Zahlen steigen dramatisch – Stadt und Kreis ziehen Notbremse
Maskenpflicht im gesamten Stadtgebiet

Ahlen -

Angesichts weiter dramatisch steigender Corona-Infektionszahlen in Ahlen zogen Stadt und Kreis am späten Donnerstagnachmittag die Reißleine und verständigten sich auf einschneidende Maßnahmen. So gilt ab Freitag im gesamten Stadtgebiet drinnen wie draußen eine generelle Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes.

Donnerstag, 15.10.2020, 18:32 Uhr aktualisiert: 20.10.2020, 12:05 Uhr
Am Mittwoch war es noch eine Empfehlung, die Maske auf dem Wochenmarkt gar nicht erst abzunehmen. Ab dem heutigen Freitag gilt nun in Ahlen eine generelle Tragepflicht in der Öffentlichkeit.
Am Mittwoch war es noch eine Empfehlung, die Maske auf dem Wochenmarkt gar nicht erst abzunehmen. Ab Freitag gilt nun in Ahlen eine generelle Tragepflicht in der Öffentlichkeit. Foto: Ulrich Gösmann

Die Hoffnung auf eine Trendumkehr, die am Mittwoch nach einem leichten Rückgang der Corona-Fallzahlen aufgekeimt war, hat sich zerschlagen. Am Donnerstagvormittag meldete das Kreisgesundheitsamt für Ahlen zunächst wieder auf ei­nen Schlag 18 Neuinfektionen. Ihnen standen zwei Gesundungen gegenüber, so dass die Zahl der akut Erkrankten im Saldo um 16 auf 88 stieg. Kreisweit wurden im Vergleich zum Vortag 28 neue Fälle registriert, der Sieben-Tage-Inzidenzwert betrug 44,3 nach 37,4 am Mittwoch.

Am späten Nachmittag waren aber auch diese Zahlen schon wieder überholt. Per „Eilmeldung“ teilte die Kreis-Pressestelle um 17.50 Uhr mit, dass dem Gesundheitsamt Meldungen von über 40 neuen Coronafällen vorlägen. Der größte Teil der Infektionen betreffe die Stadt Ahlen. Nach Berechnungen des Kreises werde der 50er-Inzidenzwert für den Kreis Warendorf voraussichtlich am Freitag offiziell bestätigt. Dies werde weitere Auswirkungen für das Zusammentreffen im öffentlichen Raum, private Feiern und das Reisen haben, und zwar für alle kreisangehörigen Städte und Gemeinden. Die Kreisverwaltung werde der Öffentlichkeit im Laufe des Freitags die konkreten Auswirkungen der Einstufungen als „Risikogebiet“ erläutern.

Strengere Regeln zunächst bis 29. Oktober

Für das Stadtgebiet von Ahlen werden die Corona-Regeln bereits ab sofort deutlich verschärft. Eine eng mit dem Krisenstab des Kreises Warendorf und dem Gesundheitsamt abgestimmte Allgemeinverfügung der Verwaltung geht über die Coronaschutzverordnung des Landes und über die für den ganzen Kreis bereits bestehenden Einschränkungen deutlich hinaus. Die Verfügung gilt zunächst bis zum 29. Oktober.

Wir müssen dort, wo es besonders erforderlich ist, die Bevölkerung, insbesondere die Alten und Schwachen, schützen.

Landrat Dr. Olaf Gericke

„Fast 60 Prozent aller akut infizierten Menschen im Kreis wohnen in Ahlen“, sagt Landrat Dr. Olaf Gericke. „Dagegen gibt es in den meisten anderen Orten im Kreisgebiet vergleichsweise wenige oder sogar gar keine Neuinfektionen. Wir müssen also dort, wo es besonders erforderlich ist, die Bevölkerung, insbesondere die Alten und Schwachen, schützen. Das geht am besten, wenn Kontakte reduziert und insbesondere aufs Feiern möglichst ganz verzichtet wird.“

Alkohol-Verkaufsverbot ab 23 Uhr

Die neuen strengeren Regeln für Ahlen im Überblick:

  • Es besteht eine generelle Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes, wo Menschen dichter und länger zusammenkommen.. Das gilt sowohl draußen als auch in Gebäuden einschließlich Schulen. Ausnahmen sind lediglich private Wohnungen, Kindergärten und Grundschulkinder, wenn sie ihren Platz im Klassenraum eingenommen haben.
  • In der Öffentlichkeit (Straßen, Plätze, Grünanlagen u.ä.) dürfen sich nur noch höchstens fünf Personen, die nicht in einem Haushalt zusammenleben, treffen.
  • In privaten Räumen dürfen sich nur noch maximal zehn Personen aus höchstens zwei verschiedenen Haushalten treffen.
  • An Feiern in öffentlichen Räumen wie Gaststätten dürfen maximal zehn Personen aus unterschiedlichen Haushalten teilnehmen.
  • Bei Veranstaltungen (Sport, Theater, Kino etc.) sind nur noch höchstens 100 Besucher zugelassen.
  • Gaststätten müssen um 23 Uhr schließen. Zudem gilt ab 23 Uhr ein generelles Verkaufsverbot für alkoholische Getränke.

„Wir hoffen, dass die strengeren Maßnahmen und die Vernunft der Bürger dazu beitragen, dass die hohe Zahl an Neuinfektionen in unserer Stadt zurückgeht“, erklärte Bürgermeister Dr. Alexander Berger. Zusammen mit dem Kreisgesundheitsamt bittet er die Bürger dringend darum, die vorübergehenden Einschränkungen zu beachten. „Jeder kann und muss durch sein Verhalten dazu beitragen, dass sich das Virus nicht weiter bei uns ausbreitet.“

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