Hintergrund der Durchsuchung in Dolberg
Firma „Asgaard“ unter Verdacht

Dolberg / Uentrop -

Weitere Details zur Aktion des Bundeskriminalamts in Dolberg sickerten am Freitag in die Öffentlichkeit. Die Wohnungsdurchsuchung steht offenbar in Zusammenhang mit einem Anfangsverdacht gegen die Sicherheitsfirma „Asgaard“.

Freitag, 19.02.2021, 15:05 Uhr aktualisiert: 19.02.2021, 17:40 Uhr
Die Ermittlungen des Bundeskriminalamts konzentrierten sich auf eine Wohnung in diesem Mehrfamilienhaus am Asternweg.
Die Ermittlungen des Bundeskriminalamts konzentrierten sich auf eine Wohnung in diesem Mehrfamilienhaus am Asternweg. Foto: Max Lametz

Das massive Aufgebot an Einsatzkräften und die mehrstündige Durchsuchung einer Wohnung am Asternweg in Dolberg stehen offenbar in Zusammenhang mit einer Razzia des Bundeskriminalamts bei dem Hammer Sicherheitsunternehmen „Asgaard“.

Wie berichtet, waren die Maßnahmen, bei denen unter anderem Polizeihunde eingesetzt wurden, Ergebnis eines Ermittlungsverfahrens der Bundesanwaltschaft . Am Freitagvormittag wurden durch das Büro des Generalbundesanwalts in Wiesbaden weitere Details bekanntgegeben. Demnach wurde ne­ben den „Asgaard“-Geschäftsräumen in Uentrop am Donnerstag auch die Privatwohnung des Geschäftsführers in Dolberg von den Einheiten angesteuert und durchsucht. Nähere Details wollte ein Pressesprecher am Donnerstag noch nicht bekanntgeben.

2017 in der Ahlener Feuerwehrschule geübt

Die Firma „Asgaard“ entsendet unter anderem Personenschützer in den Irak. Rechtsradikale Strukturen und Verbindungen sollen angeblich bestehen, weshalb die frühere Feuerwehr-Ausbildungsstätte in der Ahlener Bauerschaft Brockhausen bereits Anfang 2017 in den Ermittlerfokus geraten war. Eine Söldnertruppe übte dort zeitweise den Ernstfall, was dem Träger Kritik einbrachte. Zuletzt hatte es im August 2020 Durchsuchungen der Polizei an der Geschäftsadresse an der Kranstraße in Uentrop gegeben.

Planung einer staatsgefährdenden Straftat vermutet

Wie unsere Zeitung erfuhr, soll es sich bei der aktuellen Aktion um ein Verfahren wegen des Anfangsverdachts auf eine schwere staatsgefährdende Straftat handeln. Dies könnte in Zusammenhang mit möglichen Äußerungen des Geschäftsführers in Richtung der Linken-Bundestagsabgeordneten Martina Renner stehen, wurde außerdem im „Westfälischen Anzeiger“ vermeldet. Medien hatten im September einen früheren „Asgaard“- Geschäftspartner zitiert, der behauptete, dass Renner aus Sicht des „Asgaard“-Chefs eliminiert werden müsste.

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