Corona-Schutzmaßnahmen
Kontaktbeschränkung im Privaten

Ahlen -

Es ist nicht nur eine Ursache, die zum hohen Inzidenzwert in Ahlen führt. Das ist das Ergebnis einer Analyse der Arbeitsgruppe von Stadt und Kreis.

Mittwoch, 27.01.2021, 12:20 Uhr
Auch im Rathaus gilt: Abstand halten und Maske auf.
Auch im Rathaus gilt: Abstand halten und Maske auf. Foto: Peter Harke

Menschen, die in Familienverbünden leben, sind häufiger von Covid-19-Infektionen betroffen als solche, die alleine leben. Das ist ein Ergebnis der Analysen, die die von Bürgermeister Dr. Alexander Berger angekündigte gemeinsame Ar­beitsgruppe von Kreisverwaltung und Stadt Ahlen angestellt hat. Mitarbeiter beider Verwaltungen würden sich dabei mit der Frage befassen, warum Ahlen zurzeit im Vergleich zu Umlandkommunen erhöhte Corona-Inzidenzwerte aufweist, heißt es einer Pressemitteilung.

Infektionen innerhalb der Familie

„Es gibt offensichtlich ein Zusammenspiel verschiedener Faktoren, nicht nur eine einzige Ursache“, erklärt Berger. Die bislang erfolgte Auswertung, wie sich die Fälle verteilen, lasse den Schluss zu, dass viele Infektionen innerhalb von Familien weitergegeben werden. „Was auch nicht weiter verwundert, wenn auf relativ kleinem Raum Menschen dicht miteinander leben“, so der Bürgermeister. Träte ein Infektionsfall in einem großen Familienverbund auf, seien gleich mehrere Personen betroffen. Zu vermuten sei zudem, dass Personal das Virus aus Senioren- und Pflegeheimen mit nach Hause nehme. Ahlen verfüge kreisweit über die meisten Einrichtungen und Pflegeplätze. Da auch diese Heime teils mehrfach von Infektionswellen betroffen waren, habe sich auch immer wieder in der Pflege beschäftigtes Personal angesteckt und die Krankheitserreger an Angehörige weitergegeben. Diese Konstellation müsse weiter untersucht werden, so Berger.

Ich verspreche mir davon, dass Infektionsketten noch wirksamer un­terbrochen werden.

Dr. Alexander Berger

Aufmerksamkeit müsse auch den Wohnverhältnissen geschenkt werden, fährt Berger fort: „Ein Zwei-Personen-Haushalt, der ein Einfamilienhaus bewohnt, kann größere Distanz zueinander wahren als eine mehrköpfige Familie mit Kindern in einer 60-Quadratmeter-Wohnung.“ Die Häufigkeit von Kontakten fiele in kleinen Haushalten geringer aus als dort, wo mehrere Personen unter einem Dach lebten. Die Stadt Ahlen werde diesem Umstand mit der neuen Allgemeinverfügung Rechnung tragen, die noch in dieser Woche erlassen werde.

Konkret werde darin auch auf private Wohnungen die schon für den öffentlichen Raum geltende Regelung ausgedehnt, wonach sich Mitglieder eines Haushaltes nur mit einer haushaltsfremden Person treffen dürfen. Der vorübergehend notwendige Schritt sei ein sehr weitgehender, für den der Bürgermeister um Verständnis bittet: „Ich verspreche mir davon, dass Infektionsketten noch wirksamer un­terbrochen werden, als das mit den jetzt schon geltenden Maßnahmen der Fall ist.“

Distanz als wichtigstes Mittel

Berger weist darauf hin, dass die Anzahl der aktiven Fälle täglich abnehme. Habe sie am Wochenende noch bei 240 gelegen, sei sie Stand Dienstag auf 167 gefallen. Dieser positive Trend dürfe aber keinesfalls zu Nachlässigkeit im Verhalten jedes Einzelnen führen. Angesichts der zunehmenden Verbreitung von Virusvarianten, die noch ansteckender seien, bleibe Distanz eines der wichtigsten Mittel zur Vorbeugung.

Die städtische Rechtsdirektorin Gabriele Hoffmann hatte am Montag im Ausschuss für Ordnung und öffentliche Einrichtungen ei­nen Bericht zur Corona-Lage in Ahlen abgegeben und darin auch eine mögliche weitere Verschärfung der Maskenpflicht angedeutet.

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