Lebensmittel aus der Heimat
Lokaler Genuss liegt im Trend

Dolberg -

Immer mehr Verbraucher legen bei ihrem Einkauf Wert auf Regionalität. Das sieht man auch in „Stratmann‘s Hofladen“, der komplett auf lokale Produkte setzt.

Montag, 02.11.2020, 04:41 Uhr aktualisiert: 02.11.2020, 04:50 Uhr
Lebensmittel aus der Heimat: Lokaler Genuss liegt im Trend
Foto: Martin Feldhaus

„Es gibt hier ausschließlich das zu kaufen, was in der Umgebung wächst und zubereitet wird“, verdeutlich Hermann Stratmann das Konzept seines Hofladens an der Lambertistraße zwischen Ahlen und Dolberg. Warum? Das ist für ihn ganz klar. „Sonst könnte der Kunde ja auch in den Supermarkt gehen“, sagt er. Ein Hofladen ohne lokale Produkte ist eben kein authentischer Hofladen mehr.

Genau deshalb setzt die Familie Stratmann ausschließlich auf lokale Produkte. Und das seit April dieses Jahres in einem noch größeren Umfang als vorher im alten Hofladen der Familie an der Westhusener Straße. Denn bereits am Karsamstag eröffneten sie ihren neuen Hofladen an der Lambertistraße und erweiterten dabei auch gleich das Sortiment.

Wir hatten im alten Hofladen auch schon Kunden, die am ersten Weihnachtstag noch mal eben Kartoffeln nachgeholt haben.

Hermann Stratmann

Eigene Zwiebeln, eigenes Gemüse, eigenes Schweinefleisch, Wild aus eigener Jagd und vor allem das Herzstück des Hofes, die Kartoffeln: Das sind die Produkte, die die Familie Stratmann selbst anbaut. Doch darin erschöpft sich das Angebot ihres Hofladens noch lange nicht. „Wir arbeiten auch mit vielen Höfen hier in der Umgebung zusammen“, erklärt Stratmann. So finden die Kunden in „Stratmann’s Hofladen“ eben auch Milchprodukte, Eier, Käse, saure Gurken oder Rote Beete in den Regalen. Das Sortiment deckt fast einen kompletten Einkauf ab, nur mit Produkten aus Ahlen und der Umgebung. Ein Konzept, das seit der Eröffnung im April sehr gut ankommt.

Dabei hatten die Stratmanns bei der Eröffnung mitten im ersten Corona-Lockdown eigentlich gar kein so gutes Gefühl. Das angedachte Hoffest zur Eröffnung musste ausfallen. Und dann war da noch die Frage: Nehmen die Kunden den neuen Laden an? Taten sie. Und sogar deutlich besser als vermutet. „Seit Beginn der Corona-Pandemie ist das Bewusstsein für Lebensmittel aus der nahen Umgebung stark gewachsen“, hat Hermann Stratmann beobachtet. Wo wird das eigentlich angebaut? Eine Frage die immer mehr Kunden stellen. Gemüse, das per LKW durch die gesamte Bundesrepublik transportiert wird: Anscheinend für immer mehr Ahlener keine Option.

Frisches Brot aus dem Steinofen bereitet Sabrina Stratmann jeden Samstag vor.

Frisches Brot aus dem Steinofen bereitet Sabrina Stratmann jeden Samstag vor. Foto: Martin Feldhaus

Wie groß teilweise der Andrang am Hofladen ist, wird vor allem an Samstagen deutlich, wenn ein Auto nach dem anderen auf dem Hof vorfährt. Der Grund dafür? Wahrscheinlich das verführerisch duftende Steinofenbrot. Jeden Samstag hat der Hofladen nämlich von 7 bis 12 Uhr seinen Backtag mit Bedienung. Den Rest der Woche ist täglich von 7 bis 22 Uhr Selbstbedienung angesagt. Und das 365 Tage im Jahr.

Doch wird das nicht teilweise missbraucht? „Bis jetzt nur in ganz wenigen Fällen, die wir aber alle aufklären können“, betont Hermann Stratmann, dass bis jetzt fast alle Kunden ehrlich das entsprechende Geld in die Selbstbedienungskasse legten. Die, die das nicht taten, wurden durch die im Hofladen installierten Kameras überführt und zahlten brav nach.

Ich gehe jeden Tag mit dem Hund hier an den Erntefeldern spazieren und weiß so einfach, wo meine Lebensmittel herkommen.

Pascal Weghake

Bis jetzt gibt es also keine Probleme mit der Ehrlichkeit der Kunden. Die schätzen vielmehr die Flexibilität der Öffnung an 365 Tagen im Jahr. „Wir hatten im alten Hofladen auch schon Kunden, die am ersten Weihnachtstag noch mal eben Kartoffeln nachgeholt haben“, berichtet Stratmann.

Genau diese Flexibilität ist ein Punkt, den beispielsweise Pascal Weghake als Stammkunde an dem Hofladen schätzt. Außerdem der lokale Bezug. „Ich gehe jeden Tag mit dem Hund hier an den Erntefeldern spazieren und weiß so einfach, wo meine Lebensmittel herkommen“, erklärt er, als er im Hofladen vorbeischaut, um kurzfristig ein paar Eier zu kaufen.

Eier, Kartoffeln, Milch? Nichts, was Kinder unbedingt begeistert. Doch auch für die wartet der Hofladen mit einem Highlight auf, das gerade in der Corona-Phase im Sommer sehr gut angenommen wurde: Selbst hergestelltes Eis mit Milch aus Welver. Und dann auch noch mit Smarties – ein Angebot, dass bei vielen Fahrradtouren für einen Zwischenstopp am Hofladen sorgte.

Lokaler Genuss und Flexibilität – eine Kombination, die offensichtlich immer mehr Ahlener schätzen. Und das scheinbar in jeder Altersklasse.

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