Sofortprogramm Innenstadt
Vereinbarungen für Haus Holtermann

Ahlen -

Eine Förderung von 740 059 Euro aus dem NRW-Sofortprogramm Innenstadt hat die Stadt Ahlen beantragt. Mehr als die Hälfte soll in den „Verfügungsfonds Anmietung“ fließen.

Mittwoch, 02.12.2020, 17:07 Uhr aktualisiert: 02.12.2020, 17:10 Uhr
Handlungsbedarf am Haus Holtermann: Wie könnte es in Zukunft aussehen? Die Stadt hat aus dem
Handlungsbedarf am Haus Holtermann: Wie könnte es in Zukunft aussehen? Die Stadt hat aus dem Foto: Christian Wolff

Das NRW-Sofortprogramm Innenstadt stellte der städtische Stadtentwickler Markus Gantefort am Dienstag in der Sitzung des Stadtplanungs- und Bauausschusses vor. Die Stadt Ahlen hatte eine Förderung von 740 059 Euro beantragt. 422 831 Euro entfallen auf den „Verfügungsfonds Anmietung“, 250 000 Euro auf das „Unterstützungspaket Einzelhandelsgroßimmobilen“ und 67 238 Euro auf die Abwicklungskosten.

„Wir haben 30 leerstehende Ladenlokale in der Innenstadt, bis zu fünf weitere drohen“, wünschte sich Markus Gantefort, mit dem Baustein „Anmietung“ wieder mehr Belebung zu erreichen.

Er hoffte, dass sich nun auch kleinere Unternehmen trauen, zu geringerer Miete ein Ladenlokal zu mieten. Die Umsetzung des Bausteins soll in Kooperation mit der Wirtschaftsförderung erfolgen. „Wichtig ist, dass dabei die Stadt die Federführung behält“, forderte Barbara Buschkamp ( CDU ), was ihr Markus Gantefort auch zusicherte.

Wir haben 30 leerstehende Ladenlokale in der Innenstadt, bis zu fünf weitere drohen.

Markus Gantefort

Auf Nachfrage von Martin Hegselmann (CDU) zur Umsetzung, ob die Stadt „auf Vorrat“ anmiete oder „nach Bedarf“, erklärte der Stadtplaner, er würde es als ideal ansehen, wenn beides parallel laufe. Zunächst sollten aber Gespräche mit den Eigentümern leerstehender Immobilien geführt werden, so Gantefort.

Die 250 000 Euro im Baustein „Einzelhandelsgroßimmobilien“ wurden komplett für die Fassadensanierung des Hauses Holtermann am Markt beantragt. Während gerade die CDU- und SPD-Ausschussmitglieder begrüßten, auf diese Weise wieder mit dem Eigentümer ins Gespräch gekommen zu sein, warnte Petra Pähler-Paul (Die Grünen), dass eine rechtlich dichte und detaillierte Kooperationsvereinbarung zwischen Stadt und dem Eigentümer geschlossen werden sollte: „Er hat schon viel versprochen und nichts gehalten.“ So müsse vereinbart werden, wie eine Fassadensanierung auszusehen habe. Auch solle das Gebäude für eine Zwischennutzung zur Verfügung gestellt werden. Martina Maury-Thülig (BMA) empfand die Förderung für den Eigentümer schon an sich als Schlag ins Gesicht derjenigen, die aus eigener Kraft in ihre Immobilien investierten.

Wir dürfen das zarte Pflänzchen nicht zerschlagen und müssen dafür sorgen, dass es vorangeht.

Erhard Richard

Die überwiegende Zahl der Ausschussmitglieder schloss sich der Forderung an, für die Fassadensanierung eine detaillierte Kooperationsvereinbarung zu schließen. Weitergehende Forderungen lehnten sie allerdings ab. „Wir dürfen das zarte Pflänzchen nicht zerschlagen und müssen dafür sorgen, dass es vorangeht“, drückte stellvertretend Erhard Richard (CDU) diese Haltung aus.

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