Digitaltechnik im Cinema tipptopp
Leinwand bleibt dennoch dunkel

Ahlen -

Seit fast vier Monaten ist das Cinema am Alten Hof geschlossen. An der Qualität der Anlagen liegt es nicht. Die Technik hat die jährliche Revision bestanden.

Sonntag, 21.02.2021, 14:11 Uhr
Jürgen Paqué (r.) prüfte die digitale Vorführungstechnik im Cinema mehrere Tage auf Herz und Nieren. Cinema-Betreiber Martin Temme wartet jetzt darauf, das Kino endlich wieder zu öffnen.
Jürgen Paqué (r.) prüfte die digitale Vorführungstechnik im Cinema mehrere Tage auf Herz und Nieren. Cinema-Betreiber Martin Temme wartet jetzt darauf, das Kino endlich wieder zu öffnen. Foto: Dierk Hartleb

Martin Temme hatte ein Déjà-vu. Als er 1995 den Filmpalast in der Oststraße abschloss, um eine lange Kinogeschichte an dieser Stelle zu beenden, tat er es mit einem mulmigen Gefühl und dem Vorsatz: „Das möchtest Du nicht noch einmal erleben.“

Inzwischen hat er das Cinema in seiner 15-jährigen Geschichte am 2. November 2020 schon das zweite Mal für unbestimmte Zeit geschlossen. Schon seit Frühjahr vergangenen Jahres wartet Daniel Craig auf seinen letzten Auftritt als James Bond in „Keine Zeit zu sterben“. Wegen Corona ist die Premiere bereits zum vierten Mal verschoben worden.

Auch wenn das Kino am Alten Hof seit fast vier Monaten in einen Dornröschenschlaf gefallen ist, schaut Temme alle zwei, drei Tage nach dem Rechten. In der vergangenen Woche leistete ihm dabei Jürgen Paqué Gesellschaft. Der Service-Techniker der Firma Kinoton betreut das Cinema schon seit vielen Jahren im Auftrag des Herstellers digitaler Projektionstechnik. Einmal im Jahr ist eine Revision fällig, die normalerweise im laufenden Betrieb durchgeführt werden muss.

Das ist eine zeitaufwendige Überprüfung.

Jürgen Paqué

Dazu wird in allen vier Kinosälen die Bild- und Tonqualität kontrolliert. „Das ist eine zeitaufwendige Überprüfung“, sagt Paqué. Fünf Stunden lang wird jede der vier Anlagen auf Herz und Nieren getestet. Stimmen Bild- und Tonqualität noch? Durch den täglichen Gebrauch kommt es immer wieder zu leichten Abweichungen. Deshalb muss die Software aktualisiert werden. Früher waren es die Filmprojektoren und die separate Tontechnik, die durchgecheckt wurden. Aber Filmspulen gibt es schon seit 2014 nicht mehr.

Dass trotz der aufwendigen Wartung, die über 20 Stunden in Anspruch nimmt, im Betrieb Pannen auftreten können, kann Paqué nicht ganz ausschließen. Im Notfall gibt es auch die Möglichkeit der Ferndiagnose. Doch dazu müsste das Kino erst einmal wieder im Betrieb sein. Martin Temme wäre froh, wenn er das Datum dazu kennen würde.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7830771?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F106%2F126%2F
Nachrichten-Ticker