Bundesweite Herzwoche diesmal digital
Herzschwäche ist eine Volkskrankheit

Ahlen -

Die Herzwoche findet normalerweise als Infoabend im Ratssaal statt. Diesmal haben sich die Initiatoren etwas anderes ausgedacht.

Donnerstag, 05.11.2020, 13:00 Uhr
Die Ahlener Herzwoche findet in diesem Jahr digital statt: (v.l.) Dr. Jürgen Gude, Dr. Norbert-Wolfgang Müller und Dr. Christoph Bozzetti informieren übers Internet.
Die Ahlener Herzwoche findet in diesem Jahr digital statt: (v.l.) Dr. Jürgen Gude, Dr. Norbert-Wolfgang Müller und Dr. Christoph Bozzetti informieren übers Internet. Foto: St.-Franziskus-Hospital

Die deutschlandweite Herzwoche setzt dieses Jahr den Fokus auf das Thema Herzschwäche. Auch in Ahlen informieren das St.-Franziskus-Hospital und niedergelassene Ärzte über das Thema – diesmal allerdings nur digital.

Fünf bis sechs Liter Blut pro Minute pumpt das Herz durch den Körper und versorgt so die Organe mit lebenswichtigem Sauerstoff und Nährstoffen. Schädigt aber ein Herzinfarkt oder ein unbehandelter Bluthochdruck den Herzmuskel, verliert der an Pumpkraft und es kann zur chronischen Herzschwäche (Herzinsuffizienz) kommen. Das hat schwerwiegende Folgen.

Initiative der Deutschen Herzstiftung

Normalerweise nehmen die Ahlener Herz-Experten die Herzwoche zum Anlass, die Bürger im Ratssaal über die jeweiligen Themenschwerpunkte ausgiebig zu informieren. Aufgrund der aktuellen Corona-Schutzmaßen und des Lockdown light haben sich Dr. med. Norbert-Wolfgang Müller , Chefarzt der Inneren Medizin im St.-Franziskus-Hospital, Dr. med. Christoph Bozzetti und Dr. med. Jürgen Gude, beide niedergelassene Kardiologen in Ahlen, eine digitale Variante einfallen lassen. Ab Montag, 9. November, wird es eine digitale Herz-Infowoche auf den Social-Media-Kanälen des St.-Franziskus-Hospitals und auf der Homepage www.sfh-ahlen.de geben. Damit unterstützen die Mediziner die Initiative der Deutschen Herzstiftung.

„Tückisch an der Herzschwäche ist, dass sie meistens mit Atemnot und einer Leistungsabnahme beginnt. Die Beschwerden können unspektakulär sein: Man schafft die Bergwanderung nicht mehr oder beim Treppensteigen geht die Puste aus. Man ist müde, abgeschlagen und die Unterschenkel und Fußgelenke sind wie geschwollen, weil sich Flüssigkeit eingelagert hat. Genau über diese Symptome und Hintergründe zum Thema Herzschwäche möchten wir Interessierten mehr Infos geben“, erklärt Dr. Norbert-Wolfgang Müller. Und betont, dass er sich freue sich, dass auch die niedergelassenen Kardiologen bei der digitalen Herzwoche mitmachen.

Stummer Infarkt

Die Herzschwäche ist keine eigenständige Erkrankung, vielmehr ein Zeichen anderer Krankheiten. „Das macht die Herzschwäche zu einem komplexen Geschehen für Arzt und Patient, zumal in die Herzschwäche mehrere Herz- und Kreislauferkrankungen auf einmal münden können. Bei Diabetikern kommt die Gefahr des stummen Herzinfarkts hinzu. Diabetes kann das Schmerzempfinden für die infarkttypischen Beschwerden derart vermindern, dass der Infarkt zu spät bemerkt und notfallmedizinisch versorgt wird. Herzmuskel stirbt ab“, erläutert der Herzspezialist Dr. Jürgen Gude.

„Für etwa 20 bis 30 Prozent der Herzschwäche-Fälle sind defekte Herzklappen, Vorhofflimmern, angeborene Herzfehler, entzündliche Herzmuskelerkrankungen (Myokarditis) oder Alkohol- und Drogenmissbrauch verantwortlich“, klärt Dr. Christoph Bozzetti auf.

Mehr zum Thema Herzschwäche können Interessierte ab dem 9. November, online erfahren.

 

 

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