Gesamtschule: Stoßlüften gehört jetzt dazu
Schüler sollten sich warm anziehen

Ahlen -

Die Ferien sind vorbei, Corona ist noch da. Wie läuft‘s jetzt im Unterricht?

Montag, 26.10.2020, 19:03 Uhr aktualisiert: 28.10.2020, 18:15 Uhr
Der Mathekurs des achten Jahrgangs an der Städtischen Gesamtschule sieht es differenziert: Die Mehrheit zieht aber den Präsenzunterricht gegenüber dem Distanzunterricht vor.
Der Mathekurs des achten Jahrgangs an der Städtischen Gesamtschule sieht es differenziert: Die Mehrheit zieht aber den Präsenzunterricht gegenüber dem Distanzunterricht vor. Foto: Ralf Steinhorst

Seit Montag drücken die Kinder und Jugendlichen wieder die Schulbank, vor dem Hintergrund gestiegener Infektionszahlen und mit verschärften Hygienebedingungen gehen sie in den zweiten Teil des Schuljahres. Was hat sich beispielsweise an der Städtischen Gesamtschule im Vergleich zur Situation vor den Herbstferien geändert?

Es ist Montagmorgen, für Schulleiterin Elisabeth Beier erst einmal Zeit, die schulische Nachrichtenlage im Netz zu checken. Sind neue Verordnungen oder Verhaltensregeln von der Stadt oder vom Land eingegangen? Das ist nicht der Fall. Für Elisabeth Beier und ihre Schulleitungskollegen ist es manchmal nicht einfach, bei der Verordnungsflut den Überblick zu behalten. „Im Grunde ist die Situation aber nicht anders als nach den Sommerferien – nur, dass es nicht mehr so heiß ist“, lässt sie sich nicht beirren. Denn die Maskenpflicht im Unterricht und das regelmäßige Lüften gab es schon, wurden zunächst aber wieder zurückgefahren. Weil es mit den Zahlen gut aussah. Jetzt hat es sich wieder gedreht.

Schlösser ausgetauscht

Zumindest wurden die Herbstferien genutzt, sich auf die neue Situation einzustellen. Alle Fenster an der Schule wurden geprüft, einzelne Schlösser ausgetauscht. Alle Schlösser sind einheitlich, die Schlüssel dazu befinden sich in den abschließbaren Lehrerpulten der Klassen. Diese Schlösser sind ebenfalls einheitlich, so dass die Lehrer sie mit entsprechendem Generalschlüssel öffnen können.

In der Sporthalle wurde die Lüftungsanlage so eingestellt, dass eine maximale Frischluftzufuhr möglich ist. Eine weitere Entwicklung: Der Draht zum Gesundheitsamt ist kürzer geworden, dort hat die Schule nun einen direkten Ansprechpartner.

Gibt es neue Verordnungen? Jeden Morgen überprüft Schulleiterin Elisabeth Beier die aktuelle Nachrichtenlage.

Gibt es neue Verordnungen? Jeden Morgen überprüft Schulleiterin Elisabeth Beier die aktuelle Nachrichtenlage. Foto: Ralf Steinhorst

Wie das Lüften gehandhabt wird? Die Anweisung an der Schule ist, einmal in der Mitte der Schulstunde ordentlich durchzulüften. Ebenso in den Pausen. Darauf haben die Lehrer dann mit eigenem Zeitmanagement selbst zu achten. In der restlichen Zeit sind die Fenster geschlossen.

Während der Öffnungsphase läuft der Unterricht allerdings weiter. „Das beeinträchtigt alle“, weiß Elisabeth Beier: „Ich habe den Schülern in den Ferien über Homepage, Instagram und Facebook mitgeteilt, sie sollen sich warm anziehen.“

Was die Schulleiterin sich von der Politik jetzt gewünscht hätte? Die Wiedereinführung des Wechsels zwischen Präsenz- und Distanzunterricht, was kleinere Lerngruppen erlauben würde, sagt sie. Auch habe man nach den Sommerferien die Möglichkeit geboten, Schüler von Eltern mit systemrelevanten Berufen an freien Tagen zu betreuen, was aber nur von einem Schüler in Anspruch genommen worden sei.

„Aber so wie es ist, ist es auch ok, die Schüler sollen jetzt erst mal wieder reinkommen“, nimmt Elisabeth Beier die Situation so hin.

Lieber mit Maske zur Schule

Im Mathekurs von Fabian Blech in der achten Jahrgangsstufe sehen das die Schülerinnen und Schüler unterschiedlich. Bei einer Blitzabfrage gehen zwei Drittel des Kurses lieber mit „Dauermaske“ zur Schule, ein Drittel bevorzugt die Kombination von Präsenz- und Distanzunterricht.

„Schulaufgaben zu Hause zu lösen, ist schwierig“, geht Schülerin Lavin Younes lieber zur Schule, Sadmir Kehic sieht es anders: „Es ist hier anstrengend mit Maske.“

Elisabeth Beier steht darüber hinaus noch anderen Fragen gegenüber. Am 14. Oktober soll der Tag der offenen Tür für Eltern der angehenden Fünftklässler stattfinden. „Wir dürfen es momentan machen, wollen es aber nicht verantworten“, sagt sie. So wird der Tag wohl ausfallen. Elisabeth Beier würde es begrüßen, wenn alle Ahlener Schulen dahingehend einen einheitlichen Weg vereinbaren. Eltern legt sie ans Herz, alle Neuigkeiten über die Schul-Homepage zu verfolgen. Das gelte auch für Informationsabende. Die Aufgabenstellung sei nun, ob man diese Herausforderung auch digital lösen kann.

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