Kleiderparadies der Pfarrcaritas St. Bartholomäus
Kunden sind zurückhaltend

Ahlen -

Die Lager des Kleiderparadieses von St. Bartholomäus sind voll mit Second-Hand-Ware. Aber in Corona-Zeiten geht der Umsatz zurück. Das bereitet Sorgen.

Donnerstag, 29.10.2020, 16:20 Uhr
Gisela Meßmann ist die älteste Mitarbeiterin im Team, hat aber trotz altersbedingter Zugehörigkeit zur Risikogruppe den Spaß im und am Kleiderparadies nicht verloren.
Gisela Meßmann ist die älteste Mitarbeiterin im Team, hat aber trotz altersbedingter Zugehörigkeit zur Risikogruppe den Spaß im und am Kleiderparadies nicht verloren. Foto: Ralf Steinhorst

Die Corona-Pandemie verändert Dinge. Das spürt auch das Kleiderparadies der Pfarrcaritas St. Bartholomäus. Da haben sich Gewohnheiten und Abläufe verändert. So dürfen beispielsweise nur fünf Kunden gleichzeitig im Laden sein, worauf penibel geachtet wird.

Teamsprecherin Marita Harhoff erinnert daran, dass der Second-Hand-Kleiderladen in der Lockdown-Zeit wie alle anderen Läden geschlossen hatte, um dann mit neuen Rahmenbedingungen den Betrieb aufzunehmen.

Womit nicht nur die neue Plexiglasscheibe im Kassenbereich gemeint ist. „In der Zeit haben die Menschen zu Hause ihre Schränke aufgeräumt“, hat Marita Harhoff festgestellt: „Anschließend wurden wir dann mit Kleidung überschüttet.“ Auch an diesem Dienstagnachmittag kommen Menschen in den Laden, die Stoffartikel und Schuhe bringen.

Das Arbeiten mit Maske geht.

Gisela Meßmann

Es gibt also viel auszusortieren für das elfköpfige Team. Das genießt nach dem Umzug vom Kirchplatz zur Weststraße das wesentlich größere Platzangebot, das aber im Lager auch schon wieder strapaziert wird. Denn so sehr sich das Team über den Nachschub an Kleidung freut, desto mehr bedauert es, dass die Kundenfrequenz zurückgegangen ist. „Wir sehen das deutlich an den Umsätzen“, wird die Teamleiterin statistisch. Woran es liegt, kann sie nicht definieren. Allerdings sei es nach dem Lockdown gerade erst wieder etwas besser geworden – bis die zweite Welle kam. Noch vor drei Wochen seien richtig viele Kunden dagewesen.

Dass mit den Umsätzen die Ladenmiete bezahlt werden muss, ist die eine Sorge des Teams. Doch die neue Wucht der Infektionen macht weitere Sorgen, die Ehrenamtlichen sind mindestens knapp unter dem Seniorenalter und gehören damit zur Risikogruppe.

Das Lager ist gut gefüllt, die Menschen haben in der Coronazeit ihre Kleiderschränke aufgeräumt.

Das Lager ist gut gefüllt, die Menschen haben in der Coronazeit ihre Kleiderschränke aufgeräumt. Foto: Ralf Steinhorst

Alle sind mit Spaß dabei, aber im Hinterkopf steckt der Gedanke, ob der Laden geöffnet bleiben kann. „Das Arbeiten mit Maske geht“, schützt sich Gisela Meßmann, mit 82 Jahren die älteste im Team, mit der Mund-Nase-Bedeckung und faltet Gekauftes passend zum Verpacken in eine Einkaufstasche. Apropos Maske: Nach dem Lockdown kamen noch viele Kunden ohne Maske in den Laden, das sei heute nicht mehr der Fall.

Bei der Annahme von Kleidung wünscht sich Marita Harhoff dann aber noch eines: „Wir haben ganz viele Sachen in den Säcken, die eigentlich in den Müll gehören.“ Haushaltsgeräte wie Rasierapparate zum Beispiel. Oder auch Kulturtaschen mit Inhalt. Diese müssten die Mitarbeiter zu Hause entsorgen, deshalb bittet sie darum, die Kleidersäcke vorher auf diese Dinge durchzusehen.

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