Drobs hat Finanzierungsbedarf
Café auf der Kippe

Ahlen -

Der Arbeitskreis Jugend- und Drogenberatung braucht mehr Geld für seine Arbeit. Im Jugendhilfeausschuss wurde über die Zuständigkeit diskutiert.

Donnerstag, 28.01.2021, 06:14 Uhr aktualisiert: 28.01.2021, 06:20 Uhr
Königstraße 9, die Heimat des Arbeitskreises Jugend- und Drogenberatung. Der braucht mehr Unterstützung, um all seine Angebote aufrechterhalten zu können. CDU und Stadt sehen den Kreis in der Pflicht.
Königstraße 9, die Heimat des Arbeitskreises Jugend- und Drogenberatung. Der braucht mehr Unterstützung, um all seine Angebote aufrechterhalten zu können. CDU und Stadt sehen den Kreis in der Pflicht. Foto: Sabine Tegeler

Für Kämmerer Dirk Schlebes war im Jugendhilfeausschuss die Sache klar: „Die Stadt ist da raus.“ Fand Andrea Jaunich allerdings nicht. Sie unterstrich für die SPD-Fraktion: „Wir brauchen die Drobs in Ahlen.“ Zumindest die beantragten 34 500 Euro als Betriebskostenzuschuss wollten die Sozialdemokraten dem Arbeitskreis Jugend- und Drogenberatung im Kreis Warendorf bewilligen, während sich die CDU auf die Seite des Kämmerers schlug und ablehnte.

Die Stadt ist da raus.

Kämmerer Dirk Schlebes

Unstrittig war zwischen Christ- und Sozialdemokraten nur der Zuschuss im Rahmen der Richtlinienförderung für den Ü-18-Treff, der mit 4300 Euro zu Buche schlägt. Darüber hinausgehende Anträge wie besagter Betriebskostenzuschuss und weitere 30 000 Euro, um die niedrigschwellige Sozialarbeit aufrechterhalten zu können sowie 72 000 Euro für eine zusätzliche Präventionskraft, die sich speziell der Suchtvorbeugung im Osten- und Südenstadtteil annehmen soll, wurden abgelehnt.

Für die Fachverwaltung erklärte Ulla Woltering, dass sie sehr gut mit der Drogenberatungsstelle zusammenarbeite. Darüber hinaus bestünden zahlreiche Kooperationen. Dennoch stehe die Stadt auf dem Standpunkt, dass die Zuständigkeit für die Gesundheitsversorgung beim Kreis liege, der die Arbeit der Drobs jährlich mit 258 000 Euro unterstütze. Man wolle zunächst abwarten, ob der Kreis seinen Mittelansatz für die kreisweit tätiger Einrichtung erhöhen wolle. Für die CDU wies Barbara Buschkamp wie Ulla Woltering auf die Zuständigkeit des Kreises hin. Darüber hinaus hätte sie auch inhaltlich einige Fragen – zum Beispiel nach der Zusammenarbeit mit der Suchtberatung der Caritas.

Wir brauchen die Drobs in Ahlen.

Andrea Jaunich (SPD)

Kämmerer Schlebes monierte in seiner Stellungnahme einige Unzulänglichkeiten in der Antragstellung. Außerdem sehe der Haushaltsentwurf eine weitergehende Unterstützung der Drobs nicht vor. Bei der Abstimmung setzte sich allerdings die SPD mit ihrem Antrag mit sechs zu vier Stimmen durch. Willi Kreutz, Vorsitzender des Arbeitskreises, äußerte sich anschließend enttäuscht. Ohne finanzielle Hilfe müsse sich die Drogenberatungsstelle von ihrem niedrigschwelligen Angebot wie Cafébetrieb und weiteren Hilfen trennen.

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