Corona-Krisenstab
„Ahlen muss Impfzentrum bekommen“

Ahlen -

Der Bürgermeister fordert weiterhin eine Corona-Teststelle in Ahlen. Aber noch wichtiger sei ein Impfzentrum, wenn ein Impfstoff da ist.

Dienstag, 17.11.2020, 15:15 Uhr aktualisiert: 17.11.2020, 16:46 Uhr
Bürgerme
Bürgerme Foto: Stadt Ahlen

Auf konstantem Niveau bewegen sich die Zahlen der Corona-Infizierten in Ahlen. „Die frühen Maßnahmen, die wir getroffen haben, zeigen ihre Wirkung“, so Bürgermeister Dr. Alexander Berger im Anschluss an die Krisenstabssitzung der Stadt am Dienstagmorgen. Zwar sei die Anzahl der Bürgerinnen und Bürger mit aktiver Covid-19-Erkrankung noch immer inakzeptabel hoch, in Relation zum Gesamtgeschehen aber nicht spektakulär. Ohne die im Vinzenz-Wohnheim isoliert aufgetretenen Fälle wäre sogar eine Abflachung erkennbar. Der Ausbruch sei von Gesundheitsamt und Einrichtungsleitung „schnell und konsequent aufgearbeitet worden.“

Kein Grund zur Entwarnung

Absolut keinen Grund gäbe es jedoch zu verfrühter Entwarnung. „Ich hatte jetzt die traurige Pflicht, zwei Beileidsbekundungen zu unterzeichnen. Das macht wieder einmal deutlich, mit welch gefährlicher Erkrankung wir es zu tun haben“, nahm Berger Bezug auf die beiden Sterbefälle vom Wochenende. Schutzmaßnahmen würden neben gründlichem Lüften und der Verwendung der Corona-Warn-App „einen effektiven Beitrag leisten, um Leben zu retten“. Berger erneuerte die Forderung, auch in Ahlen eine Corona-Teststelle einzurichten.

Wir sehen uns nach geeignet scheinenden Örtlichkeiten um.

Dr. Alexander Berger

Viel verspricht sich das Stadtoberhaupt vom angekündigten Einsatz zugelassener Corona-Impfstoffe. „Für mich steht fest: Ahlen muss ein Impfzentrum bekommen.“ In der Frage verstehe er keinen Spaß. Es mache einen Unterschied, ob die größte Stadt im Kreis Warendorf mit über 50 000 Einwohnenden und hoher Inzidenz eine solche Anlaufstelle erhält oder nicht. „Wir sehen uns nach geeignet scheinenden Örtlichkeiten um und hinterlegen diese auch mit einem durchdachten Konzept nach Maßgabe dessen, was man heute über die Anforderungen an ein solches Zentrum weiß.“ Unterstützung erfahre der Krisenstab dabei durch die Feuerwehr, den betriebsärztlichen Dienst und das Zentrale Gebäudemanagement der Stadt. „Wir wollen vorbereitet sein, wenn es mit den Impfungen losgeht“, so der Bürgermeister.

Ziel aller Coronaschutzmaßnahmen sei es noch immer, das Gesundheitssystem vor Überlastung zu bewahren. Die Stadtverwaltung stehe im laufenden Kontakt mit St.-Franziskus-Hospital und den Ahlener Hausärztinnen und -ärzten.

Zusammenarbeit mit Ärzten

Die kommenden Tage will Berger für Gespräche nutzen, um vor dem anstehenden Winter die Zusammenarbeit von Krankenhaus, Ärzteschaft und Stadt Ahlen abzustimmen. Welche Entwicklung das Infektionsgeschehen in den nächsten Monaten nehmen werde, lasse sich zurzeit nicht mit Sicherheit vorhersagen. Dr. Alexander Berger: „Jeder muss einsehen, dass wir nur mit größter Disziplin und unter schmerzlichem Verzicht auf liebgewonnene Freiheiten und Annehmlichkeiten heil den Punkt erreichen werden, an dem wirkungsvolle Hilfe gegen die Covid-19-Pandemie wartet.“

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