Aktion für Haus Holtermann
Unbekannter nahm das erste Banner ab

Ahlen -

Der weitere Verfall des prächtigen Jugendstil-Kaufhauses Holtermann am Marktplatz soll gestoppt werden. Aber wie? Eine Gruppe von Aktivisten macht in jüngster Zeit immer wieder auf den Stillstand aufmerksam.

Sonntag, 20.09.2020, 18:10 Uhr aktualisiert: 21.09.2020, 11:34 Uhr
Nicht am Haus Holtermann selbst, sondern nebenan – über der ehemaligen Gaststätte Westhölter – brachten Aktivisten ein zweites mahnendes Banner an.
Nicht am Haus Holtermann selbst, sondern nebenan – über der ehemaligen Gaststätte Westhölter – brachten Aktivisten ein zweites mahnendes Banner an. Foto: Christian Wolff / Lisa Voß-Loermann

Sie geben nicht auf, die Aktivisten, die sich für den Fortbestand des denkmalgeschützten Jugendstilhauses am Ahlener Marktplatz einsetzen. Am Samstagnachmittag haben sie in einer schnellen, von Passanten fast unbemerkten Aktion ein neues Banner mit der Aufschrift „Dieses Haus will leben“ am Marktplatz angebracht.

Nicht das Haus Holtermann selbst war diesmal das Ziel der Anbringungsaktion, sondern direkt nebenan das frühere Westhöltersche Haus. Denn die um das Denkmal besorgten Bürger haben gelernt aus den Ereignissen des 2. und 3. September.

Guter Wille ad absurdum geführt?

Vor gut zwei Wochen hatten sie in einer nächtlichen Aktion (wir berichteten) ein nahezu gleiches Banner am Scherengitter unterhalb der bröckelnden Holtermann-Fassade angebracht. Da mehr als fünf Jahre nach der Versteigerung des früher prachtvollen Wohn- und Geschäftshauses keine Renovierung stattgefunden hat, und es weiter zu befürchten steht, dass das einstige architektonische Kleinod an herausragender Stelle der Ahlener Innenstadt weiter dem Verfall preisgegeben und irgendwann abgerissen wird, wollten sie aufrütteln.

Nicht einmal 24 Stunden jedoch hatte das Banner an seinem Platz ein Handeln angemahnt. Gegen 22.30 Uhr am Abend des 3. September hatte jemand die Folie vom Eingang der Immobilie entfernt. Ist der gute Wille damit ad absurdum geführt und gescheitert? Nein, das wollen die Aktivisten nicht so stehen lassen. „Facebook“ und „Instagram“ verewigen die Aktion auf der Seite „hausholtermann“ ebenso, wie das Entfernen des Banners. Ein aufmerksamer Passant hatte es bemerkt und mit seinem Smartphone gefilmt.

Seit Jahren ungenutzt: Haus Holtermann am Markt.

Seit Jahren ungenutzt: Haus Holtermann am Markt. Foto: Christian Wolff

Nun gibt es ein zweites Banner in Pink. Es hängt aus dem ersten Stock an der Fassade der früheren Westhölter-Gaststätte und verlangt wie das erste: „Dieses Haus will leben“. Der Verweis auf Artikel 14, Absatz 2, des Grundgesetzes mit dem Wortlaut „Eigentum verpflichtet“ fehlt ebenso wenig wie beim Original. Und da Banner 2 nun mal nicht mehr am Haus Holtermann befestigt ist, weist ein Pfeil an der oberen linken Ecke in Richtung der vernachlässigten Immobilie. Die Aktion, darauf weisen die Aktivisten ausdrücklich hin, ist mit Erlaubnis sowohl des Eigentümers als auch des Mieters der Nachbarimmobilie erfolgt. Denn auch die Anwohner am Markt der Stadt Ahlen haben ein lebhaftes Interesse daran, dass Haus Holtermann vom Schandfleck zum Schmuckstück wird und die Innenstadt damit aufgewertet wird.

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