Preisgericht soll über Architektenwettbewerb entscheiden
Entwurf als Weihnachtsgeschenk

Ahlen -

Das Thema Rathausneubau geht in die nächste Phase. Der Architektenwettbewerb ist ausgeschrieben.

Mittwoch, 30.09.2020, 19:30 Uhr aktualisiert: 04.10.2020, 07:18 Uhr
Das heutige Ensemble aus Rathaus und Stadthalle als Miniaturnachbildung im bronzenen Stadtrelief auf dem Marktplatz. Ihre Modelle für das neue Stadthaus müssen die am Wettbewerb teilnehmenden Architekturbüros bis zum 13. November abgeben.
Das heutige Ensemble aus Rathaus und Stadthalle als Miniaturnachbildung im bronzenen Stadtrelief auf dem Marktplatz. Ihre Modelle für das neue Stadthaus müssen die am Wettbewerb teilnehmenden Architekturbüros bis zum 13. November abgeben. Foto: Archiv

Am 17. Dezember tritt ein Gremium zusammen, das eine wesentliche Entscheidung über das künftige Stadtbild am Rande der Innenstadt treffen soll. An jenem Donnerstag tagt das Preisgericht, um den bzw. die Sieger des Architektenwettbewerbs für das neue Ahlener Rathaus zu küren.

Das geht aus den Wettbewerbsunterlagen hervor, die im Internet unter der Adresse www.dsk-gmbh.de/wettbewerbe/ahlen abrufbar sind. Unter der Überschrift „Hochbaulicher / Freiraumplanerischer Realisierungswettbewerb ,Bürgercampus Stadt Ahlen – Abschnitt I Stadthaus“ werden die Bedingungen für die Teilnahme an dem Wettbewerb aufgelistet. Die Aufgabenbeschreibung beinhaltet den Bau eines neuen Rat- oder Stadthauses und eines Bürgerforums unter Abriss der bestehenden Gebäude. Wörtlich heißt es: „In einem ersten Schritt soll ein Wettbewerb für das Stadthaus ausgelobt werden. Gewünscht ist eine architektonisch und städtebaulich anspruchsvolle Gebäudelösung in dieser zentralen und wichtigen Stadtlage.“ Neben dem reinen Gebäude beinhaltet der Wettbewerb auch die Außenanlage, da „eine städtebauliche und harmonische Gesamtlösung auch in Bezug auf den zukünftigen Wettbewerb für das Bürgerforum gesucht wird“.

Bürgerforum nachgelagert

Zu dem auf dem gleichen Grundstück gelegenen Bürgerforum wird ausgeführt, dass der Wettbewerb nachgelagert durchgeführt werden soll, so dass sich die Architektur hier in ein definiertes Baufeld einfügen müsse. Die Frei- und Verkehrsanlagen sollten demzufolge gemeinsam genutzt werden (Synergieeffekte Parkplätze, Außenanlagen sollen als verbindendes Element dienen).

Weiter heißt es in der Ausschreibung: „Mit dem Verfahren eines Realisierungswettbewerbes soll auf der Grundlage der Wettbewerbsergebnisse die beste architektonische, städtebauliche, funktionale und wirtschaftlichste Lösung für die zu realisierende Hochbaumaßnahme wie auch für den Freiraum gefunden werden.“

Der Kostenrahmen für den Neubau des Stadthauses ist auf 15 Millionen Euro netto festgesetzt. Der Kostenrahmen für die Herstellung der Außenanlagen liegt bei 2,2 Millionen Euro netto.

Mit der Betreuung des Wettbewerbs wurde die Deutsche Städte- und Grundstücksgesellschaft mbH (DSK) mit ihrem Büro in Bielefeld beauftragt. Fünf Architekturbüros wurden schon vorab ausgewählt und zum Verfahren eingeladen, darunter Fritzen + Müller-Giebeler aus Vorhelm und das renommierte Büro Gerber Architekten aus Dortmund. Neben den fünf eingeladenen Büros können sich noch zehn weitere beteiligen, so dass die Gesamtteilnehmerzahl auf 15 begrenzt ist.

Bei mehr als 15 eingereichten Entwürfen, die die Zulassungskriterien erfüllen, entscheidet das Los.Der erste Preis ist mit 50 600 Euro dotiert. Insgesamt setzt die Stadt Ahlen für Preise und Anerkennungen einen Betrag von 126 500 Euro aus.

Bemerkung im VHS-Wahlstudio

Öffentlich bekannt wurde die Ausschreibung des Ar­chitektenwettbewerbs durch eine Bemerkung, die die stellvertretende Bürgermeisterin Rita Pöppinghaus-Voss beim ersten VHS-Wahlstudio am 1. September fallen ließ. Noch vor Weihnachten würde über den Architektenwettbewerb entschieden. So richtig im Bilde darüber, dass das Verfahren bereits gestartet worden war, zeigte sich keiner der auf dem Podium vertretenen Partei- und Fraktionsvorsitzenden. Die Verwaltung habe sich lediglich an die Beschlüsse des Rates gehalten, hieß es dazu als Reaktion aus dem Rathaus. Und danach habe der Rat grünes Licht gegeben, die Leistungsphase eins bis drei für den Neubau des Rathauses durchzuführen. Gleichwohl ließen einige Teilnehmer des Podiums anschließend durchblicken, dass sie sich eine bessere Informationspolitik gewünscht hätten.

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