Mammut-Tierheim
Hundevermittlung läuft

Ahlen / Tönnishäuschen -

Neue Familien für Hunde zu finden, ist zurzeit nicht das Problem im Tierheim. Anders sieht‘s bei den Katzen aus. So viele warten noch auf ein neues Zuhause.

Samstag, 14.11.2020, 09:05 Uhr aktualisiert: 14.11.2020, 09:10 Uhr
Hündin Wilma hat sich die ruhige Runde mit Ronald und Sandra Steppler verdient, Sarah Malki übergibt den Hund.
Hündin Wilma hat sich die ruhige Runde mit Ronald und Sandra Steppler verdient, Sarah Malki übergibt den Hund. Foto: Peter Schniederjürgen

Die Hundeabstinenz für Sandra Steppler und Ehemann Ronald ist nach zwei Jahren fast vorbei. Seit rund zwei Wochen sucht das Paar den passenden Hund für sich im Mammut-Tierheim. „Wir gehen zunächst mit Hunden spazieren. Dann sehen wir, ob wir miteinander gut auskommen“, sagt Sandra Steppler. So lernten sich Hund und Mensch zwanglos kennen und es finde sich die optimale Konstellation.

Beraten und fördern

„Wir beraten und fördern solche Kontaktaufnahmen“, erklärt Christiane Schäfer , Vorsitzende des Tierschutzvereins Ahlen und Umgebung. Sie sieht das Tierheim ein bisschen als „Coronagewinner“. Seit der Pandemie und den damit verbundenen Lockdowns, Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen seien viele Menschen doch wieder auf den Hund gekommen.

Mehr Zeit, ob im Homeoffice oder durch Kurzarbeit, erlaubt die Beschäftigung mit einem Haustier. Und da ist oft der Hund die erste Wahl. Also verzeichnet das Tierheim in diesem Bereich steigende Vermittlungszahlen.

Das gilt leider nicht für alle Tiere. „Bei den Katzen liegen wir am obersten Limit“, seufzt Christiane Schäfer. Bis auf den allerletzten Platz sind die Katzenquartiere belegt und auch die Quarantänestation. Denn ein nahezu ungebremster Strom von Fundkatzen ergießt sich über das Heim.

Vorsitzende Christiane Schäfer zeigt ein Fundkätzchen.

Vorsitzende Christiane Schäfer zeigt ein Fundkätzchen. Foto: Peter Schniederjürgen

Dabei sind wirklich bedauernswerte Exemplare. Einige ganz junge, kaum handflächengroße Fellbündel kommen total erkältet, mit eitrig verklebten Augen und in erbarmungswürdigem Zustand hier an. „Dann wird erst mal versorgt und gepäppelt, nicht selten auch nach ärztlicher Maßgabe mit zum Teil antibiotischer Augensalbe behandelt“, berichtet Tierheimleiterin Marion Herzog.

Wir müssten das alte Hundehaus ersetzen.

Christiane Schäfer

So schlimm ist es bei den Hunden nicht. Deren Abteilung muss aber erneuert werden und das ist einer der größten Wünsche von Christiane Schäfer. „Wir müssten das alte Hundehaus ersetzen, es ist einfach nicht mehr zeitgemäß“, überlegt die Vorsitzende. Doch da sei, wie immer, die finanzielle Hürde zu nehmen. „Das Gebäude ohne Auslauf kostet im günstigsten Falles rund 150 000 Euro, dazu kommen noch mal für rund 50 000 Euro die nötigen Ausläufe“, erklärt die Tierschützerin. Eine Summe die für das Tierheim zurzeit vollkommen illusorisch ist. „Aber man weiß ja nie“, ist sie optimistisch.

Wilmas Spazierrunde

Für die Stepplers hat sich zwischenzeitlich wieder ein Hund für die Gassirunde rund ums Tierheim gefunden. Wilma ist zwar nicht zur „Adoption“ freigegeben, freut sich aber über den Auslauf. „Sie ist sicher froh über eine ruhige Runde, sie hat vor kurzem acht Welpen bekommen. Da ist eine Pause sicher schön für sie“, übergibt Sarah Malki die Hündin an die Stepplers.

 

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