Kein Sitz für „Fridays for Future“ im Umweltausschuss
Angebot ausgeschlagen

Ahlen -

Die Ahlener Gruppe von „Fridays for Future“ soll keinen Sitz im Umweltausschuss erhalten. Darüber ist ihr Sprecher Lasse Meiwes sehr enttäuscht.

Montag, 23.11.2020, 10:30 Uhr
Für den Klimaschutz sind auch in Ahlen die Unterstützer der „Fridays-for-Future“-Bewegung im vergangenen Jahr mehrfach auf die Straße gegangen. Zurzeit verbieten das die Corona-Regeln.
Für den Klimaschutz sind auch in Ahlen die Unterstützer der „Fridays-for-Future“-Bewegung im vergangenen Jahr mehrfach auf die Straße gegangen. Zurzeit verbieten das die Corona-Regeln. Foto: Dierk Hartleb

Die Enttäuschung ist Lasse Meiwes deutlich anzumerken. „Ich hatte mich um einen Sitz im Umweltausschuss als sachkundiger Einwohner beworben. Aber ich habe nur eine ablehnende Antwort aus dem Rathaus bekommen“, bedauert der Ahlener.

Der 19-Jährige, der nach dem Abitur zurzeit ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) an der Volkshochschule Ahlen absolviert, ist der Kopf der örtlichen „Fridays-for-Future“-Gruppe. Nachdem bekannt geworden war, dass der Rat einen neuen Ausschuss für Umwelt, Klimaschutz und Mobilität einrichten wird, hatte Lasse Meiwes einen Brief an die zuständige Stelle im Rathaus gerichtet und sein Interesse bekundet, als sachkundiger Einwohner oder Bürger mitzuwirken.

Klimaschutz ist kein Thema einer Partei.

Lasse Meiwes

Doch die Fraktionen hatten allem Anschein nach kein Interesse, so dass seine Bewerbung negativ beschieden wurde. Den einfacheren Weg, es als Mitglied über die SPD zu versuchen, habe er bewusst vermieden, meint Lasse Meiwes, weil er das Engagement für „ Fridays for Future “ überparteilich versteht. „Klimaschutz ist kein Thema einer Partei“, erläutert er seinen Standpunkt.

Lasse Meiwes bedauert, dass die Parteien im Rat die Möglichkeit ausgeschlagen haben, mit der jungen Klimaschutzbewegung ins Gespräch zu kommen. Dabei habe sich die Stadt viel vorgenommen, um das von Bürgermeister Dr. Alexander Berger im Wahlkampf ausgegebene Ziel, bis 2030 klimaneutral zu werden, zu erreichen. „Wir haben keine Zeit zu verlieren“, mahnt der Klimaschutz-Aktivist. Als vordringlich sieht er es an, dass Ahlen grüner wird. Dazu gehört die Begrünung von Dächern, wo immer es möglich ist, und der Verzicht auf Steingärten, notfalls auch mit Verbot.

Wir haben keine Zeit zu verlieren.

Lasse Meiwes

Auch beim Rathausneubau erwartet Lasse Meiwes neben Photovoltaik einen Passivhausstandard. Bei der Wärmedämmung von Gebäuden gebe es ohnehin noch viele ungenutzte Reserven. Auch beim Individualverkehr sieht er Handlungsbedarf. Um unnötige Fahrten in die Innenstadt zu vermeiden, will er an Einfallstraßen Park-and-Ride-Plätze errichten, um die Autofahrer zum Umsteigen auf den ÖPNV zu bewegen. Auch die Tatsache, dass die Stadt immer noch ein RWE-Aktienpaket – einer der größten Kraftwerksbetreiber – hält, sieht er kritisch.

Sobald der Lockdown beendet ist, will die Ortsgruppe „Fridays for Future“ auch wieder öffentlich aktiv werden. Dafür sucht sie den Schulterschluss mit den „Parents for Future“ und anderen Interessierten.

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