Nägel in Frikadellen
Gassi-Hasser schlägt in Ahlen wieder zu

Ahlen -

Jetzt sind es Frikadellen, in denen Nägel stecken. Erneut sorgt ein Unbekannter am Werselauf nahe der Ahlener Kläranlage für Verunsicherung und Wut unter den Gassigängern. Offen die Frage: „Wer macht so was?“ Die Polizei ermittelt.

Dienstag, 29.09.2020, 13:00 Uhr aktualisiert: 29.09.2020, 14:02 Uhr
Das Fundstück: die mit einem Nagel präparierte Frikadelle.
Das Fundstück: die mit einem Nagel präparierte Frikadelle. Foto: Ostendorf

Wieder Nägel im Fleisch. Wieder am Werselauf. Diesmal lagen präparierte Frikadellen als vermeintliche Leckerbissen im Gebüsch. Gassigänger sind verunsichert. Und sicher, dass der Hundehasser wieder zugeschlagen hat.

Timm Ostendorf hatte gleich nach dem Fund seiner Frau eine Schnellmeldung auf der Facebook-Seite „Ahlener helfen Ahlenern“ gesetzt. Seitdem sind Gassigänger im Abschnitt Paul-Lincke-Weg und Klärwerk mit ihren Hunden auf der Hut.

„Meine Frau war mit den Hunden spazieren“, berichtet Ostendorf auf Redaktionsnachfrage. „Der ältere nahm plötzlich etwas in den Fang und hat es auf Kommando wieder ausgegeben.“ Eine Frikadelle sei es gewesen, in der ein Nagel steckte. Dass der Fundort zwischen zwei Hundehaufen gelegen habe, müsse kein Zufall sein. Möglicherweise habe es den Absender motiviert, auszulegen.

Die Ermittlungen sind aufgenommen.

Leonie Lagrange

Die verständigte Polizei stellte die präparierte Frikadelle sicher. „Die Ermittlungen sind aufgenommen“, bestätigte am Dienstag Polizeisprecherinn Leonie Lagrange.

Der Facebook-Post machte am Montag schnell die Runde. Erneutes Entsetzen – und immer wieder die Frage: „Wer macht so was?“ Entsprechend groß am anderen Morgen die Scheu unter denen, die mit Hund und Leine auf ihrer Runde sind. Einige sogar mit Maulkorb.

Doris Schott mit Rauhaaardackel Ronja auf Gassirunde. Hier am Werselauf wurden am Vortag erneut Hundeköder gefunden.

Doris Schott mit Rauhaaardackel Ronja auf Gassirunde. Hier am Werselauf wurden am Vortag erneut Hundeköder gefunden. Foto: Ulrich Gösmann

Doris Schott, mit ihrem Rauhaardackel Ronja unterwegs, zeigt die Fundstelle an einem dicken Baum. Hier seien wohl noch drei weitere Köder gefunden worden. Sie selbst hatte vor drei Jahren Kontakt mit einem Ausleger. Ronja habe etwas im Gebüsch entdeckt. „Ich habe es ihr ganz schnell aus der Schnauze gezogen“, erzählt sie. Eine mit einem Nagel präparierte kleine Heißwurst, an der ihr Hund hätte innerlich verbluten können. Leidtragende war aber sie. Der Nagel stach tief in den rechten Daumen. Zweieinhalb Jahre habe sie der Schmerz begleitet. Dann der ambulante Eingriff. Seinerzeit seinen noch drei weitere mit Nägeln durchpiekste Heißwürstchen gefunden worden.

Nägel in Salami und Heißwurst

Die Wurst am Wegesrand – sie war im Oktober vergangenen Jahres auch für Fiete ein gefundenes Fressen (wir berichteten). Der Mischlingsrüde hatte an nahezu gleicher Stelle eine mit zwei Nägeln präparierte Salamischeibe aufgeschnappt und heruntergeschluckt. Die Fremdkörper mussten unter Narkose endoskopisch entfernt werden. „Es hätte tödlich enden können“, erklärte seinerzeit die erstbehandelnde Tierärztin Dr. Tanja Pollmüller. Die Magenschleimhaut hätte durchpiekst werden können. Die Folge: Innere Blutungen und Blutvergiftung. In den Folgemonaten sollten Gassigänger in zwei weiteren Fällen über vermeintliche Appetithappen am Werseweg stolpern.

Timm Ostendorf appelliert an die Hundehalter, die die Hinterlassenschaften ihrer Vierbeiner einfach liegenlassen. Vielleicht löse sich das Problem durch etwas mehr Verantwortungsbewusstsein. . .

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