Quartier „Hohle Eiche“
Ahlens innovativstes Baugebiet

Ahlen -

Ahlen innovativstes Baugebiet soll im Bereich „Hohle Eiche“ entstehen. Im Umweltausschuss stellte Stadtwerkechef Dr. Alfred Kruse das Konzept für ein integriertes Strom- und Wärmekonzept einschließlich Ladeinfrastruktur für E-Mobilität und Breitbandverkabelung vor.

Mittwoch, 02.12.2020, 05:11 Uhr aktualisiert: 02.12.2020, 11:46 Uhr
Auf dem künftigen Baugebiet mit Blockheizkraftwerk und moderner Strom- und Wärmeversorgung grasen zurzeit noch Pferde. Stadtwerkegeschäftsführer Dr. Alfred Kruse stellte das Konzept dem Umweltausschuss vor.
Auf dem künftigen Baugebiet mit Blockheizkraftwerk und moderner Strom- und Wärmeversorgung grasen zurzeit noch Pferde. Stadtwerkegeschäftsführer Dr. Alfred Kruse stellte das Konzept dem Umweltausschuss vor. Foto: Ulrich Gösmann

Die ländliche Idylle ist trügerisch. Da, wo zurzeit zottelige Ponys grasen, soll künftig die innovativste Wohnsiedlung Ahlens entstehen. Das Konzept für das Neubaugebiet „Hohle Eiche“ stellte am Montagabend Stadtwerke-Geschäftsführer Dr. Al­fred Kruse dem neuen Ausschuss für Umwelt, Klimaschutz und Mobilität auf seiner konstituierenden Sitzung vor.

Unter der Überschrift „klimafreundlich“ soll ein Quartier mit 50 bis 60 Einzel- und Doppelhäusern sowie rund 20 Wohneinheiten in Mehrfamilienhäusern entstehen. Kruse beschrieb die wesentlichen Anforderungen: Minimierung des Wärmebedarfs und die möglichst CO2-freie Deckung des verbleibenden Bedarfs durch den Einsatz erneuerbarer Energien, eine komplette Ladein­frastruktur für E-Mobilität sowie eine flächendeckende Breitbandverkabelung.

Konzept mit Pilotcharakter

An Eckdaten wurde für das Baugebiet von der Stadtplanung der Kfw-Effizienzhaus-Standard 55 und für den Geschosswohnungsbau ein 40-Kfw-Effizienzhaus-Standard festgesetzt. Darauf aufbauend seien die Stadtwerke von der Stadt mit dem Erstellen einer Machbarkeitsstudie beauftragt worden. Nicht allen Mitgliedern des Umweltausschusses gefiel, dass die Stadtwerke den von einem Ingenieurbüro im Rahmen einer Szenarien-Analyse erstellten Vergleich möglicher Energiequellen selbst ausgewertet haben, statt daran bereits die Politik zu beteiligen.

Kruse verteidigte das von den Stadtwerken entwickelte Energieversorgungskonzept mit dem Hinweis auf seinen Pilotcharakter. Im einzelnen ist ein Blockheizkraftwerk zur Erzeugung von Strom und Wärme vorgesehen, das mit einem Energiemix aus Biomasse (Pellets) sowie ei­nem Erdgaskessel zur Abdeckung von Spitzenlasten betrieben werden soll.

Gemeinsame Stromkundenanlage

Zweiter Baustein soll eine gemeinsame Stromkundenanlage zur Abgabe von Energie mit dem Ziel sein, bis auf eine 13 Prozent große Lücke nahezu einen Selbstversorgungsgrad zu erreichen. Dazu sollen künftigen Bewohner ihre Dachflächen für den Betrieb einer Solaranlage zur Verfügung stellen. Um die Lade-Infrastruktur möglichst autark zu machen, ist der Bau eines Quartiersbatteriespeichers vorgesehen.

Einen Anschlusszwang verneinte Kruse. Die stattdessen vorgesehene Umlagefinanzierung des Anschlusses an das Strom- und Wärmenetz bereitete einigen Mitgliedern wie Martin Hegselmann (CDU), Andrea Jaunich (SPD) und Ralf Weinkötter (Bündnis 90/Die Grünen) Kopfzerbrechen. Der Stadtwerkechef zeigte sich jedoch zuversichtlich, eine ausreichende Zahl von Häuslebauern überzeugen zu können. „Wir präsentieren hier ein innovatives Konzept mit ganzheitlicher Lösung“, sagte Kruse abschließend.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7703578?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F106%2F126%2F
Nachrichten-Ticker