Tierschutzverein Ahlen und Umgebung
441 Fundkatzen eine teure Angelegenheit

Ahlen / Beckum -

Vor Verschärfung der Coronamaßnahmen hatte sich der Tierschutzverein zur Versammlung getroffen und Vorsitzende Christiane Schäfer im Amt bestätigt.

Sonntag, 08.11.2020, 12:22 Uhr aktualisiert: 08.11.2020, 12:30 Uhr
Im August hatte Bürgermeister Dr. Alexander Berger das Tierheim besucht. Links die Vorsitzende Christiane Schäfer.
Im August hatte Bürgermeister Dr. Alexander Berger das Tierheim besucht. Links die Vorsitzende Christiane Schäfer. Foto: Stadt Ahlen

Christiane Schäfer bleibt Vorsitzende des Tierschutzvereins Ahlen und Umgebung. Die Mitglieder hatten sich – noch vor Verschärfung der Coronaschutzmaßnahmen – zur Versammlung in Beckum getroffen. Im Mittelpunkt standen der Rückblick aufs vergangene Jahr und eben die Vorstandswahlen.

Neben der Vorsitzenden wurde auch die bisherige erste stellvertretende Vorsitzende Marion Zeidler im Amt bestätigt. Der zweite Vize-Vorsitzende Ralf Schweiger kandidierte aus Zeitgründen nicht mehr, zu seinem Nachfolger bestimmte die Versammlung Fynn Mallmannn. Kassiererin bleibt Carola Pawelzik und das Amt der Schriftführerin hat weiterhin Judith Schäfer inne.

Engagierter Einsatz

Zuvor hatte Christiane Schäfer dem Tierheim-Team für seinen engagierten Einsatz gedankt. Sie zeigte sich begeistert über den Rückhalt und die Unterstützung der Menschen im Kreis Warendorf, die insbesondere auch in dieser Coronazeit intensiven Kontakt mit dem Tierheim gehalten haben und durch Geld- und Futterspenden ihre Zuneigung zu den Tieren zum Ausdruck gebracht hätten. Auch Bürgermeister Dr. Alexander Berger sei persönlich vor Ort gewesen und habe sich nach der Situation des Tierheims unter Coronabedingungen erkundigt.

Christiane Schäfer präsentierte dann die Zahlen der im vergangenen Jahr aufgenommenen Tiere. Erschreckend sei die hohe Anzahl der Fundkatzen, insgesamt habe man 441 Fundkatzen im Jahr 2019 aufgenommen, 129 davon aus Ahlen (Warendorf 83, Beckum 59, Drensteinfurt 49, Ennigerloh 40, Oelde 37, Sendenhorst 24, Everswinkel 17, Beelen 4 Sonstige vier). Zu den Fundkatzen kamen 129 Abgabekatzen, so dass der Bestand im vergangenen Jahr 570 Katzen umfasste.

Die 51 im Jahr 2019 aufgenommenen Fundhunde seien zumeist nach kurzer Zeit wieder von ihren Besitzern abgeholt worden.

Hohe Tierarztkosten

Speziell die hohe Anzahl der Katzen führe zu den hohen Tierarztkosten, da die Tiere meist in einem sehr schlechten Gesundheitszustand ins Tierheim gebracht würden und alle entwurmt, entfloht, gechippt, geimpft und kastriert werden müssten.

Der langjährige Vertragstierarzt Dr. Adam Klis aus Beckum, so Christiane Schäfer weiter, sei in Ruhestand gegangen und habe sein Praxisinventar dem Tierschutzverein gespendet. Dank der Möbel habe man einen Raum im Tierheim einrichten können, der nun die Möglichkeit für kleinere Behandlungen biete – impfen, chippen oder das Behandeln kleinerer Wunden beispielsweise.

Sehr erfreut äußert sich Christiane Schäfer über die gute Kooperation mit anderen Tierheimen. Mit den Einrichtungen in Witten, Velbert, Bocholt, Duisburg, Münster und Gelsenkirchen habe man eine gute Zusammenarbeit aufbauen können und helfe sich gegenseitig. So sei zum Beispiel eine Mitarbeiterin des Tierheims Gelsenkirchen mit dem Auto nach Ahlen gefahren, um 500 Vermittlungsmappen vorbeizubringen, als diese ausgegangen waren. Vom Tierheim Münster habe man bei Futterengpässen Futterspenden erhalten, ebenso aus Duisburg.

Kastrationshilfen

Der Tierschutzverein konnte wieder die Katzenkastrationshilfen des Landes NRW in Anspruch nehmen, so seien mit Hilfe des Landes 80 Katzen und 72 Kater kastriert worden.

Die Auszubildende des Tierschutzvereins Katharina Mette habe das Glück gehabt, an einem dreiwöchigen geförderten Europapraktikum für Berufsschüler in England teilnehmen zu können.

Die neue Hundequarantäne konnte fertiggestellt und bezogen werden. Nach der Einweihung durch den Vorsitzenden des Deutschen Tierschutzbunds Thomas Schröder heißt sie nun Thomas-Schröder-Hundequarantäne. Dank gelte auch der Volksbank, die Mittel zur Errichtung der Ausläufe an der Hundequarantäne zur Verfügung gestellt habe und die Sparkasse Münsterland Ost habe sich finanziell an der Pflasterung der Wege beteiligt sowie einen Anhänger gespendet. Die Firma Reflex habe einen portablen Desinfektionsspender gebaut, der inzwischen täglich zum Einsatz komme.

Auf Nachfrage aus der Versammlung erklärte Christiane Schäfer, dass es eine Erhöhung der Fundtiererstattungen gegeben habe, die von den Städten und Gemeinden gezahlten Beträge inzwischen zur Deckung der Personalkosten reichten, man aber trotzdem immer noch stark von Spenden abhängig sei.

Milena Wessel verwies auf die neue Internetseite des Tierheims, die nun eine Möglichkeit vorsieht, gefundene oder vermisste Tiere online zu stellen.

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