Stadthalle im Lockdown
Novemberhilfe als Trostpflaster

Ahlen -

Es war das schlechteste Jahr seit Bestehen der Stadthalle. Geschäftsführer Andreas Bockholt berichtete im Schul- und Kulturausschuss vom coronabedingten absoluten Besuchertief.

Dienstag, 24.11.2020, 22:20 Uhr
Außer den den Mitgliedern des Stadtrates können zurzeit keine Besucher an den Tischen in der Stadthalle Platz nehmen. Sämtliche Veranstaltungen fallen unter das Lockdown-Verbot.
Außer den den Mitgliedern des Stadtrates können zurzeit keine Besucher an den Tischen in der Stadthalle Platz nehmen. Sämtliche Veranstaltungen fallen unter das Lockdown-Verbot. Foto: Peter Harke

Am 8. März fand in der Stadthalle die letzte Veranstaltung unter normalen Vorzeichen statt. Aus Anlass des Weltfrauentags gastierte die Kabarettistin Simone Fleck im Ahlener Musentempel. Es war zugleich der Tag des Bürgerentscheids, bei dem auch über die Zukunft der Stadthalle, die als Bürgerforum wieder aufgebaut werden soll, abgestimmt wurde.

„Das Jahr hatte gut begonnen“, führte Geschäftsführer Andreas Bockholt am Montag vor dem Schul- und Kulturausschuss aus, der im Ratssaal zu seiner konstituierenden Sitzung zusammengetreten war. Der Kalender sei bis dahin gut gefüllt gewesen.

Seitdem ist nichts mehr so wie es war.

Andreas Bockholt

„Seitdem ist nichts mehr so wie es war“, stellte der Geschäftsführer dann aber ernüchtert fest. Entsprechend mau fällt die Besucherstatistik aus: Statt der wie in den Vorjahren 45 000 oder 47 000 Besucher schlägt 2020 mit mageren 16 000 zu Buche. Darin eingerechnet sind auch die Zuschauer der vier Vorstellungen mit der Corona-Sonderinventur von „Storno“ im Wersestadion. Und die vorsichtige hoffnungsvolle Rückmeldung im September mit deutlich reduzierter Platzzahl – immer unter strikter Beachtung der Hygienevorschriften – ist nach Verhängung des zweiten Lockdowns zum 3. November auch bereits Geschichte.

Treuer Nutzer der Stadthalle ist einzig der Rat der Stadt, der seine Sitzungen unter strenger Einhaltung der Abstände nur noch im großen Saal abhält.

Kultur für dieses Jahr passé

Auch für den Rest des Jahres sieht Andreas Bockholt schwarz: „Keine Chance, dass wir in diesem Jahr noch Kulturangebote machen können.“ Etwas aufheitern konnte den Stadthallen-Chef allerdings die Information, dass sein Haus nach ersten Berechnungen aus der sogenannten Novemberhilfe des Bundes 27 000 Euro erwarten könne. Immerhin. Allerdings ist aus dem eigens aufgelegten Programm der „Außerordentlichen Wirtschaftshilfe“ noch kein müder Euro geflossen. Ab 25. November sollte Geld kommen, war vom Bundesfinanzminister annonciert worden.

„Es ist das schwierigste Jahr der Stadthalle seit ihrem Bestehen“, fasste Andreas Bockholt sein vorläufiges Resümee zusammen.

Für die SPD regte Andrea Jaunich an, sich rechtzeitig Gedanken über die Gestaltung von Abschlussfeiern zu machen, um den Schülerinnen und Schülern einen würdigen Abschluss zu ermöglichen. In der Nachbetrachtung bedauerte sie, dass die eine oder andere Abschlussfeier 2020 doch verfrüht abgesagt worden sei.

In ihrer Funktion als Aufsichtsratsvorsitzende dankte Gabi Duhme dem gesamten Stadthallenteam, das sich in Kurzarbeit befindet, und dem Geschäftsführer. Hier werde seit 40 Jahren hervorragende Arbeit geleistet, betonte Duhme, und erst jetzt werde vielen bewusst, dass etwas in der Stadt fehle.

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