BMA-Antrag im Ausschuss
Sportstätten vermarkten?

Ahlen -

Entschieden ist nichts, die Diskussion aber angestoßen: Da viele Sportvereine unter den Einschränkungen und Spielverboten leiden, hat die Bürgerliche Mitte vorgeschlagen, die Namen von Sportstätten zu vermarkten.

Freitag, 05.02.2021, 17:04 Uhr
Der Lindensportplatz – seit Jahrzehnten die Heimat der DJK „Vorwärts“ Ahlen. Um für die durch Corona gebeutelten Sportvereine mehr Mittel zu generieren, schlägt die BMA vor, die Namen von Sportstätten zu vermarkten.
Der Lindensportplatz – seit Jahrzehnten die Heimat der DJK „Vorwärts“ Ahlen. Um für die durch Corona gebeutelten Sportvereine mehr Mittel zu generieren, schlägt die BMA vor, die Namen von Sportstätten zu vermarkten. Foto: Christian Wolff

Das Müngersdorfer Stadion in Köln heißt bereits seit 2004 Rhein-Energie-Stadion, das Dortmunder Westfalenstadion trägt bald 16 Jahre den Namen Signal-Iduna-Park. Dass Unternehmen Pate für Sportanlagen werden, ist bundesweit nichts Neues. In Ahlen allerdings schon.

Einen entsprechenden Antrag, die Namen der heimischen Sportstätten zu vermarkten, stellte jetzt die Bürgerliche Mitte. Durch die Corona-Krise sind die Vereine gezwungen, sportliche Aktivitäten lange Zeit einzustellen. „Mitgliedsbeiträge, Zuschauergelder und Sponsorenbeiträge sind die wichtigsten Einnahmequellen der Vereine“, schreibt Matthias Bußmann (BMA). „Wegen der behördlich auferlegten Zwangspause sind den Vereinen viele Einnahmequellen weggebrochen. Durch die Vermarktung der Namensrechte an der Sportstätte könnten die Vereine zusätzliche Einnahmen durch Sponsoren generieren.“

Nach Auffassung der BMA könnte die Stadt Ahlen an einem zeitlich begrenzten – kostenpflichtigen – Überlassungsvertrag an den Einnahmen beteiligt werden, wobei der Schwerpunkt auf den Ausgleich der coronabedingten Nachteile für die Vereine gelegt werden soll.

Zambo : „Sehr sensibles Thema“

Udo Zambo (SPD) hält das Ganze für ein „sehr sensibles Thema“, wie er bei der Diskussion im Sport- und Freizeitausschuss ausführte. „,Vorwärts‘ und der Lindensportplatz – die gehören einfach zusammen.“ Er könne sich nicht vorstellen, dass es die Vereine „lustig“ finden, die eingebürgerten Namen ihrer Spielorte werblich zu verändern. Martin Hummels (Stadtsportverband) brachte das Beispiel Sportpark Nord, in dem viele Vereine ihre Heimat haben: „Ich kann mir schwer vorstellen, hierfür einen Namen zu finden, mit dem sich alle anfreunden können.“ Der Vorsitzende Rolf Leismann meinte, die Vereine müssten sich jeweils mit der Stadt ins Benehmen setzen und schlug letztlich vor, den Antrag zunächst bis zur Sommerpause zu schieben, um dann nähere Informationen zur möglichen Umsetzung zu erhalten. Der Sport- und Freizeitausschuss stellte hierzu sein Einvernehmen her.

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