Grippe-Sprechstunde am Berufskolleg Ahlen
30 Prozent des Kollegiums geimpft

Ahlen -

Der Rat von Fachleuten ist klar: Wer sich jetzt gegen die Grippe impft, betreibt auch angesichts der Corona-Pandemie sinnvolle Prävention. Eine entsprechende Sprechstunde gab‘s jetzt am Berufskolleg Ahlen.

Donnerstag, 15.10.2020, 09:56 Uhr aktualisiert: 15.10.2020, 10:00 Uhr
Dr. Christine Haasen (l.) und Dr. Theo Wüller (r.) boten eine Impfsprechstunde am Berufskolleg Ahlen an, um Grippeerkrankungen vorzubeugen. Hier nutzt Nikolai Schafflik aus den Reihen des Kollegiums das Angebot.
Dr. Christine Haasen (l.) und Dr. Theo Wüller (r.) boten eine Impfsprechstunde am Berufskolleg Ahlen an, um Grippeerkrankungen vorzubeugen. Hier nutzt Nikolai Schafflik aus den Reihen des Kollegiums das Angebot. Foto: Christian Wolff

Zu einer besonderen Sprechstunde besuchten Dr. Christine Haasen und Dr. Theo Wüller jetzt das Berufskolleg Ahlen. Diesmal wurde aber nicht über die Auszubildenden der Praxen gesprochen, die seit Jahren an der Europaschule ausgebildet werden, sondern die beiden Allgemeinmediziner wurden praktisch tätig: Sie impften die Lehrkräfte und Mitarbeiter gegen Influenza (Grippe).

Die Idee dazu hatten die drei Verwaltungskräfte. „Die Praxen sind aktuell stark frequentiert, die Patienten müssen aufgrund der Corona-Situation sogar häufig auf der Straße warten. Unter diesen Voraussetzungen geht doch niemand freiwillig zum Arzt“, ist Barbara Stitz, eine der drei Sekretärinnen des Berufskollegs, überzeugt. „Da wir schon seit Beginn dieses Schuljahres in Zusammenarbeit mit der Praxis Dr. Haasen in Warendorf unsere Covid-Abstriche selber an der Schule vornehmen, haben wir überlegt, ob wir nicht auch eine Impfaktion direkt bei uns in der Schule umsetzen können.“

Freiwilliges Angebot

Beim Schulleiter Ingo Weißenborn und dem Sicherheitsbeauftragten Sebastian Sydow stießen die drei auf offene Ohren. Sydow fragte bei Dr. Haasen an, die sofort zusagte. Das freiwillige Angebot nutzten jetzt immerhin gut 30 Prozent der Kollegen. Nach den Ferien wird über ein weiteres Angebot nachgedacht. Schwierig erwies sich die Organisation des Impfstoffes: Die Praxen mussten bereits im Februar, als noch niemand mit einer Pandemie rechnete, den Impfstoff für ihre gesetzlich versicherten Patienten bestellen. Aktuell gibt es starke Lieferschwierigkeiten, so dass Privatpatienten, die den Impfstoff aus der Apotheke zum Impfen mitbringen, häufig mehrere Wochen warten müssen. Nach vielen vergeblichen Anfragen vor Ort konnte schließlich eine Apotheke in Osnabrück liefern.

„Gesunde Kollegen sind das Kapital einer Schule“, fügt Sydow kaufmännisch hinzu. „Arbeitswissenschaftlich gesehen haben die Kollegen einen besonders gefährdeten Arbeitsplatz, da sie täglich auf relativ engem Raum mit vielen Schülern Kontakt haben.“ Die Impfung gehört zu den wichtigsten und wirksamsten Präventivmaßnahmen in der Medizin. Aber gerade in Zeiten von Corona ist sie noch einmal um so bedeutsamer, meinen Experten. Impfen lassen sollten sich außerdem Personen, die regelmäßig mit Risikopersonen in Kon­takt kommen – ob im Haushalt oder bei der Betreuung. Dazu zählt auch medizini­sches Personal, für das ein erhöhtes Risiko besteht, selbst zu erkranken und Patienten zu infizieren.

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