Verena auf Fahrradtour
Energie für über 22 000 Haushalte

Ahlen -

Die Bauerschaft Halene und das Schäringer Feld in Vorhelm steuerten Mitglieder des Vereins Verena mit dem Rad an. Ihr Augenmerk galt der Erzeugung von Windenergie.

Dienstag, 29.09.2020, 11:15 Uhr aktualisiert: 03.10.2020, 11:22 Uhr
Die Teilnehmer der Verena-Radtour legten auch am Schäringer Feld einen Stopp ein. Dort entstehen bis zum Winter 2021/2022 zwei Windräder, an denen sich Ahlener Bürger beteiligen können.
Die Teilnehmer der Verena-Radtour legten auch am Schäringer Feld einen Stopp ein. Dort entstehen bis zum Winter 2021/2022 zwei Windräder, an denen sich Ahlener Bürger beteiligen können. Foto: Ralf Steinhorst

Klimafreundlich hat der Verein für erneuerbare Energien in Ahlen (Verena e.V.) am Sonntagnachmittag eine Radtour ins Umland unternommen, um gegenwärtige und zukünftige Windenergiestandorte zu besuchen. Der Abschluss fand auf Hof Wichmann /Klockenbusch statt, auf dem im Laufe der letzten zehn Jahre verschiedene Konzepte zu einer drastischen Senkung des CO2-Ausstoßes führten.

Die Gruppe steuerte zunächst die Bauerschaft Halene an, in der man außerorts auf dem Küperskamp auf einer Anhöhe einen sehr guten Blick auf den Windpark hat. An der Stadtgrenze zu Sendenhorst stehen 14 Windkraftanlagen auf Ahlener Gebiet, sowie zwei auf Sendenhorster Areal. „Dort werden zusammen 33,2 Megawatt Strom produziert“, klärte Ludger Wichmann auf. Das entspricht dem jährlichen Stromverbrauch von circa 22 100 Haushalten, wenn man von einem Stromverbrauch von 3500 Kilowattstunden pro Haushalt ausgeht.

Die Baugenehmigung liegt inzwischen vor.

Agnes Weber

In den kommenden Monaten wird noch weiterer Windkraftstrom produziert. Deshalb hielt die Gruppe an einem Feld im Vorhelmer Schäringer Feld, wo die Genossenschaft Drehstrom Ahlen nach derzeitigen Planungen bis zum Winter 2021/2022 zwei neue Bürgerwindräder errichten und in Betrieb nehmen wird. Beide Anlagen werden zusammen eine Kapazität von neun Megawatt haben. „Die Baugenehmigung liegt inzwischen vor“, brachte Agnes Weber die Teilnehmer auf den neuesten Stand. Um die Genehmigung für den Bau zu erhalten, waren jahrelange Vorbereitungen nötig, schon allein um Umweltauflagen zu erfüllen.

Die Energiewende lebt ja auch dadurch, dass Energie eingespart wird.

Ludger Wichmann

Zum Abschluss der Radtour erklärte Ludger Wichmann, wie er vor zehn Jahren begann, in mehreren Schritten den CO2-Ausstoß auf seinem Hof um bis zu 34 Tonnen jährlich zu senken. Ein Schritt dahin war die Installation eines Blockheizkraftwerks, dass allein vier Tonnen Senkung ausmacht. Weitere Maßnahmen waren der Einbau neuer Fenster, die Dämmung des Hauses, die Installation einer Photovoltaikanlage und die Installation einer Solarthermie. Konsequenterweise wurde zudem das Auto mit Verbrennermotor durch ein E-Auto ersetzt. „Die Energiewende lebt ja auch dadurch, dass Energie eingespart wird – das sind bei uns 40 Prozent“, verdeutlichte Ludger Wichmann. Ziel ist die nahezu vollständige Stromautarkie des Hofes.

In der abschließenden Diskussion über die neue EEG-Gesetzesvorlage für 2021 zeigten sich alle Teilnehmer davon überzeugt, dass die politischen Rahmenbedingungen den Ausbau erneuerbarer Energie dramatisch blockieren werden, was besonders die Wind- und Solarenergie betrifft.

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