Stolpersteine
„Kein Vergeben und kein Vergessen“

Ahlen -

Marina Klostermann hat ein besonderes Anliegen: Sie will ein Zeichen gegen das Vergessen setzen. Und säubert deswegen Stolpersteine.

Donnerstag, 19.11.2020, 17:15 Uhr aktualisiert: 19.11.2020, 17:20 Uhr
Marina Klostermann reinigte hier die Stolpersteine, die an Regina Strauß, Johanna Weinberg, Anna Rosenberg und Karl Rosenberg erinnern.
Marina Klostermann reinigte hier die Stolpersteine, die an Regina Strauß, Johanna Weinberg, Anna Rosenberg und Karl Rosenberg erinnern. Foto: Martin Feldhaus

„Kein Vergeben und kein Vergessen, und zwar jeden Tag“, betont Marina Klostermann , dass die Erinnerung an die Reichspogromnacht vom 9. November 1938 und an die vielen weiteren Opfer des NS-Regimes keinesfalls verblassen darf.

Um auch ein sichtbares Zeichen gegen ein Vergessen zu setzen, reinigte die aus Ahlen stammende Doktorandin der Universität Bochum in diesen Tagen die Stolpersteine auf der Oststraße, welche an einige der Ahlener Opfer der NS-Diktatur erinnern.

Eine Aktion, die am Samstag in einer gut gefüllten Fußgängerzone die Aufmerksamkeit zahlreicher Passanten auf sich zog. So blieben viele der Bummelnden auch einmal kurz stehen und lobten den Einsatz Marina Klostermanns, der den Steinen wieder ihren alten Glanz verlieh.

Wir müssen den Menschen ein würdiges Andenken bewahren.

Marina Klostermann

Einige boten der jungen Frau auch einen Kaffee oder etwas zum Essen als Dank für die Reinigung der Stolpersteine an. Das freute sie. Aber es geht um mehr: „Ich möchte gerade auch im Hinblick auf aktuelle Entwicklungen ein öffentliches Zeichen setzen“, betonte Marina Klostermann.

Und da sie es berufsbedingt nicht geschafft habe, die Steine direkt am 9. November selbst zu putzen, habe sie das eben jetzt kurzerhand nachgeholt. Das Reinigen der Steine sei die ganze Zeit in ihrem Hinterkopf gewesen, nachdem sie über die sozialen Medien mitbekommen habe, dass in anderen Städten wie beispielsweise Münster oder Berlin sich ebenfalls viele Privatpersonen um die Reinigung der Gedenksteine im Straßenpflaster bemühen. „Wir müssen den Menschen ein würdiges Andenken bewahren“, verdeutlichte Marina Klostermann: Die Stolpersteine in der Fußgängerzone „sollen wieder leuchten, damit sie auffallen“.

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