Kreis will neue Abstrichstelle einrichten
Ahlen als Standort „nicht raus“

Ahlen -

Der Kreis Warendorf will im November eine neue Corona-Abstrichstelle als „Drive-in“ mit zwei Containern einrichten. Die Standortentscheidung sei noch nicht endgültig gefallen, heißt es. Mithin käme auch Ahlen als größte Stadt und aktueller Infektionsschwerpunkt im Kreis in Betracht.

Mittwoch, 28.10.2020, 07:00 Uhr aktualisiert: 28.10.2020, 18:16 Uhr
Vom 27. Juni bis 10. Juli war die Abstrichstelle beim Ahlener DRK in Betrieb. Etwa 4000 Menschen ließen sich in diesem Zeitraum dort auf Corona testen.
Vom 27. Juni bis 10. Juli war die Abstrichstelle beim Ahlener DRK in Betrieb. Etwa 4000 Menschen ließen sich in diesem Zeitraum dort auf Corona testen. Foto: Stadt Ahlen

Im Laufe des Monats November solle in Warendorf ein Corona-Abstrichcontainer aufgestellt werden. Das hatte der Kristenstab des Kreises in der vergangenen Woche in Aussicht gestellt. Warum nicht in Ahlen, der größten Stadt im Kreis mit den aktuell höchsten Infektionszahlen? Dazu teilt Kerstin Butz aus dem Büro des Landrats auf Redaktionsanfrage mit, dass die Entscheidung über den Standort doch noch nicht endgültig gefallen sei. Butz wörtlich: „Ahlen ist nicht raus.“ Allerdings sei nicht geplant, ein Testzentrum für die Allgemeinbevölkerung einzurichten, dämpft sie diesbezügliche Erwartungen.

Nur für Kontaktpersonen

Die neue Abstrichstelle ist Butz zufolge als „Drive-in“ konzipiert, mit zwei Containern, einer für die Anmeldung, einer für die eigentliche Testung. Diese seien bestellt und würden voraussichtlich Mitte November geliefert. Wohin, wie gesagt: „noch offen“. Die heutige Abstrichstelle in einem Nebengebäude des Kreishauses soll jedenfalls anschließend aufgelöst werden. Dort gebe es keine Möglichkeit, sich „bei Wind und Wetter“ unterzustellen, so die Kreissprecherin. Im eigenen Wagen hingegen säßen die Klienten im Warmen und Trockenen. In diesen „Genuss“ werden allerdings nur Kontaktpersonen von Infizierten kommen, denn ausschließlich für diesen Personenkreis ist das Auto-Testzentrum gedacht. „Symptomatische Verdachtsfälle“, stellt Kerstin Butz klar, „müssen sich weiter an ihre Hausärzte wenden.“

An unserer Hotline verzeichnen wir immer wieder Anrufe von Bürgerinnen und Bürgern, die sich danach erkundigen.

Dr. Alexander Berger

Bürgermeister Dr. Alexander Berger sagt, er wisse um den Wunsch vieler Ahlener, vor Ort eine zentrale Anlaufstelle für Corona-Tests zu haben, um ihnen den Weg nach Warendorf zu ersparen. „An unserer Hotline verzeichnen wir immer wieder Anrufe von Bürgerinnen und Bürgern, die sich danach erkundigen.“ Er wolle das Thema am Donnerstag bei der nächsten Videokonferenz der Bürgermeister des Kreises mit dem Landrat ansprechen, kündigt der Verwaltungschef an.

Gute Erfahrungen mit Abstrichstelle beim DRK

Berger will auf die positiven Erfahrungen mit der Abstrichstelle beim Ahlener DRK verweisen, die Ende Juni nach dem Corona-Massenausbruch beim Wiedenbrücker Großschlachter Tönnies und dem daraufhin auch für den Kreis Warendorf verhängten „Lockdown light“ kurzfristig eingerichtet worden war. Zwei Wochen war sie in Betrieb, gut 4000 Menschen ließen sich in dieser Zeit am „Johannes-Baldauf-Haus“ testen. Für die reibungslose organisatorische Abwicklung bekam der Ortsverband des Deutschen Roten Kreuzes viel Lob.

Auch die Fraktion von Bündnis 90 / Die Grünen hatte bereits am 10. September noch in der letzten Sitzung des alten Rates vor der Kommunalwahl den Antrag gestellt, in Ahlen ein Corona-Testzentrum einzurichten, um die Hausarztpraxen zu entlasten. Der Antrag wurde zuständigkeitshalber zur Beratung überwiesen an den Ausschuss für Ordnung, öffentliche Einrichtungen und Anregungen, der das nächste Mal am 17. November tagt.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7651382?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F106%2F126%2F
Nachrichten-Ticker