Weihnachtsbäume durch Lohnunternehmen eingesammelt
Mitunter den Hausfrieden gerettet

Ahlen -

Mit Traktoren, Lkw und Anhängern machten sie am Samstag Ahlener Lohnunternehmen auf den Weg, um die ausgedienten Weihnachtsbäume einzusammeln.

Sonntag, 10.01.2021, 14:56 Uhr aktualisiert: 10.01.2021, 17:23 Uhr
Das Abholen der Weihnachtsbäume erfolgte in diesem Jahr durch private Lohnunternehmen. Helfer der Firma Loermann packten auf dem Westfalendamm kräftig an.
Das Abholen der Weihnachtsbäume erfolgte in diesem Jahr durch private Lohnunternehmen. Helfer der Firma Loermann packten auf dem Westfalendamm kräftig an. Foto: Martin Feldhaus

Es ist Mitte Januar, die Weihnachtsfeiertage liegen schon gut zwei Wochen zurück und jetzt geht es auch dem letzten „Überbleibsel“ der besinnlichen Zeit an die Nadeln: Die Weihnachtsbäume müssen raus aus den Ahlener Wohnzimmern, da ihre Abholung bevorsteht. So auch am vergangenen Samstag.

Also alles wie immer? Nein, denn in diesem Jahr waren es nicht die üblichen ehrenamtlichen Helfer von Freiwilliger Feuerwehr über Landjugend bis hin zu den Schützen-Avantgarden, die vor Ahlens Haustüren die Symbolbäume einsammelten, sondern vielmehr fünf lokale Lohnunternehmen. Die hatten die Ahlener Umweltbetriebe kurzfristig mit der Abholung beauftragt, da die ehrenamtlichen Helfer in Pandemie-Zeiten nicht mit der gewohnten personellen Schlagzahl zur Verfügung standen.

Kurzfristig in die Bresche gesprungen

„Wir sind den Unternehmen sehr dankbar, dass sie kurzfristig in die Bresche gesprungen sind und den Auftrag übernommen haben, unsere Stadt wieder sauber zu machen“, unterstrich Bernd Döding , Leiter der Ahlener Umweltbetriebe, die Wichtigkeit der kurzfristigen Unterstützung durch die landtechnischen Betriebe Kösters, Loermann, Dohle, Hanskötter und Düpmeier . Dass die Bäume vor der Haustür abgeholt würden, sei keine Selbstverständlichkeit. „Andere Städte gehen diesen Weg nicht“, so Döding.

Die unterstützenden Unternehmen teilten das Ahlener Stadtgebiet und die Ortsteile für das Einsammeln der Bäume untereinander auf und rückten dann mit Treckern und Anhängern aus. Dabei trafen sie auf viele dankbare Ahlener. „Ich hätte das so nicht erwartet“, war beispielsweise Sarah Loermann überrascht. Einige hätten ihren 15 eingesetzten Mitarbeitern gar aus dem Fenster zugewunken.

Überall trafen die Kolonnen auf gut gelaunte Bürger. Fast überall. Denn eine Dame, die im Morgenmantel auf die Straße eilte, war alles andere als erfreut über ihren Ehemann, der am Vorabend trotz mehrfacher Aufforderung vergessen hatte, den Baum rauszubringen. Doch dank der geduldigen Helfer konnte auch hier der häusliche Frieden gewahrt werden. Kein Einzelfall, da auch ein paar andere Haushalte nicht an die Abholung gedacht hatten und die Bäume „noch eben schnell auf die Straße brachten“, wie Werner Düpmeier berichtete.

Abholung der Weihnachtsbäume

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  • Ein ausgedienter Tannenbaum 2021.

    Foto: Martin Feldhaus
  • Abholung der Weihnachtsbäume 2021.

    Foto: Peter Schniederjürgen
  • Abholung der ausgedienten Weihnachtsbäume 2021.

    Foto: Peter Schniederjürgen
  • Abholen der Weihnachtsbäume durch private Lohnunternehmen Helfer der Firma Loermann packen auf dem Westfalendamm kräftig an.

    Foto: Martin Feldhaus
  • Abkippen der Weihnachtsbäume am Wertstoffhof

    Foto: Martin Feldhaus
  • Abholung der Weihnachtsbäume durch private Lohnunternehmen

    Foto: Martin Feldhaus
  • Abholung der Weihnachtsbäume durch private Lohnunternehmen Bei der Abholung der Weihnachtsbäume im Einsatz: V.l. Werner Düpmeier, Bernd Döding, Michael Morisse und Sarah Loermann.

    Foto: Martin Feldhaus

Für Erheiterung sorgte zudem ein anderer Ahlener, der die Abholer fragte, ob sie auch einen sehr kümmerlich wirkenden Weihnachtsbaum mitnehmen würden. Das Problem hier: Das Exemplar lag schon seit drei Jahren an seinem Standort und war zwischenzeitlich festgewachsen. Ansonsten lief die Abholung jedoch zügig und reibungslos. Auch, weil die Haushalte hierbei so gut es ging unterstützten. „In Sackgassen wurden die Bäume vorbildlich vorne an die Einfahrt gelegt“, lobte Werner Düpmeier.

Nur wenige brachten die Tannen selbst

Wenig Anklang fand hingegen zunächst das Angebot, die Tannen selbst zum neuen Baubetriebs- und Wertstoffhof am Ostberg zu bringen. „Wir haben bis jetzt erst zehn von den Bürgern selbst angelieferte Bäume gezählt“, meldete Döding am Samstagmittag ei­nen Zwischenstand. Der Grund dafür: vermutlich die nervigen Nadeln im Kofferraum des eigenen Pkw.

Für die Tannen ging es im Anschluss zunächst zum Sammelplatz am Ostberg, wo die Mitarbeiter der Umweltbetriebe den Weitertransport zur Deponie in Ennigerloh vorbereiteten. „Dort werden die Bäume dann zu Kompostboden verarbeitet“, erklärte Mitarbeiter Michael Morisse.

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