100 Demonstranten radeln fürs Klima
„Familie sucht bewohnbare Erde“

Ahlen -

Mit rund 100 Aktiven beteiligten sich in Ahlen doppelt so viele Aktivisten an der Fahrraddemo zum weltweiten Klimaaktionstag, wie erwartet.

Samstag, 26.09.2020, 12:41 Uhr aktualisiert: 26.09.2020, 13:31 Uhr
100 Prozent Muskelkraft als Hingucker: Das knallgelbe Velomobil war nach dem Motto „Klimaschutz macht fit und macht Spaß!“.
100 Prozent Muskelkraft als Hingucker: Das knallgelbe Velomobil war nach dem Motto „Klimaschutz macht fit und macht Spaß!“. Foto: Ralf Steinhorst

Die Klimaschutzbewegung ist wieder offline! Heißt, sie ist aus ihrer pandemisch notgedrungen digitalen Zurückgezogenheit auf die Straße zurückgekehrt. Am Freitag zum weltweiten Klimaaktionstag, auch in Ahlen. In der Wersestadt hatten die Aktivisten von „Parents For Future“ (PFF) und „Fridays For Future“ (FFF) am späten Nachmittag zur Teilnahme an einer Fahrraddemo durch die Innenstadt aufgerufen, um wieder sichtbar Flagge für die Klimarettung zu zeigen.

Es war der inzwischen sechste globale Klimastreik, dieses Mal stand er unter der weltweiten Losung „Kein Grad weiter“. Monatelang hatte die Corona-Pandemie die Klimaschützer lahmgelegt, zumindest was ihre öffentlichen Auftritte anging. Der Frust war ihnen unterschwellig anzumerken, denn das Fortschreiten der Erderwärmung macht durch die Pandemie ja keine Pause. Sowohl die Mitglieder von PFP und PPP scharrten schon seit Wochen mit den Hufen.

Fahrraddemo fürs Klima

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  • Foto: Ralf Steinhorst
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„Vielleicht sollten wir uns in ‚People For Future‘ umbenennen“, freute sich PFF-Mitorganisatorin Karin Arrenberg auf die gute Zusammenarbeit mit den FFF-Aktivisten. Lange habe man bei PFF danach gesucht, wie man öffentlich wieder mehr Aufmerksamkeit für die Klimasituation erreichen könne. „Die ganze Situation macht ohnmächtig, wenn man nichts tut“, war Karin Arrenberg froh, mit der Fahrraddemo wieder Akzente setzen zu können. Schließlich sei es wichtig zu zeigen, dass es PFF und FFF noch gebe. Wobei am Freitag die „Parents“ die Vorreiterschaft der Organisation übernommen hatten und sich die jüngere Generation der FFF-Bewegung sich anschloss.

Selbst aus den Nachbarstädten sind einige mit dem Fahrrad gekommen.

Ludger Bruns

„Wegen Corona und Abi hatten wir nicht so viel Zeit“, entschuldigte FFF-Aktivist Lasse Meiwes, dass es in FFF-Kreisen in den vergangenen Monaten ruhiger zuging. Aber auch dort gab es zuletzt Überlegungen, wieder aktiv zu werden. Der Weltklimatag kam da wie gerufen.

Erfolgreich, wie sich dann zeigte. PFF-Mitorganisator Ludger Bruns hatte auf mindestens 50 Teilnehmer gehofft, es waren dann fast doppelt so viele: „Das ist ein voller Erfolg. Selbst aus den Nachbarstädten sind einige mit dem Fahrrad gekommen“. Mit Parolen wie „Die Politik handelt nicht“, „Familie sucht bewohnbare Erde“ oder „Ich kann schon Fahrrad fahren – und Du?“ führte die Demo coronakonform vorbei am Bahnhof zweimal vom Gebrüder-Kerkmann-Platz zum Buschhoff-Kreisel und zurück. Warum zweimal? „Eine Stunde wollen wir uns Zeit für die Demo nehmen“, beantwortete Karin Arrenberg. Eine Stunde, in der die Klimaschützer wieder Aufmerksamkeit erregen konnten.

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