Hofbesichtigung der Vorhelmer Landfrauen
Zu Gast im Kälber-Kindergarten

Vorhelm -

Wie geht‘s zu im Kälberstall? Das erfuhr eine Besichtigungsgruppe auf Hof Heimann im Nienholt.

Freitag, 16.10.2020, 12:15 Uhr aktualisiert: 21.10.2020, 09:56 Uhr
Das Interesse an der Hofbesichtigung war groß. Auf Initiative der Landfrauen waren 50 Kinder, Frauen und Männer zum Hof Heimann gekommen, um mehr über die Kälberaufzucht zu erfahren.
Das Interesse an der Hofbesichtigung war groß. Auf Initiative der Landfrauen waren 50 Kinder, Frauen und Männer zum Hof Heimann gekommen, um mehr über die Kälberaufzucht zu erfahren. Foto: Landfrauen Vorhelm

Mit einer Hofbesichtigung haben die Vorhelmer Landfrauen ihr Jahresprogramm 2020/2021 gestartet. Rund 50 Kinder, Männer und Frauen waren der Einladung der Landfrauen gefolgt und ließen sich von Markus, Hubertus und Elisabeth Heimann die Aufzucht vom Kalb bis hin zum großen 800 Kilogramm schweren Bullen erklären.

Dabei gingen die Gäste in Kleingruppen über den Familienbetrieb, der vor etwa einem Jahr die neuen Ställe in Betrieb genommen hatte. Interessiert hörten die Besucher den Ausführungen der Familie Heimann zu und ihre Fragen wurden allesamt beantwortet. Die interessierten Zuhörer konnten dabei viel über die Kälberaufzucht und Bullenmast erfahren.

Milch aus dem Automaten

Die Kälbchen kommen mit etwa sechs Wochen und 80 Kilogramm schwer auf dem Hof im Nienholt an. Nach ihrer Ankunft werden sie als erstes angelernt, Milch aus dem Automaten zu trinken. Der Automat stellt dem Kälbchen über den Tag verteilt wohltemperierte Milch zu Verfügung. Im Laufe der Zeit wird den Kälbern neben der Milch zunehmend feste Nahrung angeboten.

Nach ungefähr 50 Tagen wechseln die Kälber den Stall und kommen von der „Krabbelgruppe“ in den „Kindergarten“, wo sie wiederum etwa 50 Tage als sogenannte „Fresser“ verbleiben. Nach dieser Phase werden die meisten von ihnen an andere Landwirte verkauft.

Ein kleiner Teil der Tiere bleibt aber auf dem Hof und wird weiter gefüttert und umsorgt, bis die Tiere schließlich mit 800 Kilogramm an den Schlachthof verkauft werden.

Die Kälberaufzucht, so zeigten es die Heimanns, ist sehr arbeits- und zeitintensiv. Neben dem Füttern und Versorgen ist auch die Tierbeobachtung ein wichtiger Bestandteil der täglichen Arbeit.

Trinkverhalten zeigt Befindlichkeiten

In der ersten Zeit sind die Kälber sehr empfindlich, sie müssen ihr Immunsystem erst noch aufbauen, wie kleine Kinder im Kindergarten. Die Familie Heimann setzt dabei auch auf die moderne Technik. Ein Indikator, ob es den Kälbern gut geht, ist zum Beispiel ihr Trinkverhalten, das mittels Computer für jedes Tier aufgezeichnet wird. Der Landwirt kann nun anhand dieser Aufzeichnungen vorzeitig erkennen, wenn sich eine Krankheit im Stall anbahnt und entsprechend reagieren.

Familie Heimann hält ihre Bullen auf Stroh, sie geben ihren Tieren mehr Platz, als vorgeschrieben, und verzichten auf genverändertes Futter wie beispielsweise Soja aus Brasilien. Damit erfüllen die Heimanns einen sehr hohen Standard für das Programm „BauernLiebe“ (Haltungsform drei).

Im Anschluss an die Führung nutzten die Kinder die Spielmöglichkeiten auf dem Hof, während sich die Erwachsenen noch über das Gesehene austauschten. Für eine kleine Stärkung war auch gesorgt.

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