Elternabend zum Umgang mit Medien
Für Kinder sind Siri und Alexa real

Ahlen -

Fernsehsendungen, Spielzeug mit VR-Brillen, Apps: Kinder kommen tagtäglich mit Medien in Kontakt und nicht alle sind für sie geeignet. Pädagogin Selma Brand gab interessierten Eltern Orientierung.

Montag, 28.09.2020, 14:50 Uhr aktualisiert: 02.10.2020, 09:20 Uhr
Marina Bänke, Selma Brand und Bagdagül Cihangir (v. l.) aus der Koordinationsstelle „Präventionskette“ hielten am Veranstaltungsende Taschen mit Infomaterial für die Eltern bereit.
Marina Bänke, Selma Brand und Bagdagül Cihangir (v. l.) aus der Koordinationsstelle „Präventionskette“ hielten am Veranstaltungsende Taschen mit Infomaterial für die Eltern bereit. Foto: Ralf Steinhorst

Wie können Eltern einen verantwortungsvollen Umgang mit Medien bei ihren Kindern gestalten? Diese und weitere Medienaspekte waren am Sonntagvormittag Thema beim 2. Ahlener Elterntreff im Städtischen Gymnasium. Medienexpertin Selma Brand gab dazu passende Tipps und Hinweise.

„Wir wollen persönlich mit den Eltern ins Gespräch kommen und keine Fragebogenaktionen starten“, begrüßte die stellvertretende Jugendamtsleiterin Marina Bänke die Mütter und Väter der gut besuchten Veranstaltung. Beim ersten Elterntreff vor einem Jahr in der Stadthalle habe man sich an Themen herangetastet, die Familien bewegen. Das Thema Medien stand dabei ganz oben.

Wir entscheiden, was wir kaufen.

Selma Brand

Wie sehr Medien auch das Leben von Kindern erfasst haben, verdeutlichte die Medienexpertin und Pädagogin Selma Brand. Die multifunktionale Einsatzfähigkeit von Smartphones zeige das schon bei Erwachsenen. Aber darüber hinaus seien mit Kamera ausgestattete Teddys oder Kinderspiele, die VR-Brillen verwenden, auf dem Markt. Mit letzteren sollte man aber erst mit zwölf Jahren anfangen.

Auch familiengenutzte Medien können problematisch sein, wie zum Bespiel Siri oder Alexa. „Für Kinder ist Alexa wie eine Person, wir hören ja ihre Stimme“, warnte Selma Brand. Und gerade in Hinsicht auf den Kauf von digitalem Kinderspielzeug verdeutlichte die Medienexpertin: „Wir entscheiden, was wir kaufen.“

Deshalb sollten wir dabei sein, wenn sie konsumieren.

Selma Brand

Bei Fernsehsendungen oder Kinofilmen wies Selma Brand darauf hin, dass Eltern nicht wissen können, worauf Kinder empfindlich reagieren: „Deshalb sollten wir dabei sein, wenn sie konsumieren.“ Sie sollten Kinder nicht zwingen, Filme zu Ende zu schauen, auch im Kino nicht. Denn Kinder können oft nicht zwischen Realität und dem differenzieren, was auf dem Tablet, der Leinwand oder im Fernsehen stattfindet.

Bei den Apps verwies Selma Brand darauf, dass beispielsweise WhatsApp und YouTube erst ab 16 Jahren genutzt werden sollte. Zumindest YouTube-Kids biete da eine Alternative. Wer bei Kinder-Fernsehsendungen Hilfe in Anspruch nehmen möchte, kann auf der Plattform www.flimmo.de wertvolle Tipps erhalten.

In Arbeitsgruppen zeigte sich, dass einige Familien schon Medienregeln entwickelt haben. Dazu zählen der Handyverzicht beim Essen, in Kinderzimmern oder der Küche – was natürlich auch für die Eltern als Vorbild gilt.

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