Energiepark auf Schacht 3
Alle Solartische sind gedeckt

Ahlen -

Der Solarpark Ahlen steuert auf seine Inbetriebnahme zu. Alle Module des ersten Bauabschnitts sollen bis zum Wochenende installiert sein. Strom aus Sonne gibt‘s ab März.

Freitag, 22.01.2021, 20:00 Uhr
Ein Modul nach dem anderen wird auf den Stahlträgern installiert. Bis zu diesem Wochenende sollen alle Tische im Solarpark Ahlen gedeckt sein. Geplante Inbetriebnahme ist
Ein Modul nach dem anderen wird auf den Stahlträgern installiert. Bis zu diesem Wochenende sollen alle Tische im Solarpark Ahlen gedeckt sein. Geplante Inbetriebnahme ist Foto: Ulrich Gösmann

Der „Solarpark Ahlen“ schaffte es schneller ins Westfälische als sein Betreiber. Gerd Schöller, Geschäftsführer der Schoenergie aus dem Landkreis Trier, betritt am Donnerstagnachmittag erstmals den Boden von Schacht 3, der in naher Zukunft rund 1000 Haushalte mit Sonnenenergie versorgen soll.

Sonne? Die blitzt beim ersten Ortstermin in der Bauerschaft Guissen nur vereinzelt durch Wolkenlücken. Aber genug, um Energie aus der über Zwei-Millionen-Euro-Investition ziehen zu können, wenn die Anlage denn schon fertig wäre. „Fünf bis zehn Prozent der Leistung gingen schon“, sagt der 33-Jährige. Dass im März alles startklar ist, daran lassen die über 30 Arbeiter keine Zweifel, die mächtig Tempo machen. Bis zu diesem Wochenende sollen alle Tische des ersten Bauabschnitts gedeckt sein. Das heißt zunächst einmal: 6200 Module auf drei Kilometern Stahlträgerstrecke, verteilt auf 14 000 Qua­dratmetern Fläche. Erwartete Erstleistung 2,25 Megawatt peak (MWP).

Solarpark Ahlen

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  • Sein erster Ortstermin: Gerd Schöller, Geschäftsführer der Schoenergie, in Ahlen.

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  • Der erste Bauabschnitt. 6200 Module sollen bis zum Wochenende installiert sein.

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  • Über 30 Arbeiter sind für den Aufbau im Einsatz.

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  • Das nächste Modul.

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  • Auf drei Kilometer Länge bringen es die fast 30 Reihen.

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  • Vertriebsleiter Dirk Willlingam Wechselrichter. Der wandelt Gleich- in Wechselstrom um.

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  • Endspurt auf Schacht 3 für den ersten Bauabschnitt.

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  • Die Kabel verbinden die Wechselrichter mit einer noch zu bauenden Trafostation.

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  • Die letzten noch verpackten Module für den Solarpark Ahlen.

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Schoenergie hat in einem Pachtvertrag mit der RAG für die nächsten 30 Jahre die Regie übernommen. Kooperationspartner sind die Stadtwerke Trier. In einem zweiten Schritt sollen auch Ahlener beteiligt werden. Über die Genossenschaft „Drehstrom“. Doch das frühestens in einem Jahr, wenn wieder Förderung in einem zweiten Bauabschnitt möglich ist. Danach ist die Maximalleistung von 2,9 Megawatt peak (8000 Module) erreicht.

Der technische Aufbau geht in diesen Tagen schnell von der Hand: Module werden auf Stahlträger montiert, untereinander verbunden und an Wechselrichter angeschlossen. Die machen aus dem erzeugten Gleichstrom Wechselstrom, um ihn dann an eine Trafostation hier auf dem Gelände zu schicken. Von dort geht die Reise über eine bereits vorhandene Hauptleitung weiter bis zur 10-KV-Station am Meisterweg, um zur Einspeisung an die Ahlener Stadtwerke zu übergeben.

„Links das Kohlekraftwerk in Uentrop, rechts das Gaskraftwerk von Trianel. Beides Projekte mit Fragezeichen.

Dirk Willing

Vertriebsleiter Dirk Willing macht aus seiner Faszination kein Geheimnis. Als gebürtiger Ahlener leitet er das vor einem Jahr eingerichtete Büro der Solarkraftwerker in Münster. Von dort werden aktuell sechs Projekte betreut. Willing hat für sich einen Aussichtspunkt gefunden, der ihn über den Solarpark Ahlen hinweg in die Ferne blicken lässt: „Links das Kohlekraftwerk in Uentrop, rechts das Gaskraftwerk von Trianel. Beides Projekte mit Fragezeichen.“ Hier auf Schacht 3 stehe die Zukunft. Für ihn ein exzellenter Standort, um zu zeigen, wie Energiewende gelingen könne. Er selbst habe Freunde, die früher auf „Westfalen“ gearbeitet hätten. Strukturwandel werde nun auf altem Zechengelände greifbar. Hinter das Plus sauberer Energie setzt der Vertriebsleiter NRW die Schaffung neuer Arbeitsplätze. Sei es durch den Aufbau oder in der technischen Anschlussbetreuung.

In der digitalen Darstellung kennt man jedes Modul beim Namen.

Gerd Schöller

Gerd Schöller zeigt sich bei seinem ersten Vor-Ort-Termin nach Momenten des Wirkenlassens begeistert. „In der digitalen Darstellung kennt man jedes Modul beim Namen.“ Die Realität sei eine andere. Die ihm gerade zeige, wie unauffällig sich der Solarpark Ahlen in die Umgebung einfüge, die er bisher nicht kannte. Im März will er wiederkommen. Zur offiziellen Inbetriebnahme des ersten Bauabschnittes. „Dann“, lässt er noch wissen, „haben wir hier die richtige Sonne.“

Für die Pfälzer ist das Ahlener Projekt das erste im Münsterland. Ein Referenzobjekt, dem weitere folgen werden. Zwei weitere im Westmünsterland befinden sich im Planungsstadium. Doch auch in Ahlen könnte sich Schöller mehr vorstellen, wenn denn Platz wäre.

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