dass es wieder Angebote gibt. Dass Vorträge und Kurse stattfinden. Dass auf diesem Weg auch ein bisschen Geselligkeit möglich ist.

Jeder entscheidet für sich

Der heutige Montag ist der erste Tag im Vollbetrieb in der Bildungsstätte. Guter Anlass fürs Team, einzuladen und eventuelle Sorgen zu nehmen.

„Es gibt nur ein Richtig“, sagt zum Beispiel Bernadette Rentmeister, die in der FBS unter anderem für den Sportbereich zuständig ist. Richtig sei, die Angebote jetzt wieder wahrzunehmen. Richtig sei aber auch, zu Hause zu bleiben, wenn man sich noch nicht traut.

FBS-Leiter Lars Koenig verweist auf die größtmögliche Transparenz, die den Kursteilnehmern gegeben wird: „Wir haben alle angeschrieben und die jeweiligen Bedingungen dargestellt“, sagt er. Wer beim Zumba hüpfen will, hat ein entsprechendes Schreiben für den Sportbereich bekommen, Mütter und Väter ein auf die Eltern-Kind-Gruppen abgestimmtes.

Wir haben dafür einige Kurse gesplittet.

Bernadette Rentmeister

Apropos Abstimmung: Die sei auch mit allen Dozentinnen und Dozenten akribisch gelaufen. Zusammen entwickelte man ein Raumkonzept, besprach die Abläufe. Und nun „entscheiden die Teilnehmer, ob sie sich einlassen möchten“, so Lars­ Koenig.

In den einzelnen Kursen gelte eine reduzierte Teilnehmerzahl, erklärt Jutta Pöpsel, die den Fachbereich der Eltern-Kind-Angebote, Kidix- und Pekip-Gruppen verantwortet. „Wir haben dafür einige Kurse gesplittet“, fügt Bernadette Rentmeister hinzu: „Dann statt einmal 60 Minuten zweimal 45. Die Dozenten waren auch dabei sehr kooperationsbereit.“

Die Verschiebung von Anfangszeiten, so Lars Koenig, habe zusätzlich Lücken geschaffen, die wiederum die Begegnung vieler Menschen auf den Gängen vermeiden. Und dass immer wieder ausreichend gelüftet werde, sei ja selbstverständlich.

Jutta Pöpsel blickt auf die kommenden Wochen: „Wir gehen jetzt in den vollen Kursbetrieb. Wie das in der Praxis funktioniert, sehen wir dann.“ Sicher müsse hier und da auch noch einmal nachjustiert werden.

Das schließt der FBS-Leiter auch nicht aus: „Plötzlich ergeben sich ganz praktische Fragen, an die keiner vorher gedacht hat“, weiß Lars Koenig, dass kaum ein theoretisches Konzept die Praxis eins zu eins übersteht.

Kein IFF mehr in diesem Jahr

Aber nicht alle Veranstaltungen, die in der Familienbildungsstätte verortet sind, können auch wirklich stattfinden: Das Internationale Frauenfrühstück zum Beispiel wird es in diesem Jahr nicht mehr geben. „Schade“, sagt Initiatorin Brigitte Wieland, „aber wir haben da eine Verantwortung.“

Dafür kann aber die im Frühjahr ausgefallene „Ahlen fairführt“-Stadtführung nachgeholt werden. Und Jutta Pöpsel ist bereits im Gespräch mit einigen Familienzentren, ob nicht vielleicht Kita-Veranstaltungen in das Haus an der Klosterstraße verlegt werden können. Denn in den Kitas bleiben zurzeit die Türen für Eltern und Besucher noch geschlossen. In der FBS aber ist viel Platz, so dass beispielsweise Vorträge mit begrenzter Teilnehmerzahl wunderbar funktionieren.

Fest steht, so Brigitte Wieland: „Wir müssen immer wieder jeden Kurs anpacken und die Gegebenheiten abklären.“ Lars Koenig stimmt zu: „Wir bleiben von Woche zu Woche dran und nehmen auch die Teilnehmer mit in die Verantwortung.“ Jeder, der Fragen oder Anregungen habe, solle sich gerne an das Team der Bildungsstätte wenden.

Wir bleiben von Woche zu Woche dran und nehmen auch die Teilnehmer mit in die Verantwortung.

Lars Koenig

Das freut sich über Resonanz. Und auch über die Rückmeldungen aus der Coronazeit. „Das Milch-Café für Eltern mit Babys ist ja die ganze Zeit über gelaufen. Und das war den jungen Müttern so wichtig, weil ja alle anderen Kontakte regelrecht eingefroren waren“, blickt Jutta Pöpsel auf die Wochen vor den Sommerferien zurück. Wo sonst hätten die frischgebackenen Eltern denn ihre Fragen loswerden können? „Die Eltern brauchen den Austausch. Und die Kinder den sozialen Kontakt.“

Wie kreativ auch die Kursleitungen in der Zeit gewesen seien, berichtet Bernadette Rentmeister: „Sport gab‘s draußen am Parkbad. Und einen Zumbakurs hier bei uns im FBS-Garten.“ Die Fachbereichsleiterin Sport ist froh, dass es auch gerade in ihrer Sparte wieder voll losgeht: „Denn gerade für Ältere oder für Osteoporosebetroffene war es geradezu Gift, sich so lange nicht zu bewegen.“

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