Diskussion um Stellplätze
Ersatz für Kindergarten „Milchzahn“ am Stegerwaldplatz

Ahlen -

Nicht nur neuer Wohnraum wird am Stegerwaldplatz geschaffen. Dort soll auch ein neuer Kindergarten gebaut werden, teilte die Stadt im Bauausschuss mit.

Donnerstag, 03.09.2020, 12:30 Uhr aktualisiert: 03.09.2020, 17:50 Uhr
Um den charakteristischen Anger des Stegerwaldplatzes wird neben der von „Vivawest“ vorgesehenen Neubebauung auch ein Kindergarten geplant.
Um den charakteristischen Anger des Stegerwaldplatzes wird neben der von „Vivawest“ vorgesehenen Neubebauung auch ein Kindergarten geplant. Foto: Stadt Ahlen

17 Jahre lang lag die Fläche am Stegerwaldplatz brach. Die ehemals denkmalgeschützte Bergarbeitersiedlung zwischen Otto-Hue-Straße und Am Röteringshof wurde 2001 trotz öffentlicher Proteste in weiten Teilen zum Abbruch freigegeben. 2003 rückten die Bagger an.

Öffentliche Auslegung der Pläne folgt

Jetzt wurde im Stadtplanungs- und Bauausschuss der Bebauungsplan für die Neunutzung des Areals mit einer Enthaltung auf den Weg gebracht. Eine öffentliche Auslegung der Pläne folgt. Der Grundriss der Siedlung soll aufgenommen, der alte Anger erhalten und die ausgedehnten Grünflächen weitgehend ungestört belassen werden, wie Stadtplaner Markus Gantefort erläuterte.

Die denkmalgeschützten Häuser an der Otto-Hue-Straße, hier eine historische Aufnahme, wurden 2003 in weiten Teilen abgerissen.

Die denkmalgeschützten Häuser an der Otto-Hue-Straße, hier eine historische Aufnahme, wurden 2003 in weiten Teilen abgerissen. Foto: Archiv

Im Jahr 2018 stellte „Vivawest Wohnen“ die Neuplanung eines Gesamtkonzepts vor. Der Bereich der Otto-Hue-Straße wird dabei durch drei Mehrfamilienwohnhäuser straßenbegleitend überplant. Im Bereich des Stegerwaldplatzes sind in Teilbereichen Doppelhaustypen geplant. Die Wohnbauvorhaben an der Otto-Hue-Straße befinden sich außerhalb des rechtskräftigen Bebauungsplans 93 und wurden bereits genehmigt.

Die Konzeption des Stegerwaldplatzes wurde einvernehmlich zwischen der Stadt Ahlen und „Vivawest“ weiterentwickelt und um einen im Ahlener Süden erforderlichen Kindergarten-Standort als Ersatz für die Einrichtung „Milchzahn“ ergänzt. Dieser soll laut Gantefort sechs Gruppen umfassen.

Pähler-Paul: Autofreie Siedlung erstrebenswert

Petra Pähler-Paul (Grüne) hielt die Kindergarten-Fläche mit 2600 Quadratmetern jedoch für unzureichend. „Sie ist sicher so groß wie rechtlich gefordert, aber nicht großzügig.“ Außerdem hielt sie es für unangemessen, auf den Grundstücken Stellplätze für Autos zu schaffen, während an anderer Stelle über Reduzierung des Fahrzeugverkehrs gestritten werde. Eine autofreie Siedlung sei erstrebenswert.

Erhard Richard (CDU) konterte: „Einen Zielkonflikt sehe ich nicht. Menschen, die irgendwo wohnen, müssen auch die Möglichkeit haben, auf ihrem Grundstück zu parken.“ Gerade das nehme den Parkdruck aus dem öffentlichen Raum. Pähler-Paul enthielt sich letztlich bei der Abstimmung.

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