Stadt hat erste Bürgervorschläge zur Rosenbaum-Fläche ausgewertet
Platz mit Potenzial spaltet die Meinungen

Ahlen -

Der Dr.-Paul-Rosenbaum-Platz soll neugestaltet werden. Bevor aber Bauliches passiert, holt die Stadt Meinungen ein. Zunächst von den Bürgern, dann von Fachleuten.

Mittwoch, 14.10.2020, 16:15 Uhr aktualisiert: 15.10.2020, 09:11 Uhr
Digital und an Infoständen konnten Interessierte ihre Vorstellungen für die künftige Gestaltung und Nutzung des Dr.-Paul-Rosenbaum-Platzes formulieren.
Digital und an Infoständen konnten Interessierte ihre Vorstellungen für die künftige Gestaltung und Nutzung des Dr.-Paul-Rosenbaum-Platzes formulieren. Foto: Christian Wolff

Eine lebensgroße Dinosaurierstatue für den Dr.-Paul-Rosenbaum-Platz? Ginge es nach einem mutmaßlich jüngeren Umfrageteilnehmer, dann könnte auf dem Kirmesplatz schon bald eine Art „Jurassic-Park“ entstehen. Die Mehrheit der Bürger, die ihre Ideen für den Platz im Rahmen des Beteiligungsverfahrens geäußert haben, wären hingegen schon mit gewöhnlicheren Verbesserungen zufrieden.

Ihre Ideen konnten alle Interessierten drei Wochen lang im Internet zur Diskussion stellen. Außerdem kamen Planer, Stadtteilmanagement und Öffentlichkeit zweimal an einem Infostand auf dem Dr.-Rosenbaum-Platz miteinander ins Gespräch.

In drei Themenfeldern (Nutzungen, Verkehr, Freiraum) kristallisierten sich Vorstellungen heraus, die bei der Überplanung berücksichtigt werden sollten. „Da wäre zu allererst der Wunsch nach einer Toilettenanlage zu nennen“, spricht Stadtplaner Markus Gantefort ein vordringliches Bedürfnis an. Aber auch schattige Ruhebänke, die am besten in einer nett gestalteten parkähnlichen Grünanlage zum Verweilen einladen, wären ganz nach dem Gefallen der Menschen in Ahlen. Insgesamt habe sich nach den Worten des Fachbereichsleiters für Stadtentwicklung und Bauen ein „konträres Meinungsbild“ herausgeschält: „Zum einen ganz stark das Verlangen nach mehr Aufenthaltsqualität, zum anderen die Absicht, weiterhin über eine multifunktional nutzbare Fläche zu verfügen, die für Großveranstaltungen wie die Kirmes geeignet ist.“

Preisgericht entscheidet im Februar

Wie sich beide Positionen städtebaulich am klügsten verbinden lassen, darüber können sich schon bald Architekten und Freiraumplaner die Köpfe zerbrechen. Am 30. Oktober besprechen sich in getrennten Sitzungen Preisgericht und teilnehmende Büros. Welche Konzeption für Ahlens größten öffentlichen Platz im Fördergebiet des Ahlener Süd-Ostens tatsächlich umgesetzt werden könnte, entscheidet das Preisgericht am 9. Februar 2021. Die Wettbewerbsbeiträge werden nach der Prämierung öffentlich ausgestellt.

Gewünscht sind Angebote für Kinder und Jugendliche. Vorschläge kamen für einen Spielplatz mit Wasserelementen, aber auch für öffentliche Sportmöglichkeiten wie Outdoor-Fitnessgeräte, ein Basketballfeld und einen Sportparcours. Oben auf der Liste stehen auch gastronomische Angebote, etwa der Wunsch nach einem Café. Verbessert werden soll der Wochenmarkt, der jeden Dienstag und Freitag als Koloniemarkt auf den Platz kommt. Immer wieder kam für ihn der Vorschlag, die Marktstände gegen Wind, Wetter und Sonne zu überdachen.

Mehr oder weniger Parkplätze?

Auseinander gehen die Meinungen, ob es mehr oder doch lieber weniger Parkplätze geben sollte. Die Befürworter von Parkraum sehen Synergien. So könnte – ähnlich dem heutigen Zustand – ein für Großevents geeigneter Platz in veranstaltungsfreien Zeiten als Parkplatz genutzt werden. Reduziert werden sollte der Verkehr auf der Hansastraße, die für Durchgangsverkehr als nicht geeignet wahrgenommen wird. Eine Alternative könnte ein Einbahnstraßenverkehr sein.

Der Wunsch nach gepflegten Grünflächen und Bäumen wurde sehr deutlich artikuliert, insbesondere auch als Beitrag gegen den Klimawandel und für ein angenehmes Stadtklima mit Freiluftschneisen. Optimaler finden es einige Teilnehmer, wenn der Platz sich mit seinem Umfeld besser verbinden würde. Als belebend werden Wasserspiele, Laubbäume, Grünzüge, Sumpfzonen oder eine Bürgerobstwiese empfunden. Ob diese den gesamten Platz einnehmen oder nur in bestimmten Bereichen angesiedelt sein sollen, darüber spaltet sich das Votum der Bürgerschaft. Einigkeit dafür in der Befürwortung eines Bronze-Reliefs des früheren Zechengeländes.

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