Stadt baut digitales Schulnetz weiter aus
Ordentlich Traffic im System

Ahlen -

Stresstest mit Bravour bestanden: So lautet das Urteil von Thorsten Müller, IT-Leiter der Stadtverwaltung, zur Onlineplattform IServ. Über sie läuft der digitale Unterricht an den Ahlener Schulen.

Montag, 25.01.2021, 20:31 Uhr aktualisiert: 25.01.2021, 20:40 Uhr
Stadt baut digitales Schulnetz weiter aus: Ordentlich Traffic im System
Foto: privat

Es habe beim digitalen Unterricht „geruckelt“, hieß es nach den verlängerten Weihnachtsferien allenthalben. Schulen in ganz Deutschland gingen an ein und demselben Tag zum Distanzlernen über.

Thorsten Müller , IT-Leiter der Stadtverwaltung, spricht von einem Stresstest, dem sich die auch an den Ahlener Schulen verwendete Onlineplattform IServ unterzogen habe. In seinem Urteil über IServ stellt Müller trotz vielfach vernommener Kritik fest: „Den Test hat es bestanden, mit Bravour.“

Die Plattform ist eigentlich entwickelt worden, um den Präsenzunterricht digital zu ergänzen.

IT-Leiter Thorsten Müller

Montag habe es tatsächlich Probleme gegeben, Dienstag ruckelte es und ab Mittwoch sei alles stabil gelaufen. Dass die Stadt Ahlen mit IServ auf das richtige Pferd unter zahlreichen Anbietern gesetzt hat, belegten nicht nur die ganz überwiegend positiven Rückmeldungen aus den Schulen. Auch der Hersteller, die Braunschweiger IServ GmbH, habe unverzüglich und ohne Aufforderung auf das anfänglich registrierte Ruckeln reagiert, so die Stadt. Grund für den nicht ganz störungsfreien Schulstart nach den Ferien sei eine so noch nie dagewesene Kapazitätsnachfrage im Netz gewesen.

„Die Plattform ist eigentlich entwickelt worden, um den Präsenzunterricht digital zu ergänzen“, erklärt Thorsten Müller. An jenem Montag sei es hingegen bundesweit zu einer kompletten Umstellung des Lernens auf Digitalunterricht gekommen. „Die Schulen holten ihre fertigen Digitalkonzepte aus den Schubladen und wollten starten, überall zur quasi selben Stunde.“ Unter dieser Last sei IServ vorübergehend in die Knie gegangen. Das Unternehmen habe allerdings sofort zusätzliche Rechnerleistung eingekauft und die Plattform damit stabilisiert. Die Zugriffe auf IServ seien „unvorstellbar groß“, sagt Müller und nennt eine erstaunliche Zahl: „Zu Wochenbeginn fanden mehr als drei Millionen Teilnahmen an Videokonferenzen statt.“ Und auch in Ahlen sei „ordentlich Traffic“ im elektronischen Unterrichtssystem. Allein die Städtische Gesamtschule komme an einem Vormittag auf rund 700 000 Nachrichtenbewegungen.

Wir haben den Datenverkehr sekundengenau vor Augen.

IT-Leiter Thorsten Müller

Die Entscheidung der Stadt für ein digitales Ahlener Schulnetz mit zentralem Server sei „goldrichtig“ gewesen, ist Bürgermeister Dr. Alexander Berger überzeugt. „Von einem Punkt aus unterstützen die städtischen EDV-Experten alle angeschlossenen Schulen, das macht das System schnell und flexibel.“ Drohe etwa aufgrund der Inanspruchnahme an einer Schule ein Leitungsengpass, wird die Lastverteilung automatisch angepasst. IT-Chef Müller: „Wir beobachten das ständig und haben den Datenverkehr sekundengenau vor Augen.“

In diesen Tagen sei der Auftrag erteilt worden, die Leitungskapazitäten zu verdoppeln. Bis 2024 soll das ehrgeizige Projekt abgeschlossen sein. Alle städtischen Grund- und weiterführenden Schulen werden sternförmig an das zentrale IT-Management angeschlossen. Das bedeutet: weg von provisorischen Insellösungen, hin zu einer vernetzten IT-Infrastruktur, die optimale Bedingungen für zeitgemäßes Lernen mit modernen Medien schafft. Rund 5,2 Millionen Euro lässt sich die Stadt das kosten. Die weiterführenden Schulen sind weitgehend verkabelt und ans Netz angeschlossen, die Grundschulen ziehen mehr und mehr nach.

Damit wächst allen Erziehenden eine enorme Verantwortung zu, die wir durch bestmögliche technische Ausstattung unterstützen müssen.

Bürgermeister Dr. Alexander Berger

Anerkennung zollt der Bürgermeister allen Eltern, die in diesen Wochen das digitale Lernen zu Hause begleiten. „Damit wächst allen Erziehenden eine enorme Verantwortung zu, die wir durch bestmögliche technische Ausstattung unterstützen müssen.“ Schon in Kürze rechnet die Stadt mit der Lieferung von gut 1200 iPads, die Schülerschaft und Lehrenden zur Verfügung gestellt werden. Die IServ-Schulungen für die Medienbeauftragten der Schulen laufen auf Hochtouren weiter. Brigga Kazmierczak, Leiterin der Schulverwaltung, unterstreicht das Bemühen, gute Bedingungen fürs digitale Lernen zu schaffen: „Wir haben früh damit angefangen und sehr viel auf die Beine gestellt.“ Die Anfänge lägen nicht in der Pandemie, schon vor 15 Jahren seien erste digitale Laptop-Klassen an der Diesterwegschule entstanden.  

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