Feuerwehrhaus in Dolberg
Neubau doch am alten Standort?

„Nicht vor 2022“ werde Baubeginn für das neue Feuerwehrhaus an der Alleestraße sein. Mit dieser Mitteilung dämpfte Florian Schmeing, Leiter des Zentralen Gebäudemanagements bei der Stadt, am Montag im Ortsausschuss Dolberg Hoffnungen auf eine schnellere Realisierung des Vorhabens.

Mittwoch, 20.01.2021, 07:00 Uhr
Auch der heutige Standort an der Twieluchtstraße soll im Rahmen einer Machbarkeitsstudie zum Neubau des Feuerwehrhauses in Dolberg noch einmal untersucht werden.
Auch der heutige Standort an der Twieluchtstraße soll im Rahmen einer Machbarkeitsstudie zum Neubau des Feuerwehrhauses in Dolberg noch einmal untersucht werden. Foto: Christian Wolff

DolbergIm Sachstandsbericht der Verwaltung zum Neubau des Feuerwehrhauses in Dolberg hofften die Mitglieder des Ortsausschusses am Montag zu hören, wann es endlich losgehen kann an der Alleestraße, nachdem nun schon mehr als zwei Jahre für die Planung ins Land gegangen sind. Doch sie wurden enttäuscht. Florian Schme­ing , Leiter des Zentralen Gebäudemanagements (ZGM) bei der Stadt, konnte keinen konkreten Termin nennen, nur diffus einen zeitlichen Horizont aufzeigen, der sich womöglich auch noch weiter nach hinten verschieben wird. „Nicht vor 2022“ sei realistischerweise mit dem Baubeginn zu rechnen, so Schme­­ing. Nach seinen Ausführungen könnte das Vorhaben außerdem deutlich teurer werden als bisher kalkuliert. Jedenfalls, wenn der Rat an seiner Standortentscheidung festhält.

2,3 Millionen Euro werden nicht reichen

Für das neue Domizil des Löschzugs Dolberg sind im städtischen Haushalt bisher rund 2,3 Millionen Euro veranschlagt, verteilt auf die Jahre 2021 und 2022. Dieser Ansatz basiert auf der ursprünglichen Konzeption ei­ner Dreifach-Fahrzeughalle. Mit der Verabschiedung des neuen Brandschutzbedarfsplans durch den Rat im Dezember 2020 ist jedoch die Notwendigkeit eines vierten überdachten Stellplatzes für ein Spezialfahrzeug zum Einsatz bei Hochwasserereignissen festgestellt worden. Entsprechend müsse die Planung angepasst werden, erläuterte Schmeing. Das bedeute: Mehr umbauter Raum, mehr versiegelte Fläche, ein veränderter Grundstückszuschnitt mit Blick auf die Verkehrsführung auf dem Gelände beziehungsweise dessen Anbindung an die Alleestraße führten zwangsläufig zu Mehrkosten, auch wenn man die DIN-Anforderungen konsequent erfüllen wolle.

Als weiteren Kostenfaktor nannte der ZGM-Chef die Entwässerung, die sich aufgrund der Topographie des Geländes – es ist zum Teil abschüssig – als nicht ganz unproblematisch erweise. Laut der Unteren Wasserbehörde beim Kreis Warendorf dürfe kein Oberflächenwasser in die öffentliche Kanalisation abgeleitet werden. Es müssten bauliche Maßnahmen ergriffen werden, um es auf dem Gelände versickern zu lassen. Denkbar wäre etwa der Bau einer Zisterne. Dafür wären umfangreiche Erdarbeiten erforderlich.

Neue Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben

Auf die Frage von Dennis Kykal (CDU), in welchem Rahmen sich die Kostensteigerung bewegen werde, antwortete Florian Schmeing „nach Bauchgefühl“: Am Ende könnten es dreieinhalb bis vier Millionen Euro werden. Darum solle jetzt im Rahmen einer extern beauftragten Machbarkeitsstudie doch noch einmal auch der heutige Standort des Feuerwehrgerätehauses an der Twieluchtstraße auf seine Eignung untersucht werden. Parallel werde ein Bodengutachten für das Grundstück am Königsbusch erstellt.

Mit ersten belastbaren Untersuchungsergebnissen, auf deren Grundlage dann eine Detailplanung und seriöse Kostenermittlung möglich wären, rechnet Schmeing nach Ostern. In der zweiten Jahreshälfte wäre die Politik erneut am Zug, die Alternativen abzuwägen.Ein Förderantrag beim Land sei bereits im letzten August gestellt worden, informierte der ZGM-Leiter. „Wir durften heute noch einmal Unterlagen nachreichen, müssen uns also noch gedulden.“

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