Zur Kirmes in den Freizeitpark Ahlen
Mandelduft zieht durch die Maske

Ahlen -

Das Corona-Konzept für den Freizeitpark Ahlen steht – mit einer entscheidenden Korrektur: Jetzt dürfen nur noch 850 Besucher zeitgleich auf den Ahlener Kirmesplatz. Zunächst sollten es 1000 sein. Verdoppelt haben sich in diesem Herbst die Spieltage – auf zehn.

Montag, 21.09.2020, 19:11 Uhr aktualisiert: 22.09.2020, 10:31 Uhr
Der Twister kehrt zurück und füllt die Lücke des Riesenrads.
Der Twister kehrt zurück und füllt die Lücke des Riesenrads. Foto: Ulrich Gösmann

Schafft es frischer Mandelduft auch durch die Maske? Besucher des Freizeitparks Ahlen haben ganze zehn Tage Gelegenheit, das für sich zu testen. Kirmesluft lässt sich zwischen dem 2. und 11. Oktober für kleine Genussmomente aber auch ohne Mund- und Nasenschutz genießen, wenn denn auf großer Rummelrunde Abstände eingehalten werden.

Korrektur im Corona-Konzept: Die Stadt Ahlen hat die Zahl der Besucher, die sich zeitgleich auf dem 14 000 Quadratmeter großen Dr.-Paul-Rosenbaum-Platz aufhalten dürfen, von 1000 auf 850 nach unten korrigiert. „Wir könnten ein paar mehr drauf lassen“, sagt Ga­briele Hoffmann , Leiterin der Rechts- und Ordnungsabteilung, bei der Vorstellung der Schutzmaßnahmen am Montagnachmittag im Rathaus. Aber um ganz sicher zu gehen, sei nach unten abgerundet worden. Pro Gast sind in der Berechnung sieben Quadratmeter reserviert. Mit in die Gesamtrechnung fließen Einzelberechnungen für jedes Fahrgeschäft und jede Kirmesbude.

Gabriele Hoffmann, Dietmar Kisolowski und Michael Göttfert stimmen auf den zehntägigen Kirmesspaß unter Corona-Schutzmaßnahmen ein.

Gabriele Hoffmann, Dietmar Kisolowski und Michael Göttfert stimmen auf den zehntägigen Kirmesspaß unter Corona-Schutzmaßnahmen ein. Foto: Ulrich Gösmann

Um die Besucherströme kontrollieren zu können, wird der Dr.-Paul-Rosenbaum-Platz komplett umzäunt. Die Ein- und Ausgänge befinden sich an der Rottmannstraße, Notausgänge gegenüber an der Ostbredenstraße. Sollte die Maximalzahl erreicht sein, gilt: „Erst, wenn jemand raus ist, darf jemand wieder rein“, erklärt Gabriele Hoffmann. Neuzugänge füllen ein Formular aus – und zahlen einen Euro Eintritt, mit dem die 11 000 Euro Zusatzkosten für Sicherheitsdienst, Einzäunungen und Brandschutzgutachten wieder eingespielt werden sollen. Positiv wirkt sich der Wegfall des Höhenfeuerwerks in der Endabrechnung aus. Junge Kirmesbesucher, die unter 90 Zentimeter groß sind, haben freien Eintritt. Hoffmann augenzwinkernd: „Flache Schuhe anziehen könnte bei den Knirpsen helfen.“

Sie haben die Möglichkeit, weniger Gäste in eine Gondel zu lassen.

Dietmar Kisolowski

Vor und in den Fahrgeschäften gilt die Maskenpflicht. In den Gängen kann der Mund- und Nasenschutz abgesetzt werden, wenn der Mindestabstand eingehalten wird. Schausteller positionieren sich auf der Innenseite weiter zur Platzmitte. Dadurch verbreitern sich die Gänge um zwei auf acht Meter.

Bei der Umsetzung der Hygieneschutzmaßnahmen gehen die Schausteller mit gutem Beispiel voran: „Sie haben die Möglichkeit, weniger Gäste in eine Gondel zu lassen“, konkretisiert Marktmeister Dietmar Kisolowski. Selbstredend werde nach jeder Fahrt einmal durchdesinfiziert. Und – so läuft‘s seit jeher im Phantasialand: Schlangen werden zickzack durch einen (Flatterband-)Parcours gelenkt, um auch hier mit System zu kanalisieren.

„Jet Lag“: Premiere und Hauptattraktion

Mit 63 Schaustellern fehlen dem Freizeitpark Ahlen nur fünf bis zur alten Kirmesstärke. Ein Großteil der Stammbeschicker ist wieder an vertrauter Stelle zu finden. Attraktion ist diesmal der Wirbelwind „Jet Lag“.
Das Geisterhaus lässt auf dem Zwischengang gruseln. Gegenüber kündigt sich mit Kaisers Twister eine Familienachterbahn an, auf der sich die Gondeln drehen. Ein zweiter Twister ähnelt dem „Hollywood-Star“. Er war bereits im Jahr 2017 am Platz und füllt kurzfristig die Lücke, die die Absage des Riesenrads gerissen hat. Ein Standort in Bayern schien attraktiver.
Geöffnet hat der Herbstrummel täglich von 15 bis 22 Uhr, an den Feiertagen schon ab zwölf Uhr.

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An den Verzehrständen sorgen Plexiglasscheiben für Abstand. Dort, wo sie fehlen, geht‘s mit dem schnellen Imbiss weiter zur nächsten Verweilzone, in der Stehtische auf Distanz angeordnet sind.

„Der Abstand zwischen den Geschäften ist nicht das Kritische. Wir müssen sehen, dass der Abstand zwischen den Leuten passt“, ruft Michael Göttfert, Gruppenleiter Recht und Ordnung, zum Mitmachen auf. Ob die bundesweit steigenden Infektionszahlen noch einen Strich durch das Projekt Freizeitpark Ahlen machen können? „Schwer zu beurteilen“, antwortet Göttfert. Ga­briele Hoffmann schließt: „Ich hoffe nicht.“

So eng darf es nicht werden.

So eng darf es nicht werden. Foto: Ulrich Gösmann

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