Letztes Kulturherbst-Konzert
Ein denkwürdiger Abend

Ahlen -

Die Musik von „The Neckbellies“ ging dem Publikum am Freitagabend unter die Haut und machten den Zuhörern schmerzlich bewusst, auf was sie in den nächsten Wochen verzichten müssen.

Sonntag, 01.11.2020, 13:22 Uhr aktualisiert: 01.11.2020, 15:48 Uhr
The Neckbellies präsentierten Irish Folk, der unter die Haut ging. Das Publikum war begeistert.
The Neckbellies präsentierten Irish Folk, der unter die Haut ging. Das Publikum war begeistert. Foto: Martin Feldhaus

Authentischer und handgemachter Irish Folk am Vorabend von Halloween, das einst irische Einwanderer mit in die USA brachten und dort etablierten: Passender hätten die Rahmenbedingungen eigentlich kaum sein können für das Konzert von „The Neckbellies“ am Freitagabend beim Kulturherbst des Bürgerzentrums Schuhfabrik. Eigentlich, denn es ließ sich natürlich nicht ausblenden, dass es sich um einen „denkwürdigen Abend“ handelte, wie Theo Heming betonte. Das letzte Konzert vor dem erneuten Lockdown bedeute einen erneuten „ziemlich harten Einschnitt für die Kulturbetriebe“, verdeutlichte der Veranstaltungsplaner der Einrichtung.

Ein erneuter kulturloser Monat für die Republik: Was das bedeutet, machten „The Neckbellies“ den mehr als 20 Besuchern auf eine schmerzliche Art und Weise klar, indem sie handgemachte irische Musik erklingen ließen, die unter die Haut ging und tief in die irische Seele entführte. Geprägt war sie von Eddie Arndts rauem, kraftvollen Gesang und dem volltönenden Fundament seines Gitarrenspiels sowie von Thomas Heckings lebendigem Akkordeonspiel, das durch Irish Folk und Cajun-Musik inspiriert ist. Ein kongeniales musikalisches Duo, das beim Publikum sehr gut ankam.

Da kann man gerne mitklatschen, aber nur mit Maske jedoch ohne Handschuhe.

Eddie Arndt

Irisches, Schottisches und ein paar Stücke aus Übersee: Das breit gestreute musikalische Repertoire von Arndt (Bardic, Rawsome Delights) und Hecking (Akkordeon, Bones, Spoons, Whistles) animierte das Publikum immer wieder zum Mitklatschen und sorgte so für eine positive Energie im Saal.

Tief berührend war dabei beispielsweise das Liebeslied „If it hadn’t been for love“, das eine Parallele zwischen „The Neckbellies“ und der britischen Pop-Ikone Adele offenbarte. „Wir haben den Song von der gleichen Band gecovert“, erklärte Arndt mit einem Augenzwinkern. Eher mit einer Portion Wehmut, passend zur aktuellen Gemütslage, versehen, war hingegen das Lied „City of Chicago“, das von der einstigen Auswanderung der Iren in die USA, und insbesondere auch nach Chicago, handelt. Zudem hatte das Duo auch einige Tänze im Gepäck wir etwa einen Walzer oder einen Reel aus Australien, der dem Motorschlitten als Fortbewegungsmittel in den Outbacks gewidmet ist. „Da kann man gerne mitklatschen, aber nur mit Maske jedoch ohne Handschuhe“, forderte Eddie Arndt die Zuhörer mit einer gewissen Ironie auf.

Wir hoffen, dass es hier in vier Wochen wieder weitergehen kann.

Theo Heming

Es war das vorerst letzte Konzert im Rahmen des Kulturherbstes, für das „The Neckbellies“ viel Applaus erhielten. „Wir hoffen, dass es hier in vier Wochen wieder weitergehen kann“, so Theo Heming. Er informierte darüber, dass das eigentlich für den 7. November geplante Konzert mit dem Gitarrenvirtuosen Peter Finger natürlich ausfallen muss und voraussichtlich im Januar nachgeholt wird. Allerdings nur, falls Kultur bis dahin wieder erlaubt ist...

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